Medienmitteilung
1 Jahr nach dem Tsunami
Nachhaltige Hilfe erreicht Zehntausende von Menschen
2005-12-20T10:47:22
(ots) - Im ersten Jahr nach dem Tsunami hat World Vision gut 150
Millionen Franken für den Wiederaufbau in Südasien investiert.
Zehntausende von Menschen haben dadurch trotz unersetzlicher
Verluste eine neue Perspektive für ihr Leben erhalten. Ein gewaltiger Tsunami wütete am 26. Dezember 2004 vor allem auf
der
indonesischen Insel Sumatra und in Sri Lanka. Doch auch in Indien
und in Thailand starben Tausende von Menschen in den Wassermassen.
Da World Vision schon zuvor in den betroffenen Ländern aktiv war,
konnten die Hilfskräfte noch am Tag der Katastrophe reagieren und so
Überlebenden rasche Unterstützung anbieten. Über 13000 Familien erhalten ein neues Zuhause Als eine der
grössten Organisationen in der Not- und Katastrophenhilfe hat World
Vision insgesamt über 400 Millionen Franken Spenden für die Nothilfe
und den Wiederaufbau zur Verfügung. Knapp die Hälfte davon wurde
bereits investiert. Ein erheblicher Teil der Spenden kommt dem Wiederaufbau von
Häusern
zu Gute. So wird World Vision im Tsunami-Gebiet total 13265 Häuser
bauen. Dabei stehen bereits rund 6000 Häuser kurz vor der
Vollendung, während über 100 neue Häuser den glücklichen Besitzern
übergeben werden konnten. 39000 Menschen leben zudem gegenwärtig in
Übergangswohnungen des Hilfswerkes. Einsatz für die Kinder lohnt sich Eine Spezialität von World Vision sind kinderfreundliche Zentren.
In
diesen Child Friendly Spaces werden Kinder tagsüber professionell
betreut und lernen, mit Zeichnen, Spielen oder auch Einzelgesprächen
ihre seelischen Wunden zu verarbeiten. Bis heute unterstützt World
Vision in den vom Tsunami betroffenen Ländern mehr als 200
Kinderzentren sowie 18 Kinderorganisationen. Im Weiteren wurden 138
Kinderspielplätze eingerichtet. 134000 Kinder erhielten
Schulmaterial oder Unterstützung für ihre Grundausbildung. Mit dem
Bau von über 30 Schulen investiert World Vision zusätzlich in die
Bildung der jungen Generation. Flutopfer packen das Leben an Wirtschaftliche Unterstützung ist eine klassische Hilfe zur
Selbsthilfe, die für den nachhaltigen Wiederaufbau von zentraler
Bedeutung ist. Unter anderem erhielten über 13500 Familien ein
Fischerboot mit der entsprechenden Ausrüstung, damit diese ihren
erlernten Beruf wieder ausüben können. Weitere 12000 Menschen
konnten in Cash-for-Work-Programmen integriert und so tatkräftig
beim Wiederaufbau mithelfen. Voraussetzung für eine substantielle Verbesserung war ein rasches
und wirksames Handeln unmittelbar nach dem Tsunami. Dazu gehörte
auch die Verteilung von Nahrungsmitteln, die im ersten Jahr nach dem
Tsunami 560000 Menschen erreicht hat. Hilfe auf verschiedenen Ebenen Auch in anderen Bereichen der Nothilfe konnte World Vision viel
Leid
lindern. In Indien wurden beispielsweise über 1000 Rollstühle an
überlebende Flutopfer verteilt, während in Sri Lanka eine mobile
Blutbank für über eine Million Menschen eingerichtet wurde. Als
Massnahmen im sanitären Bereich wurden in Indonesien unter anderem
115 Badezimmer und Toiletten sowie 37 Wassertanks zur Verfügung
gestellt. 2,4 Millionen Franken aus der Schweiz World Vision Schweiz konnte dank grosszügigen Spenden 2,4
Millionen
Franken für die Arbeit im Tsunami-Gebiet einsetzen. Der Betrag wird
