Medienmitteilung
Schweizerischer Baupreisindex im April 2005
2005-06-23T09:15:00
(ots) - Schweizerischer Baupreisindex im April 2005 Preissteigerung im Hochbau und Rückgang im Tiefbau Im Halbjahresvergleich sind die Baupreise zwischen Oktober 2004 und
April 2005 zum vierten aufeinander folgenden Mal angestiegen
(+0,6%). Dies besagt der vom Bundesamt für Statistik (BFS)
berechnete Baupreisindex. Die Steigerung ist jedoch geringer als
noch vor sechs Monaten und ging ausschliesslich vom Hochbau aus
(+0,9%). Im Tiefbau erfolgte im Gegenteil eine Preisabschwächung (-
0,5%), die hauptsächlich auf Preisreduktionen beim Neubau von
Unterführungen aus Stahlbeton (-0,8%) zurückzuführen ist. Zwischen
April 2004 und April 2005 ist das Preisniveau im gesamten Baugewerbe
um 2,6% gestiegen (Hochbau: +2,7%; Tiefbau: +2,1%). Preisniveau
steigt im Hochbau und sinkt im Tiefbau Im Hochbau (d.h. Neubau von
Bürogebäuden und Mehrfamilienhäusern sowie Renovation von
Mehrfamilienhäusern) sind die Preise zwischen Oktober 2004 und April
2005 angestiegen (+0,9%). Bei den eigentlichen Bauarbeiten
verzeichneten sämtliche Posten ausser den Elektroanlagen
(durchschnittlich -1,3%) Preissteigerungen. Die deutlichsten
durchschnittlichen Steigerungen finden sich bei den Heizungs- und
Lüftungsanlagen (+2,9%), den Transportanlagen (+2,0%) sowie den
Sanitäranlagen und den Honoraren (je +1,7%). Die Mehrheit der Posten
im Bereich der Umgebungsarbeiten gab hingegen etwas nach. Nach dem
klaren Anstieg im vorangegangenen Halbjahr (insbesondere wegen der
starken Erhöhung des Stahlpreises) schwächten sich die Preise im
Tiefbau (Neubau von Strassen und Unterführungen) zwischen Oktober
2004 und April 2005 leicht ab (-0,5%). Zu diesem Ergebnis haben
praktisch alle Posten beigetragen, insbesondere jene, die von den
Preisen für Armierungsstahl am stärksten abhängen: kleine
Kunstbauten im Strassenbau (-1,3%) sowie Tragkonstruktionen im
Neubau von Unterführungen (-2,8%). Als einziger Posten verzeichneten
die Honorare eine klare Preiserhöhung (durchschnittlich +2,0%).
Konjunkturelles und wirtschaftliches Umfeld Diese Ergebnisse
widerspiegeln die Entwicklung der Bauinvestitionen: Obwohl diese
sich im letzten Quartal 2004 gegenüber dem vorangehenden Quartal
abgeschwächt hatten, erfuhren sie über das gesamte Jahr 2004 hinweg
gesehen eine starke Steigerung. Im Hochbau vermochten die
Unternehmen ihre Preise dank der deutlichen Intensivierung der
Investitionen im Wohnungsbau und der Zunahme der Anzahl
baubewilligter Wohnungen bis zu einem gewissen Grad an die
erlittenen Kostensteigerungen (Löhne, Materialien,
leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe LSVA) anzupassen. Im Tiefbau
hingegen hielt der Preisdruck wegen der lediglich verhaltenen
Verstärkung der Investitionen was auf das Ende der Ausschreibungen
zu den grossen Eisenbahnprojekten und die Sparmassnahmen im
Strassenbau zurückzuführen ist an und bewirkte eine leichte
Abschwächung der Preise. Der Tiefbau ist den Konsequenzen der LSVA-
Erhöhung und auch der Preisreduktion beim Armierungsstahl stärker
ausgesetzt als der Hochbau. Preisentwicklung in den Grossregionen Im
Hochbau verzeichneten alle Grossregionen ausser die Zentralschweiz
(-0,6%) eine positive Preisentwicklung gegenüber dem vorangehenden
Halbjahr (Minimum von +0,3% im Espace Mittelland und Maximum von
+2,5% im Tessin). Im Jahresvergleich notierten sämtliche
Grossregionen einen Anstieg der Baupreise (Minimum von +1,4% in der
Zentralschweiz sowie Zürich und Maximum von +5,3% in der
Nordwestschweiz). In der längerfristigen Entwicklung (ab 1998)
fallen drei Grossregionen mit überdurchschnittlichen Preiserhöhungen
auf: die Genferseeregion und das Tessin mit Steigerungen deutlich
über dem Mittel, während sich der Espace Mittelland weniger deutlich
abhebt. Im Tiefbau bleibt die Entwicklung in den einzelnen
Grossregionen unterschiedlicher als im Hochbau. Mit einer einzigen
Ausnahme Zürich mit einem Plus von 1,4% registrierten alle
Grossregionen Preissenkungen gegenüber dem vorangehenden Halbjahr
(Maximum von - 1,9% in der Zentralschweiz). Im Jahresrückblick waren
hingegen alle Grossregionen ausser der Zentralschweiz (-2,0%)
aufgrund des starken Preisanstiegs zwischen April und Oktober 2004
von der Teuerung betroffen (Maximum von +4,4% in der
Nordwestschweiz). In der längerfristigen Rückschau (ab 1998) ist im
Tiefbau grundsätzlich dieselbe Verteilung zu beobachten wie im
Hochbau, dies jedoch mit grösseren Differenzen zwischen den
einzelnen Regionen. Das Tessin, die Genferseeregion sowie der Espace
Mittelland weisen eine überdurchschnittliche Preissteigerung auf.
Dabei liegt das Tessin weit über dem schweizerischen Mittelwert;
gefolgt wird es von der Genferseeregion und vom Espace Mittelland.
Bei der Genferseeregion ist zu bemerken, dass sie (im Gegensatz zum
Hochbau) recht nahe beim gesamtschweizerischenWert liegt.
Demgegenüber liegen die Nordwestschweiz und in etwas geringerem Mass
auch Zürich deutlich unter dem gesamtschweizerischen Durchschnitt. BUNDESAMT FÜR STATISTIK
Pressestelle Auskunft:
Yves Guillod, BFS, Sektion Preise, Tel.: 032 713 61 45
Eduard Schirach, BFS, Sektion Preise, Tel.: 032 713 61 71 Neuerscheinungen: Schweizerischer Baupreisindex, Oktober 1998 = 100.
Kommentierte Ergebnisse und Tabellen. April 2005, Statistik der
Schweiz, Neuchâtel 2005, Bestellnummer: 345-0501. Preis: Fr. 7.-- Pressestelle BFS, Tel.: 032 713 60 13; Fax: 032 713 63 46 Publikationsbestellungen, Tel.: 032 713 60 60, Fax: 032 713 60 61, E-
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