Medienmitteilung
economiesuisse - Schweizer Wirtschaft für offensives Vorgehen an WTO-Ministerkonferenz in Hongkong
2005-11-30T10:30:00
Zürich (ots) - Im Hinblick auf die WTO-Ministerkonferenz in
Hongkong fordert economiesuisse rasche und weitgehende
Liberalisierungen in den Bereichen Dienstleistungen, Industriegüter
und Handelserleichterungen. Die schweizerische Haltung im
Agrarsektor darf nicht zulasten der Offensivinteressen der
Wirtschaft gehen. Die Exportnation Schweiz kann es sich nicht
leisten, in Hongkong eine Bremserrolle zu spielen. WTO-Ministerkonferenz von entscheidender Bedeutung Nach dem Scheitern der WTO-Ministerkonferenz in Cancun (2003) sind
die Erwartungen an die kommende Ministerrunde in Hongkong hoch.
Gleichwohl stehen die Zeichen für Hongkong derzeit nicht auf
Optimismus. Das gibt den Wirtschaftskreisen im In- und Ausland
Anlass zu grosser Sorge. Der bisher schleppende Verlauf der
Verhandlungen in der Doha-Runde im Rahmen der WTO ist enttäuschend.
Die multilateralen Welthandelsregeln hinken immer mehr den
Bedürfnissen einer global tätigen Wirtschaft hinterher. Die
Liberalisierungsmassnahmen der WTO halten mit der zunehmenden
weltweiten Arbeitsteilung nicht Schritt. Aus diesem Grund fordert
die Schweizer Wirtschaft rasche und weitgehende
Liberalisierungsimpulse in den Bereichen Dienstleistungen,
Industriegüter und Handelserleichterungen. WTO für Exportnation Schweiz besonders wichtig Sollte die WTO-Ministerkonferenz scheitern, würde das multilaterale
Handelssystem insgesamt empfindlich geschwächt. Für ein in die
Weltwirtschaft stark integriertes Land wie die Schweiz, das jeden
zweiten Franken im Ausland verdient, wären die Konsequenzen
besonders gravierend. Ein gut funktionierendes multilaterales
Handelssystem mit klaren Regeln und durchsetzbaren Rechten und
Verpflichtungen schützt besonders die kleinen Handelsnationen vor
Protektionismus und Diskriminierung. Ein Land wie die Schweiz kann
seine aussenwirtschaftlichen Interessen in einer Organisation und
einem Regelwerk wie der WTO optimal einbringen. Aus diesem Grund
sind weitere Marktöffnungen im Rahmen der WTO für die Schweizer
Unternehmen und ihre Arbeitsplätze von grosser Bedeutung. Die
Schweizer Wirtschaft hätte sich eine noch ambitiösere
Verhandlungsrunde gewünscht, aber leider wurden Themen wie
Investitionen, Wettbewerb, Transparenz und öffentliches
Beschaffungswesen in Cancun vorzeitig von der Verhandlungsliste
gestrichen. Umso wichtiger ist, dass die verbleibende Agenda zu
einem guten Verhandlungsabschluss geführt werden kann. Keine Bremserrolle in Hongkong In der Schweiz herrscht vielerorts der Eindruck, es gehe bei der
Doha-Runde aus-schliesslich um die Landwirtschaft. Dieser Eindruck
wird bestärkt durch die defensive Haltung von Bern im
Agrardossier. Die Verhandlungsthemen zeigen allerdings, dass es in
der Doha-Runde und in der WTO um sehr viel mehr geht. Die Schweizer
Wirtschaft fordert deshalb den Bundesrat auf, die gewichtigen
Offensivinteressen der Wirtschaft in Hongkong zu verteidigen. Die
Exportnation Schweiz kann es sich nicht leisten, in den WTO-
Verhandlungen eine Bremserrolle zu spielen. Dies würde den
schweizerischen Interessen zuwider laufen und auch die
Glaubwürdigkeit unseres Landes als konstruktiver Verhandlungspartner
in Frage stellen. economiesuisse verlangt daher vom Bundesrat, sich
vermehrt auf die volkswirtschaftlichen Prioritäten des
Wirtschaftsstandortes Schweiz zu besinnen. Das Positionspapier von economiesuisse erläutert die Haltung der
Schweizer Wirtschaft. www.economiesuisse.ch Zürich, 30. November 2005 Rückfragen:
Gregor Kündig, 044 421 35 30
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100002808/100500958
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