für sämtliche Bereiche der Nothilfe und des Wiederaufbaus
investiert, vor allem aber für den Bau eines Schulhauses im
srilankischen Distrikt Jaffna sowie für kinderfreundliche Zentren. Wer ist World Vision? World Vision leistet langfristige Entwicklungszusammenarbeit
sowie
Not- und Katastrophenhilfe. Dabei steht insbesondere das Wohl der
Kinder im Vordergrund. World Vision ist ein christlich-humanitäres
Hilfswerk und versteht sich als Brücke zwischen Menschen. Neben der
Not- und Katastrophenhilfe in verschiedenen Krisengebieten dieser
Welt finanziert World Vision Schweiz in 20 Ländern insgesamt 42
Regionale Entwicklungsprojekte und unterhält in 19 Ländern 29
Sonderprojekte. Die Wunden sind noch nicht verheilt,
aber die Hoffnung ist zurück Im Tsunami-Gebiet gehört World Vision mit über 400 Millionen
Franken
Spendengeldern zu den grössten Hilfswerken. Allein aus der Schweiz
kamen 2,4 Millionen Franken. Der Koordinator der World Vision-
Projekte in Indien, Sri Lanka, Indonesien und Thailand ist der
Schweizer Stefan Germann. Der 39-jährige Solothurner hat sein Büro
in Singapur. Zu seinen Aufgaben gehören die Prüfung der
Projektqualität, das Planen und Mitbestimmen der Strategie sowie die
Ausbildung von nationalem Personal. Stefan Germann, zwölf Monate sind seit der verheerenden
Flutkatastrophe vergangen. Wie geht es den betroffenen Menschen in
Südostasien heute? Es freut mich zu sehen, dass die Menschen das Leben wieder
anpacken.
Überall wird gebaut, die Kinder haben ihr Lachen wieder gefunden und
die Hoffnung ist zurückgekehrt nicht zuletzt wohl durch die
beeindruckende internationale Solidarität. Die Wunden aber sind noch
nicht verheilt. Dies dauert noch Jahrzehnte. Kürzlich habe ich in
Banda Aceh ein Massengrab mit rund 50'000 Flutopfern besucht. Das
sind mehr Menschen als die Stadt Thun Einwohner hat. Da wurde mir
wieder schmerzhaft bewusst, welch einschneidendes Ereignis dieser
Tsunami war. World Vision ist dabei, Häuser für 13'000 Familien zu erstellen.
Gerade dieser Bau von permanenten Häusern scheint allgemein
schleppend voranzukommen. Stimmt dieser Eindruck? Es war nie unser Ziel, innerhalb eines Jahres so viele Häuser wie
möglich zu bauen. Uns liegt die Nachhaltigkeit am Herzen. Wir
verfolgen einen partizipativen Ansatz. Das heisst, die Familien
bauen ihre Häuser selbst wieder auf. Wir arbeiten mit Gruppen von
jeweils 20 Familien zusammen. Diese mussten sich zuerst in der
Landaufteilung wieder einig werden. Da gewisse Landstriche nicht
mehr bebaubar sind, brauchte diese Phase einfach Zeit. Danach kam
die Planung und nun stecken wir mitten im Bau von über 13'000
Häusern. Diese Schritte sind auch Teil der praktischen
Trauerverarbeitung. Gibt es weitere Gründe, weshalb immer noch Tausende von Menschen
in
temporären Unterkünften leben müssen? Ja, vor allem einen. Man darf nicht vergessen, dass die hohe
Anzahl
von Opfern in den Tsunami-Gebieten dramatische demografische
Veränderungen mit sich gebracht hat. Wenn zum Teil ein Drittel der
Fachkräfte nicht mehr existiert, kann dies nicht einfach so
kompensiert werden. Für weitere Informationen:
Amos Winteler
Leiter Kommunikation World Vision Schweiz
Kriesbachstrasse 30
8600 Dübendorf
Tel G: 044 802 20 77
Mobile: 076 393 30 12
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100000881/100502144
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