Medienmitteilung
Umweltschutzausgaben der Unternehmen 2003
2005-07-13T09:15:00
(ots) - Umweltschutzausgaben der Unternehmen 2003 Beachtlicher Aufwand, aber weniger Ausgaben als 1993 ¨ Im Jahr 2003
beliefen sich die Umweltschutzausgaben der Unternehmen auf 2,5
Milliarden Franken, was etwa 0,6 Prozent des BIP entspricht. Im
Vergleich zu den Schätzungen von 1993 sind sie real um 6,8 Prozent
zurückgegangen. Die Umweltschutzausgaben der Industrie machten 1,4
Prozent der Bruttowertschöpfung dieses Sektors aus eine Belastung,
die vergleichbar ist mit jenem der Industrie der EU- 15. Soweit
einige Indikatoren aus einer repräsentativen Erhebung des
Bundesamtes für Statistik (BFS). Unter Berücksichtigung des zwischen
1993 und 2003 beobachteten Wirtschaftswachstums scheint der
finanzielle Aufwand für den Umweltschutz abgenommen zu haben. Daraus
kann man allerdings nicht unbedingt auf ein Desengagement der
Wirtschaft oder auf eine Verschlechterung der Umweltsituation
schliessen. Ein solcher Rückgang lässt sich auch mit strukturellen
Veränderungen oder mit der Einführung reinerer Produktionsmethoden
oder effizienterer Entsorgungstechnologien erklären. Die Schweizer
Industrie ist im europäischen Vergleich nicht benachteiligt Im Jahr
2003 hat die schweizerische Industrie rund 1,28 Milliarden Franken
bzw. 1,4 Prozent ihrer Bruttowertschöpfung oder 0,3 Prozent des BIP
für den Umweltschutz ausgegeben. Dieser finanzielle Aufwand
entspricht den Anstrengungen der europäischen Industrie (EU-15) im
Jahr 2002, die in den Jahren davor aufgrund des erratischen und
zyklischen Charakters der Investitionen stark schwankten. Dabei ist
festzuhalten, dass sowohl in der Schweiz als auch in der EU die
Abfallbewirtschaftung und der Gewässerschutz sowie die
Luftreinhaltung und der Klimaschutz mehr als 80 Prozent der
Umweltschutzausgaben der Industrie beanspruchen. Saubere
Technologien sind im Vormarsch Im Vergleich zu 1993 ist der Anteil
der laufenden Kosten am Total der Aufwendungen für den Umweltschutz
von 43 Prozent auf 68 Prozent gestiegen, was bedeutet, dass der
Anteil der Investitionen von 57 Prozent auf 32 Prozent gesunken ist.
Diese Abnahme der Investitionen ging auf Kosten der Investitionen in
die Behandlung der Umweltverschmutzung, die um mehr als 60 Prozent
zurückgingen, während die Investitionen in die Vermeidung um 19
Prozent erhöht wurden. In der Folge stieg der Anteil der präventiven
Investitionen im selben Zeitraum von einem Drittel auf 55 Prozent
der gesamten Investitionen des Jahres 2003, was das wachsende
Interesse für sauberere Produktionsverfahren und Ausrüstungen
widerspiegelt. Kosten und Nutzen zugleich Der Umweltschutz kostet,
aber er bringt auch etwas: Er verbessert die Qualität der Umwelt und
hilft so, anderweitig anfallende Kosten, die durch eine grössere
Umweltverschmutzung entstehen würden, zu verhindern, beispielsweise
im Gesundheitsbereich. Schliesslich trägt er auch zur
wirtschaftlichen Entwicklung und zum technischen Fortschritt bei. So
ist ein eigentlicher ökoindustrieller Sektor entstanden der in den
letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen hat. Er umfasst alle
wirtschaftlichen Aktivitäten im Zusammenhang mit der Herstellung von
Gütern und mit Dienstleistungen, die dazu beitragen, die
Umweltbelastung zu verringern. Gemäss einer Studie des BFS zählte
die Schweiz 1998 fast 50'000 Beschäftigte in dieser Ökoindustrie,
was rund 1,3 Prozent aller Beschäftigten entspricht. Die Branche
erzielte im selben Jahr rund 9,5 Milliarden Franken Umsatz. Methodische Bemerkungen Gemäss internationaler Praxis (Eurostat,
OECD) widerspiegeln die Umweltschutzausgaben die direkten
finanziellen Aufwendungen für die Vermeidung, Reduktion oder
Beseitigung von Verschmutzungen oder anderen Beeinträchtigungen der
Umwelt. Erfasst werden dabei sowohl die laufenden Ausgaben als auch
die Investitionen. Aufwendungen, die einen günstigen Einfluss auf
die Umwelt haben, aber nicht in erster Linie für diesen Zweck
eingesetzt werden, werden nicht eingerechnet. Die hier vorgestellten
Ergebnisse stammen aus einer repräsentativen Erhebung auf der Basis
einer Zufallsstichprobe mit Unternehmen aus der Industrie, dem
Baugewerbe und einem Grossteil des Dienstleistungssektors. Über 4500
Unternehmen nahmen an der Erhebung teil. Eine Gliederung der
Resultate nach Branchen ist nur für Unternehmen mit mehr als 20
Beschäftigten (Voll- und Teilzeit) erhältlich. Für den Vergleich mit
1993 wurden lediglich die Umweltschutzausgaben jener Unternehmen mit
mehr als 20 Beschäftigten berücksichtigt, für die Schätzungen
vorlagen. BUNDESAMT FÜR STATISTIK
Pressestelle Auskunft:
Jacques Roduit, BFS, Sektion Umwelt und nachhaltige Entwicklung,
Tel.: 032 713 66 12 Neuerscheinung:
Umweltschutzausgaben der Unternehmen 2003. Erste Ergebnisse,
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