Medienmitteilung
Reiseverhalten der schweizerischen Wohnbevölkerung 2003
Etwas weniger Reisen, weniger weit weg und für weniger Geld
2005-12-19T09:15:00
(ots) - Reiseverhalten der schweizerischen Wohnbevölkerung 2003 Etwas weniger Reisen, weniger weit weg und für weniger Geld 83 Prozent der in der Schweiz wohnhaften Personen unternahmen 2003
mindestens eine private oder eine geschäftliche Reise mit
Übernachtungen. Die schweizerische Wohnbevölkerung machte 102,0 Mio.
Reisen ohne Übernachtung (rund 14 pro Person) und 21,8 Mio. Reisen
mit Übernachtungen (3 pro Person). Im Vergleich zu 1998, dem Jahr
der letzten vergleichbaren Erhebung, reiste die schweizerische
Wohnbevölkerung etwas weniger, weniger weit und für weniger Geld.
Das sind einige Resultate aus der Erhebung des Bundesamtes für
Statistik (BFS) zum Reiseverhalten der schweizerischen
Wohnbevölkerung 2003. Die Entwicklung des Reiseverhaltens kann durch
verschiedene Faktoren, wie die konjunkturelle Lage und
Einzelereignisse (z.B. Terroranschläge oder Naturkatastrophen),
erklärt werden. Die Stärke dieser Einflussfaktoren ist aufgrund der
vorhandenen Ergebnisse allerdings nur grob abschätzbar. Abnehmende
Zahl der Reisen Obwohl der Anteil der Personen, die mindestens eine
Reise mit Übernachtungen unternahmen, zwischen 1998 und 2003 bei 83
Prozent stabil blieb, nahm die Anzahl Reisen pro Person von 3,5 auf
3,0 ab, insbesondere wurden weniger mehrtägige Geschäftsreisen
(-44%) und Privatreisen mit einer bis drei Übernachtungen (-14%)
gemacht. Diese Entwicklung ist vor allem auf verstärkte
Sparanstrengungen der Unternehmen in dieser Periode zurückzuführen,
welche zu einer allgemeinen Abnahme der Reisenaktivität führte.
Vergleichsweise gering war der Rückgang bei Privatreisen ab vier
Übernachtungen (- 1%). Nähere Destinationen Im Vergleich zu 1998
wurden 2003 häufiger näher gelegenen Reiseziele aufgesucht. Kurze
Privatreisen wurden hauptsächlich innerhalb der Schweiz unternommen
(74%, 1998: 68%) und Auslandsreisen führten zu 88 Prozent in die
Nachbarländer (1998: 86%). Bei langen Privatreisen stieg der Anteil
Auslandsreisen in die Nachbarländer von 49 Prozent auf 55 Prozent,
während die restlichen europäischen Länder weniger aufgesucht wurden
(von 35% auf 29%). Die beliebtesten Auslanddestinationen waren 2003
Deutschland (35%) für die kurzen und Italien (24%) für die langen
Privatreisen. Fünf Jahre zuvor wurden insbesondere Frankreich für
die kurzen und Italien für die langen Privatreisen gewählt. Die Wahl
von näher gelegenen Reisedestinationen kann, neben dem konjunkturell
bedingten Verzicht auf weite und teure Reisen, unter anderem auch
mit dem Verzicht auf Flugreisen infolge der Terroranschläge vom 11.
September 2001 und dem Grounding der Swissair erklärt werden.
Weniger ausgegeben Lagen bei den Privatreisen mit Übernachtungen
1998 die Gesamtausgaben für die Bevölkerung ab 15 Jahren
durchschnittlich noch bei 125 CHF pro Person und Übernachtung,
wurden 2003 nur noch 117 CHF ausgegeben. Bei Geschäftsreisen mit
Übernachtungen war die Abnahme noch grösser (von 451 CHF auf 363
CHF). Vor allem bei Reisen ins Ausland wurde bei allen Reisetypen
weniger ausgegeben. Das heisst, die schweizerische Bevölkerung
sparte nicht nur, indem sie weniger häufig reiste, sondern auch
durch günstigere Reisen, wie auch die Wahl von näher gelegenen und
damit preiswerten Reisezielen, von weniger kostspieligen
Verkehrsmitteln (Zunahme von 5% der Privatreisen mit dem Auto) sowie
von preisgünstigen Beherbergungsformen (leichte Zunahme von 2% der
Privatreisen mit Übernachtungen in Einrichtungen der Parahotellerie
und von 1% der Privatreisen in eigenen und kostenlosen
Ferienwohnungen) bestätigt. Methodische Hinweise Wie 1998 wurde auch 2003 die
Stichprobenerhebung Reiseverhalten der schweizerischen
Wohnbevölkerung als Modul der Einkommens- und Verbrauchserhebung
2003 durchgeführt. Aus den 3301 teilnehmenden Haushalten wurde je
eine Person gewählt, die Fragen über ihr Reiseverhalten
beantwortete. In einem ersten Schritt wurden die Anzahl Reisen sowie
allfällige Gründe für den Verzicht auf Reisen erfragt. In einem
zweiten Schritt hatte die Person detaillierte Angaben zu den für die
Detailanalyse ausgewählten Reisen zu machen. Die Fragen betrafen das
Reiseziel, die besuchten Länder, die Art der Unterkunft, die
benützten Verkehrsmittel, die Organisation der Reise, die Anzahl
Logiernächte und Begleitpersonen sowie die Ausgaben. Unterschieden
wurden sechs Reisetypen: Privatausflüge (Privatreisen ohne
Übernachtung), kurze Privatreisen (eine bis drei Übernachtungen),
lange Privatreisen (ab vier Übernachtungen), Geschäftsreisen ohne
Übernachtung, kurze Geschäftsreisen (eine bis drei Übernachtungen)
und lange Geschäftsreisen (ab vier Übernachtungen). All diese Reisen
galten als touristische Aktivität, wenn sie ausserhalb der gewohnten
Umgebung stattgefunden haben. Vergleiche zwischen den Ergebnissen
der Erhebungen von 1998 und 2003 sind nur für die Reisen mit
Übernachtungen der Personen ab 15 Jahren möglich, zum einen weil
1998 die Reisen von Kindern nicht erhoben wurden und zum anderen
weil die Definition der Reisen ohne Übernachtung geändert wurde. BUNDESAMT FÜR STATISTIK
Pressestelle Auskunft:
Anja Simma, BFS, Sektion Tourismus, Tel.: 032 713 69 30 Neuerscheinung:
BFS aktuell «Reiseverhalten der schweizerischen Wohnbevölkerung
2003. Modul Tourismus der Einkommen- und Verbrauchserhebung 2003»,
Bestellnummer: 503-0300. Preis: gratis, verfügbar auf der Homepage
des BFS unter der folgenden Adresse :
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