Medienmitteilung
Sterbetafeln für die Schweiz 1998/2003
2005-09-26T09:15:00
(ots) - Sterbetafeln für die Schweiz 1998/2003 Lebenserwartungen international in der Spitzengruppe 1998/2003 hatten die in der Schweiz wohnhaften Frauen eine
Lebenserwartung bei der Geburt von 82,8 Jahren, bei den Männern
waren es 77,2 Jahre. Diese Ergebnisse gehören weltweit zu den
Spitzenwerten. Im letzten Jahrzehnt und zum ersten Mal seit etwas
weniger als einem Jahrhundert hat sich der geschlechtsspezifische
Unterschied der Lebenserwartung bei der Geburt deutlich verkleinert.
Soweit die wichtigsten Ergebnisse der neuen Sterbetafeln für die
Schweiz, die das Bundesamt für Statistik (BFS) für die Periode
1998/2003 berechnet hat. Obwohl sich die Zunahme der Lebenserwartung
der Frauen in der Schweiz verlangsamt hat, haben sie nach wie vor
zusammen mit den Japanerinnen und Französinnen eine der weltweit
höchsten Lebenserwartungen bei der Geburt. Im Jahr 2000 konnten die
Japanerinnen mit durchschnittlich 84,6 Lebensjahren rechnen, die
Schweizerinnen mit 82,8 Jahren und die Französinnen mit 82,7 Jahren.
Mit ihrer mittleren Lebensdauer von 77,2 Jahren rangieren die Männer
in der Schweiz hinter den Isländern (78,0 Jahre), den Japanern (77,7
Jahre) und den Schweden (77,4 Jahre). Differenz zwischen der
mittleren Lebensdauer der Frauen und der Männer verringert sich Im
letzten Jahrzehnt hat die Lebenserwartung der Männer bei der Geburt
um 3,03 Jahre zugenommen, für die Frauen nur um 1,77 Jahre. Dadurch
hat sich die Differenz zwischen der mittleren Lebensdauer der Frauen
und jener der Männer verringert: 1988/93 waren es 6,86 Jahre,
1998/2003 nur noch 5,60 Jahre. Dies ist die erste Annäherung seit
fast 80 Jahren. Grund dafür ist erstens eine starke Beschleunigung
der Zunahme der mittleren Lebensdauer der Männer (3,03 Jahre,
gegenüber 1,79 Jahren zwischen 1978/83 und 1988/93) und zweitens die
leichte Verlangsamung des Anstiegs bei den Frauen (1,77 Jahre,
gegenüber 1,97 Jahren im Jahrzehnt davor). Rückgang der
Sterblichkeit der älteren Menschen immer entscheidender für die
Zunahme der Lebenserwartung Die in letzter Zeit beobachteten
Zunahmen sind grösstenteils auf den Rückgang der Sterblichkeit der
älteren Menschen zurückzuführen. So ist die Lebenswartung der Männer
mit 65 Jahren in den letzten zehn Jahren von 15,51 Jahren auf 17,12
Jahre, jene der Frauen von 19,72 auf 20,88 Jahre gestiegen. In den
50er-Jahren trugen Männer und Frauen in der Alterskategorie der
60-Jährigen und Älteren noch relativ wenig zur Steigerung der
Lebenserwartung bei der Geburt bei: Bei den Männern waren es nur 18
Prozent der gesamten Steigerung, bei den Frauen 36 Prozent. In den
90er-Jahren beliefen sich diese Anteile hingegen auf 53 Prozent für
die Männer und auf über 64 Prozent für die Frauen. Somit ist die
Zunahme der Lebenserwartung bei der Geburt in den letzten Jahren
also hauptsächlich auf den Rückgang der Sterblichkeit in der
Alterskategorie ab 60 Jahren zurückzuführen. Bei den Frauen gehen
sogar rund 25 Prozent der Lebenserwartungszunahme von der
Verringerung der Sterblichkeit der 80-Jährigen und Älteren aus.
