Medienmitteilung
Produktions-, Auftrags-, Umsatz- und Lagerindizes im sekundären Sektor im 1. Quartal 2005
2005-06-20T09:15:00
(ots) - Produktions-, Auftrags-, Umsatz- und Lagerindizes im sekundären
Sektor im 1. Quartal 2005 Wachstumseinbussen bei den Industrieunternehmen Die Zahlen des 1. Quartals 2005 zeigen einen leichten Rückgang des
Geschäftsgangs in der Schweizer Industrie. Die positive Entwicklung
der vorangegangenen Quartale konnte nicht fortgesetzt werden. Die
Produktion nahm im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal um
0,3 Prozent ab. Während der Umsatz mit 0,6 Prozent leicht zulegen
konnte, gingen die Auftragseingänge um 1,5 Prozent zurück. Sowohl
die Auftragsbestände (+1,3%), als auch die Fertigwarenlager (+1,9%)
erhöhten sich. Dies sind die wichtigsten Ergebnisse der
quartalsweise durchgeführten Erhebung des Bundesamtes für Statistik
(BFS) über den Geschäftsgang in der Schweizer Industrie.
Produktionsrückgang Zum ersten Mal seit knapp zwei Jahren war die
Produktion (ohne Baugewerbe) gegenüber dem Vorjahresquartal wieder
rückläufig. Die Abnahme fiel mit -0,3 Prozent jedoch gering aus. Die
neu auch saisonbereinigt ausgewiesenen Produktionszahlen zeigen
gegenüber dem Vorquartal eine Veränderung von -0,4 Prozent. Das Bild
einer gedämpften Konjunkturlage wird auch vom
Beschäftigungsbarometer gestützt, einer vom Bundesamt für Statistik
publizierten Übersicht über die Situation des Arbeitsmarktes. Gemäss
diesem sank die Beschäftigung im sekundären Sektor erneut. Die
offenen Stellen hingegen nahmen im ersten Quartal 2005 weiterhin zu.
Die innert Jahresfrist vom Rückgang am meisten betroffenen Branchen
waren die Gewinnung von Steinen und Erden, der Fahrzeugbau, der
Bereich Kokerei, Mineralölverarbeitung, nukleare Brennstoffe, der
Bereich Gummi- und Kunststoffwaren sowie die Metallbe- und
verarbeitung. Die höchsten Zunahmen konnten der Lederwaren- und
Schuhindustrie, der chemischen Industrie und dem Bereich Herstellung
sonstiger nichtmetallischer Produkte bescheinigt werden. Einführung saisonbereinigter Produktionszahlen Erstmals werden vom
BFS die Produktionsreihen der PAUL-Statistik saisonbereinigt
ausgewiesen. In denjenigen Branchen, welche jahreszeitlich bedingte
Schwankungen aufwiesen, wurde die Saisonkomponente entfernt
(Census-X12-Arima-Methode). Somit liegen von saisonalen Einflüssen
unabhängige Zeitreihen für die Konjunkturanalyse vor. Entwicklungen
im industriellen Sektor können früher erkannt werden, weil ein
Vergleich mit dem Vorquartal möglich wird. Bis anhin konnten
Saisoneffekte nur mittels Vorjahresvergleichen ausgeblendet werden.
