Medienmitteilung
Dienstleistungen für die Bevölkerung: räumliche Verteilung zwischen 1995 und 2001. Stärkere Konzentration der Dienstleistungen auf die städtischen Gebiete
2005-07-22T09:15:00
(ots) - 2001 verfügten 20 Prozent der schweizerischen Gemeinden
über mindestens eine Apotheke, 43 Prozent über eine Arztpraxis und
46 Prozent über eine Bank. Lebensmittelgeschäfte, Kindergärten und
obligatorische Schulen sowie Restaurants und Cafés gab es in 65
Prozent bis 90 Prozent der Gemeinden. Die Abnahme der Gesamtzahl der
Betriebe seit 1995 ging bei den meisten der in die Analyse
einbezogenen Dienstleistungen einher mit der zunehmenden
Konzentration auf die städtischen Gebiete. Dort sind die Zugangswege
denn auch deutlich kürzer: So beträgt die Distanz zur nächsten
Apotheke in den städtischen Zentren im Durchschnitt weniger als
700m, in den agrarischen Gemeinden aber fast 10km. Soweit einige
Resultate einer vom Bundesamt für Statistik (BFS) durchgeführten
Analyse. Der Abbau der Infrastruktur zwischen 1995 und 2001 betrifft vor
allem die ländlichen Gebiete, d.h., der Anteil der Gemeinden, die
über je einen Betrieb der betreffenden Dienstleistungen verfügen,
ist zurückgegangen: von 46 Prozent auf 38 Prozent in Bezug auf die
Banken, von 60 Prozent auf 55 Prozent in Bezug auf die
Lebensmittelgeschäfte und von 83 Prozent auf 80 Prozent in Bezug auf
die Kindergärten und obligatorischen Schulen. Dieser Anteil hat nur
gerade in den städtischen Gebieten und hauptsächlich bei den Kinos
und den Dienstleistungen im Gesundheitswesen zugenommen (von 67% auf
69% bei den Arztpraxen, von 39% auf 41% bei den Apotheken).
Die Dienstleistungen des Gesundheitswesens konzentrieren sich auf
die Städte
Im Jahr 2001 war die Dichte der Arztpraxen und der Apotheken in den
Städten rund zehn Mal höher als in den peripheren ländlichen
Gebieten: In den Zentren gab es auf 10'000 Einwohner/innen mehr als
20 Arztpraxen und fast 4 Apotheken, in den agrarischen Gemeinden nur
3 Arztpraxen und manchmal nicht einmal eine Apotheke. Bei der Zahl
der Beschäftigten in diesem Sektor ergab sich ein ähnliches Bild.
während die übrigen Angebote auch in den peripheren Regionen dicht
sind
2001 waren die Kindergärten und obligatorischen Schulen, die
Lebensmittelgeschäfte und die Banken breiter gestreut als die
Dienstleistungen des Gesundheitswesens; teilweise waren sie sogar
stärker vertreten in den peripheren Regionen, wo der Zugang
schwieriger ist. Vor allem bei den Banken, aber auch bei den
Geschäften ist eine stärkere Konzentration der Beschäftigten
festzustellen, vor allem in den Zentren, aber auch in den
touristischen und industriellen Gemeinden. Obligatorische Schulen
weisen die ausgeglichenste räumliche Verteilung auf.
Gut ausgestattete Tourismusgebiete
In Bezug auf alle untersuchten Dienstleistungen gehören die
Tourismusregionen, vor allem die Tourismuszentren, zu den Gebieten
mit den dichtesten Dienstleistungsangeboten und weisen auch
entsprechende Beschäftigunsgzahlen auf. In der Tat muss die
Infrastruktur ja sowohl die ortsansässige Bevölkerung als auch die
Touristen versorgen. Im Durchschnitt kommen auf 10'000
Einwohner/innen 125 Restaurants und Cafés (zum Vergleich: Der
schweizerische Durchschnitt beträgt 37), 16 Lebensmittelgeschäfte
(7,5), 3 Apotheken (2,3) und 10 Banken (4,4).
Grössere Distanzen in ländlichen Gebieten
Während 2001 50 Prozent der schweizerischen Wohnbevölkerung
durchschnittlich 500m von einem Lebensmittelladen oder einer
Arztpraxis entfernt waren, mussten die Bewohner/innen ländlicher
Gebiete längere Anfahrtswege in Kauf nehmen. Wer in einer
agrarischen Gemeinde wohnte, legte durchschnittlich mehr als 9 km
zurück bis zur nächsten Apotheke; wer in einem städtischen Zentrum
wohnte, dagegen nur 700m. Dasselbe Gefälle zeigt sich auch in Bezug
auf die Arztpraxen (5km bzw. 500m) und bei den
Lebensmittelgeschäften (3km bzw. 400m).
Abgrenzung des Themas
Der Begriff Dienstleistungen für die Bevölkerung ist weiter gefasst
als der übliche Begriff des Service public. Zu den Dienstleistungen
für die Bevölkerung zählen die Geschäfte sowie die markt- und
nichtmarktbestimmten, öffentlichen und privaten Dienstleistungen und
Infrastruktureinrichtungen, welche die Bevölkerung bei ihren
alltäglichen oder gelegentlichen Aktivitäten in Anspruch nimmt. Das
Thema der Dienstleistungen für die Bevölkerung wird vom Bundesamt
für Statistik (BFS) unter zwei Hauptgesichtspunkten analysiert:
Untersuchung der räumlichen Verteilung des Dienstleistungsangebotes
und Analyse der konkreten Zugangsmöglichkeiten zu den Leistungen.
Die hier vorgestellten ersten Resultate beziehen sich hauptsächlich
auf die Betriebszählungen 1995 und 2001 und konzentrieren sich auf
die räumliche Verteilung von sieben Dienstleistungen: Kindergarten
und obligatorische Schule, Arztpraxen, Apotheken, Cafés und
Restaurants, Lebensmittelgeschäfte, Banken und Kinos.
BUNDESAMT FÜR STATISTIK
Pressestelle Auskunft:
Barbara Jeanneret, BFS, Sektion Räumliche Analysen, Tel.: 032 713 62
91 Neuerscheinung:
BFS Aktuell « Dienstleistungen für die Bevölkerung: räumliche
Verteilung 19952001 Analyse aufgrund der Betriebszählung ».
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des BFS unter der folgenden Adresse :
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