Medienmitteilung
Medizinische Statistik der Krankenhäuser
2005-08-12T09:15:00
(ots) - Medizinische Statistik der Krankenhäuser Kaiserschnitt bei 29 Prozent aller Entbindungen in Schweizer
Spitälern In den Schweizer Spitälern erfolgte im Jahre 2003 fast jede dritte
Entbindung durch Kaiserschnitt. Wie eine Analyse des Bundesamtes für
Statistik (BFS) zeigt, sind die regionalen Unterschiede erheblich.
In gewissen Regionen lässt sich jede zweite Frau per Kaiserschnitt
entbinden, in anderen Regionen hingegen wird weniger als eines von
zehn Kindern per Kaiserschnitt geboren. Auch von Spital zu Spital
variiert der Anteil der Kaiserschnitte an der Gesamtheit der
Entbindungen zum Teil beträchtlich. Etwas mehr als ein Drittel der
Frauen, die mit Kaiserschnitt entbunden haben, kamen notfallmässig
ins Spital. Steigender Anteil der Kaiserschnitte an allen
Entbindungen Gemäss der Medizinischen Statistik der Krankenhäuser
wurden in den Schweizer Spitälern im Jahre 2003 rund 67'000 Frauen
entbunden. 29,2 Prozent davon durch Kaiserschnitt. Im Jahre 2002
hatte der Anteil der Kaiserschnitte noch 27,5 Prozent, 2001 26,3
Prozent betragen. Im internationalen Vergleich übertrifft die Rate
für das Jahr 2003 beispielsweise diejenige von Deutschland (25,5%)
und gehört europaweit zu den höchsten. Grosse regionale Unterschiede
Im Jahr 2003 standen 354 Spitäler auf den kantonalen Spitallisten,
wovon 207 als Akutspitäler aufgeführt wurden. In 127 Spitälern
wurden Kaiserschnitte vorgenommen. Untersucht man, wie sich
Entbindungen und Kaiserschnitte nach der Wohnregion der Mütter
verteilen, so stellt sich heraus, dass in bestimmten Regionen fast
doppelt so oft ein Kaiserschnitt durchgeführt wird wie im
schweizerischen Durchschnitt. So werden beispielsweise in den
Regionen Zollikerberg, Herrliberg und Küsnacht im Kanton Zürich vier
von zehn Frauen per Kaiserschnitt entbunden. In der solothurnischen
Region Riedholz, in der Baselbieter Region Binningen in der Urner
Region Schattdorf oder in der Aargauer Region Stein ist es sogar
jede zweite Frau. Diesen stehen Regionen wie die Surselva oder das
Puschlav gegenüber, in denen weniger als jedes zehnte Kind per
Kaiserschnitt zur Welt gebracht wird. Die Kaiserschnittrate liegt
dort weit unter dem schweizerischen Durchschnitt. Höheres Alter und
längerer Spitalaufenthalt Frauen, welche mit Kaiserschnitt entbunden
haben, sind mit 31,4 Jahren im Durchschnitt eineinhalb Jahre älter
als Frauen mit einer Spontangeburt. Auch bleiben die mit
Kaiserschnitt entbundenen Frauen durchschnittlich fast drei Tage
länger im Spital, nämlich 8,6 Tage, im Vergleich zu den 5,8 Tagen
der Frauen ohne Kaiserschnitt. Die ambulanten Entbindungen wurden
während der ganzen Analyse nicht berücksichtigt. Etwa ein Drittel
der Frauen, die mit Kaiserschnitt entbunden haben, kamen als
Notfälle ins Spital. Kaiserschnitte sind doppelt so teuer wie
Spontangeburten Im Weiteren wurde untersucht, ob privat- und
halbprivat Versicherte eine höhere Kaiserschnittrate aufweisen. Ein
solcher Zusammenhang konnte nur in den Kantonen Nidwalden,
Basel-Stadt und Zürich festgestellt werden, nicht aber für die
gesamte Schweiz. Der Anteil der Kaiserschnitte an den Entbindungen
in den Privatspitälern war mit 40 Prozent deutlich höher als in den
öffentlichen Spitälern mit 26 Prozent. Die Kosten eines
Kaiserschnittes ohne Komplikationen sind rund doppelt so hoch wie
die einer normalen vaginalen Entbindung. Kurzbeschreibung der Medizinischen Statistik der Krankenhäuser In
der Medizinischen Statistik der Krankenhäuser des BFS werden jedes
Jahr soziodemographische, administrative und medizinische
Informationen aller in schweizerischen Krankenhäusern
hospitalisierten Patienten erhoben. Konkret werden bei allen
Patienten Angaben bezüglich Alter, Geschlecht, Wohnregion,
Versicherungsart, Aufenthalt vor der Hospitalisierung sowie
Diagnosen und Behandlungen erfasst. Regionen in der Medizinischen Statistik der Krankenhäuser Zum
Studium der geographischen Verteilung der Krankenhausfälle und aus
Datenschutzgründen werden durch eine Gruppierung von Postleitzahlen
insgesamt 612 Kleinregionen gebildet. Diese können einerseits aus
mehreren kleineren Gemeinden oder andererseits insbesondere in
dicht besiedelten Gebieten - aus einzelnen Stadtteilen bestehen. In
den meisten Fällen haben diese eine Bevölkerungszahl zwischen 3500
und 10'000 Einwohner bzw. Einwohnerinnen. BUNDESAMT FÜR STATISTIK
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