Wende bei den jungen erwachsenen Männern: Sterblichkeit wieder
rückläufig Im letzten Jahrzehnt ist die Lebenserwartung bei der
Geburt für die Männer insgesamt um 3,03 Jahre gestiegen. Davon sind
rund 20 Prozent (0,59 Jahre) auf den Rückgang der Sterblichkeit der
20- bis 39- jährigen Männer zurückzuführen. In den zwei
vorangehenden Jahrzehnten hatte diese Alterskategorie die Zunahme
der Lebenserwartung bei der Geburt noch gebremst (Beitrag von 0,04
Jahren in den 70er- und von -0,13 Jahren in den 80er-Jahren). Wegen
der Zunahme der Todesfälle durch Gewalteinwirkung (Selbstmorde,
Unfälle) und später der AIDS-Epidemie beide betreffen in erster
Linie die Männer dieser Alterskategorie war damals die
Sterblichkeit in dieser Personengruppe gestiegen. Die starke
Verringerung der Anzahl AIDS-bedingter Todesfälle ab der zweiten
Hälfte der 90er-Jahre sowie der stetige Rückgang der Anzahl
Todesfälle durch Gewalteinwirkung dürfte somit diese Wende zu einer
erneuten Abschwächung der Sterblichkeit der jungen erwachsenen
Männer grösstenteils erklären. Bei den 20- bis 39-jährigen Frauen
war in den 90er-Jahren ein leichter Rückgang der Sterblichkeit zu
beobachten, nachdem sie in den 70er- und 80er-Jahren eher stagniert
hatte. Sterblichkeit der Verheirateten immer noch deutlich tiefer
als jene der Ledigen Wenn sich die Sterbewahrscheinlichkeit auf dem
heutigen Stand stabilisieren würde, könnten 89 Prozent der
verheirateten 30- jährigen Männer damit rechnen, ihren 65.
Geburtstag zu erleben, während dies nur für 75 bis 79 Prozent der
unverheirateten Männer desselben Alters der Fall wäre. Bei den
Frauen lägen die Anteile bei 94 Prozent für die Verheirateten und
bei rund 90 Prozent für die Unverheirateten. Sogar in den oberen
Alterskategorien sind die Unterschiede nach Zivilstand immer noch
deutlich. So beträgt mit 65 Jahren die Lebenserwartung eines
verheirateten Mannes 17,9 Jahre, jene eines ledigen Mannes nur 14,6
Jahre (Geschiedene: 14,8 Jahre; Verwitwete 15,4 Jahre). Mit 22,2
Jahren ist die Lebenserwartung einer verheirateten 65-jährigen Frau
ebenfalls deutlich höher als jene der anderen Frauen dieses Alters.
Für die anderen Zivilstände ergeben sich: geschieden 19,4 Jahre;
ledig 20,0 Jahre; und verwitwet 20,5 Jahre. Gemeinhin werden
diese Unterschiede zwischen Verheirateten und Unverheirateten damit
erklärt, dass einerseits bei der Heirat eine direkte oder indirekte
Selektion von Personen bei guter Gesundheit stattfinden und dass
andererseits das Verheiratetsein vor gesundheitsschädigenden
Einflüssen schützen könnte. BUNDESAMT FÜR STATISTIK
Pressestelle Auskunft:
Raymond Kohli, BFS, Sektion Demografie und Migration, Tel.: 032 713
61 53 Nähere Informationen (auf der Internetseite des BFS unter folgender
Adresse):
http://www.statistik.admin.ch » Themen » 01 - Bevölkerung »
Bevölkerungsstand und -bewegung » Analysen, Berichte » Sterblichkeit
in der Schweiz » Sterbetafeln für die Schweiz 1998/2003 Neuerscheinung:
BFS, Sterbetafeln für die Schweiz 1998/2003 (erscheint demnächst) Pressestelle BFS, Tel.: 032 713 60 13; Fax: 032 713 63 46 Publikationsbestellungen, Tel.: 032 713 60 60, Fax: 032 713 60 61, E-
Mail: order@bfs.admin.ch Weiterführende Informationen und Publikationen in elektronischer
Form finden Sie auf der Homepage des BFS
http://www.statistik.admin.ch Die Medienmitteilungen des BFS können als elektronische Newsletter
abonniert werden.
Anmeldung unter http://www.news-stat.admin.ch
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100000114/100496905
|
|