Medienmitteilung
economiesuisse - Unternehmenssteuerreform richtig, aber deutlich unter den Erwartungen
2005-06-23T14:30:00
Zürich (ots) - Zögerlicher Reformschritt angesichts der internationalen
Steuerdynamik Die Vorschläge des Bundesrates gehen in die richtige Richtung.
Dennoch bleibt der Reformschritt insgesamt bescheiden, verglichen
mit den z. T. radikalen Steuerreformen in Konkurrenzländern. Die
vorgeschlagene Reform steht damit unter den Erwartungen der
Wirtschaft. Der ausgelöste Effekt auf Wirtschaftswachstum und
Arbeitsplätze dürfte entsprechend geringer ausfallen. Im Interesse
der Unternehmer und der KMU sowie der mit ihnen verbundenen
Arbeitsplätze wird sich economiesuisse für eine Optimierung der
Vorlage einsetzen. Ziel soll es sein, unter Berücksichtigung der
kantonalen Tarifautonomie die Wachstumseffekte der Reform und ihr
gesamtwirtschaftlicher Nutzen zu maximieren. Deshalb werden eine
Teilbesteuerung von höchstens 50% für alle Dividenden, eine KMU-
freundliche und gezielte Regelung der Ärgernis-Tatbestände sowie
die Abschaffung der Emissionsabgabe erwartet. Dringlich für die Übergangszeit bis zum Inkrafttreten der Reform ist
eine Lösung für den schwierigen und unhaltbaren Zustand bei der
indirekten Teilliquidation. Dieser wurde durch einen fiskalistischen
und weitum kritisierten Bundesgerichtsentscheid ausgelöst. Durch
diese neue Praxis werden gegenwärtig zahlreiche sinnvolle
Nachfolgeregelungen und Unternehmensübertragungen, insbesondere im
KMU-Bereich, stark beeinträchtigt. Der Bundesrat gibt leider zu
dieser akuten und KMU-feindlichen Steuerpraxis keine Antwort. Die Schweiz steht steuerlich unter Zugzwang. Unser Land kann es sich
nicht mehr leisten, bloss bestehende steuerliche Vorteile zu
verteidigen und unhaltbare Hindernisse zu belassen. Der
Steuerbereich entwickelt sich international äusserst rasch und
dynamisch. Die in gewissen Bereichen noch relativ gute Position der
Schweiz darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass im internationalen
Kontext die Tendenz besorgniserregend ist. Angesichts der generell
erhöhten Reformbereitschaft in den umliegenden Ländern -
insbesondere in Irland, Österreich und den neuen EU-Oststaaten -
gerät die Schweiz zunehmend unter steuerpolitischen Druck. Die
Schweiz muss sich auch im Steuerbereich weiterhin mit den Besten
messen können und braucht deshalb eine Offensivstrategie. Die
Schweiz hat die Mittel dazu. Rückfragen:
Pascal Gentinetta, economiesuisse, 044 421 35 35
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100002808/100492283
|
|