Medienmitteilung
economiesuisse - WTO: Nur minimaler Fortschritt in Hongkong / Zum Abschluss der WTO-Ministerkonferenz
2005-12-19T16:00:00
Zürich (ots) - Die aus der WTO-Ministerkonferenz in Hongkong
resultierende Abschlusserklärung fällt bescheiden aus. Für die
Schweizer Wirtschaft sind die Bereiche Marktzugang für
Industriegüter, Dienstleistungen und Handelserleichterungen wichtig.
Gerade in diesen Gebieten wurden kaum Fortschritte erzielt. Umso
wichtiger ist, dass in Genf mit grösstem Engagement weitergearbeitet
wird, damit die Doha-Runde bis Ende 2006 zu einem Abschluss gelangen
kann. Zwischen dem 13. und 18. Dezember 2005 verhandelten die Minister der
WTO-Mitgliedstaaten in Hongkong über den Fortgang der aktuellen
Doha- Runde. Wie erwartet, absorbierten Agrar- und
Entwicklungsfragen den grössten Teil der Agenda. Der vereinbarte
Abbau von Exportsubventionen für Landwirtschaftsgüter bis ins Jahr
2013 sowie der zoll- und quotenfreie Zugang für die ärmsten Staaten
zu den Märkten der Industrie- und Schwellenländern sind ein Schritt
in die richtige Richtung. Daneben fehlte den WTO-Mitgliedern aber
der Wille, die Konzessionsbereitschaft und die Zeit, in den für die
Schweizer Wirtschaft entscheidenden Bereichen wie Marktzugang für
Industriegüter, Liberalisierung des Dienstleistungshandels und
Handelserleichterungen Fortschritte zu erzielen. Ein Lichtblick ist
die Beibehaltung der Schweizer Formel beim Marktzugang von
Industriegütern, auch wenn die Differenzierung bei den Quotienten
unerwünscht ist. Einmal mehr wurden wichtige Entscheide vertagt. Die
Frist für eine Einigung über konkrete Zahlen und Formeln
(Modalitäten) beim Zollabbau wurde auf Ende April 2006 verlängert. Um die Doha-Runde bis Ende 2006 abschliessen zu können, ist es
unabdingbar, dass in Genf mit grösstem Engagement weitergearbeitet
wird. economiesuisse erwartet vom Bundesrat, dass er die Schweizer
Verhandlungsdelegation beauftragt, sich entschlossen für ein
substanzielles Ergebnis beim Marktzugang für Industriegüter, bei den
Dienstleistungen und den Handelserleichterungen einzusetzen. Die
Schweizer Wirtschaft bekennt sich weiterhin zu multilateralen
Wirtschaftsverhandlungen. In Anbetracht einer umfassenden
Aussenwirtschaftsstrategie und der minimalen Fortschritte im Rahmen
der WTO müssen aber komplementär dazu bilaterale und regionale
Abkommen mit wichtigen Handelspartnern gepflegt und ausgehandelt
werden. Rückfragen:
Gregor Kündig, economiesuisse, 044 421 35 35
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100002808/100502079
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