Geringe Umsatzverbesserungen Der Umsatz konnte sich mit 0,6 Prozent
(+0,2% mit dem Baugewerbe) leicht erhöhen. Vor allem die
Gebrauchsgüter leisteten einen Beitrag zu diesem Ergebnis. Am
positivsten entwickelte sich der Umsatz bei den folgenden
Wirtschaftszweigen: der Kokerei, Mineralölverarbeitung, nukleare
Brennstoffe, der Lederwaren- und Schuhindustrie, der Herstellung
sonstiger nichtmetallischer Produkte, dem sonstigen verarbeitenden
Gewerbe sowie bei der Herstellung von elektrischen Geräten,
Feinmechanik und Optik. Die steigenden Umsätze bei der Branche
Kokerei, Mineralölverarbeitung, nukleare Brennstoffe und beim
sonstigen verarbeitenden Gewerbe sind ausschliesslich mit erhöhten
Preisen zu begründen. Am geringsten fielen die Zahlen beim
Fahrzeugbau, bei der Gewinnung von Steinen und Erden sowie beim
Papier-, Karton-, Verlags- und Druckgewerbe aus. Auftragseingänge im
Minus Gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal sanken die
Auftragseingänge um 1,5 Prozent. Unter Einbezug des Baugewerbes fiel
der Rückgang mit -0,6 Prozent etwas geringer aus. Damit wurde der
seit dem dritten Quartal 2003 anhaltende Anstieg gebrochen. Die
grössten Rückgänge verzeichneten die Investitionsgüter. Die am
meisten von dieser Entwicklung betroffenen Branchen waren der
Fahrzeugbau, die Gewinnung von Steinen und Erden, die
Maschinenindustrie, das Papier-, Karton-, Verlags- und Druckgewerbe
sowie die Textil- und Bekleidungsindustrie. Sehr hohe
Bestelleingänge meldete die Lederwaren- und Schuhindustrie. Ihr
folgten die Herstellung sonstiger nichtmetallischer Produkte und das
Baugewerbe. Steigende Arbeitsreserven Ein leichter Ausbau ist bei
den Auftragsbeständen auszumachen. Die Arbeitsreserven erhöhten sich
um 1,3 Prozent (+2,6% unter Einbezug des Baugewerbes). Aufstockungen
von mehr als 10 Prozentpunkten wurden bei der Lederwaren- und
Schuhindustrie, beim Bereich Herstellung sonstiger nichtmetallischer
Produkte und beim sonstigen verarbeitenden Gewerbe beobachtet. Einen
hohen Abbau registrierte die Branche Gewinnung von Steinen und
Erden. Im Weiteren verkleinerten hauptsächlich die Textil- und
Bekleidungsindustrie sowie das Papier-, Karton-, Verlags- und
Druckgewerbe ihre Bestände. Lageraufstockungen Die Unternehmen
erhöhten die Fertigwarenlager gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,9
Prozent. Die höchsten Zunahmen verzeichneten die Bereiche
Herstellung sonstiger nichtmetallischer Produkte, die Be- und
Verarbeitung von Holz (ohne Möbel) sowie die Metallbe- und
verarbeitung. Die grössten Reduktionen kennzeichneten folgende
Branchen: sonstiges verarbeitendes Gewerbe, Gewinnung von Steinen
und Erden sowie die Nahrungsmittel-, Getränke- und Tabakindustrie. Die Produktions-, Auftrags-, Umsatz- und Lagerindizes bilden den
konjunkturellen Verlauf im sekundären Sektor ab. Sie basieren auf
der internationalen Normen entsprechenden Allgemeinen Systematik
der Wirtschaftszweige (NOGA) aus dem Jahr 1995, welche die Betriebe
aufgrund ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit den verschiedenen
Wirtschaftszweigen zuordnet. Basis der Indizes (Index = 100) ist der
Jahresdurchschnitt 1995. Die Daten zur Berechnung der Indizes werden
anhand einer repräsentativen Stichprobe bei Unternehmen mit
mindestens fünf Vollzeitbeschäftigten erhoben. Veröffentlicht werden
die Ergebnisse im Quartalsrhythmus, und zwar jeweils auf einer
Aggregationsstufe, auf der die Aussagekraft der Indizes ausreichend
ist und die gleichzeitig dem Datenschutz angemessen Rechnung trägt.
Die Zeitreihen basieren auf dem Gewichtungsschema von 1993 und
lehnen sich an die alten Reihen an; letztere sind anders aufgebaut,
weniger zahlreich und nur stärker aggregiert vorhanden. Damit
saisonal bedingte Schwankungen weitgehend aus der Datenanalyse
ausgeschlossen werden können, wird die Untersuchung auf der
Grundlage des entsprechenden Vorjahresquartals angestellt. Für die
Produktionsreihen liegen saisonbereinigte Zahlen vor. BUNDESAMT FÜR STATISTIK
Pressestelle Auskunft: Markus Beckstein, BFS, Sektion Unternehmensstruktur und
Beschäftigung, Tel.: 032 713 64 34 Luu Nguyen, BFS, Sektion
Unternehmensstruktur und Beschäftigung, Tel.: 032 713 61 47
Neuerscheinung: Bundesamt für Statistik: Der Geschäftsgang im
sekundären Sektor. Die Produktions-, Auftrags-, Umsatz- und
Lagerindizes im 1. Quartal 2005, Neuchâtel 2005., Bestellnummer:
039-0501. Preis: Fr. 6. Pressestelle BFS, Tel.: 032 713 60 13; Fax: 032 713 63 46 Publikationsbestellungen, Tel.: 032 713 60 60, Fax: 032 713 60 61, E-
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