Medienmitteilung
Einkommens- und Verbrauchserhebung 2003 (EVE 2003)
2005-05-27T09:15:00
(ots) - Einkommens- und Verbrauchserhebung 2003 (EVE 2003) Ausgabenstruktur der Rentnerhaushalte Die Ausgaben der privaten Haushalte der Schweiz sind 2003 mit 7752
Franken erneut leicht höher ausgefallen als im Vorjahr (7649
Franken). Im Vergleich zu Haushalten, deren Referenzpersonen das
Rentenalter noch vor sich haben, geben Rentnerhaushalte rund 3000
Franken weniger aus. Die Aufgabe der Erwerbstätigkeit schlägt sich
in einer Reduktion von rund 800 Franken bei den
Sozialversicherungsbeiträgen und von etwa 400 Franken bei den
Verkehrsausgaben nieder. Eine Erhöhung um 120 Franken erfahren
hingegen die Ausgaben für die Gesundheitspflege. Diese Zahlen gehen
aus der Einkommens- und Verbrauchserhebung (EVE) des Bundesamtes für
Statistik (BFS) für das Jahr 2003 hervor. Erneuter Anstieg der
Haushaltsausgaben Die Ausgaben der privaten Haushalte in der Schweiz
haben 2003 gegenüber dem Vorjahr um 103 auf 7752 Franken zugenommen.
Diese Steigerung betrug mit 1,3 Prozent rund das Doppelte der
Teuerung im gleichen Zeitraum. Die sozialpolitischen Diskussionen um
das flexible Rentenalter, die Anpassung der AHV an die Teuerung und
die Einführung einer zusätzlichen obligatorischen
Pflegekostenversicherung werfen die Frage auf, wie die
Ausgabenstruktur der Haushalte im fortgeschrittenen Alter aussieht
und wie sich diese beim Übergang vom Erwerbsleben ins Rentenalter
verändert. Rentnerhaushalte geben weniger aus Haushalte mit einer
Referenzperson, die 65 oder mehr Jahre alt ist, geben mit 5367
Franken monatlich rund 3000 Franken weniger aus als Haushalte mit
einer 55- bis 64-jährigen Referenzperson (Vergleichsgruppe). Bei den
Konsumausgaben beträgt der Rückgang 1460, bei den Transferausgaben
1594 Franken. Diese Unterschiede sind zunächst darauf
zurückzuführen, dass die Rentnerhaushalte, die eine mittlere Grösse
von 1,50 Personen aufweisen, kleiner sind als die Haushalte der
vorangehenden Alterskategorie, die durchschnittlich 1,95 Personen
zählen. Berücksichtigt man die Haushaltsgrösse, geben die
Rentnerhaushalte monatlich nur 740 Franken pro Kopf weniger aus als
Haushalte der Vergleichsgruppe. Bei den Konsumausgaben beträgt der
entsprechende Rückgang 210, bei den Transferausgaben 530 Franken pro
Kopf. Nach dem Altersrücktritt weisen die Haushalte eine andere
Ausgabenstruktur auf als vorher: Machen die Konsumausgaben vor dem
Rücktritt fast 59 Prozent aus, so steigt deren Anteil trotz
absolutem Rückgang auf gut 65 Prozent an. Bei den Transferausgaben
hingegen wirkt sich der Rückgang nicht nur absolut, sondern auch
prozentual aus: Deren Anteil an den Gesamtausgaben sinkt von gut 41
auf knapp 35 Prozent. Entlastung bei den
Sozialversicherungsbeiträgen Die geringeren Transferausgaben der
Rentnerhaushalte stehen im Zusammenhang mit der Aufgabe der
Erwerbstätigkeit. Nach einem Altersrücktritt entfallen die
Sozialversicherungsbeiträge an Altersvorsorge und
Arbeitslosenversicherung. Dies entlastet das Budget eines
Rentnerhaushalts um rund 800 Franken oder 10 Prozentpunkte. Neben
den Sozialversicherungsbeiträgen sinken in absoluten Zahlen auch
andere Transferausgaben wie beispielsweise Steuern und Gebühren.
Doch ist deren Rückgang geringer und der prozentuale Anteil steigt
sogar von 15 auf 18 Prozent. Veränderungen in der Konsumstruktur Bei
den Konsumausgaben nehmen vor allem die Aufwendungen für den Verkehr
ab, die häufig mit einer Erwerbstätigkeit in Verbindung stehen. Sie
schlagen im Budget des durchschnittlichen Rentnerhaushalts noch mit
rund 260 Franken zu Buche und betragen damit fast 400 Franken
weniger als in der Vergleichsgruppe der Haushalte mit 55- bis
64-jähriger Referenzpersonen. Mit Änderungen in den Interessen und
im Verhalten der Personen hängt zusammen, dass bei den älteren
Haushalten auch die Ausgaben für die Nachrichtenübermittlung, für
Unterhaltung, Erholung und Kultur sowie für Gast- und Hotelbesuche
abnehmen. Der einzige Bereich, für den die Rentnerhaushalte in
absoluten Beträgen mehr ausgeben als die jüngere Vergleichsgruppe
ist die Gesundheitspflege. Die Zunahme der Ausgaben beträgt im
Durchschnitt 120 Franken. Haushalte mit Referenzpersonen im
Rentenalter geben für die Gesundheitspflege anteilsmässig 9,3
Prozent oder rund das Doppelte der jüngeren Vergleichsgruppe aus. BUNDESAMT FÜR STATISTIK
Pressestelle Das revidierte Gewichtungsmodell der EVE Die Resultate der
Volkszählung 2000 über die Privathaushalte haben ermöglicht, das
Gewichtungsmodell der EVE für 2003 zu überprüfen und entsprechend
anzupassen. Im Herbst 2005 ist eine Publikation mit den Details über
diese Revision geplant. Insgesamt werden durch das neue
Gewichtungsmodell kleinere Haushalte stärker gewichtet, was zu einer
kleineren mittleren Haushaltsgrösse und damit zu etwas niedrigeren
Totalausgaben im Vergleich zum vormaligen Gewichtungsmodell führt.
Die hier publizierten Zahlen von 2002 und 2003 sind mit der neuen
Gewichtung gerechnet und können deshalb leicht von den im Vorjahr
veröffentlichten Zahlen abweichen. Auskunft:
Ruedi Epple, BFS, Sektion Einkommen, Konsum und Lebensbedingungen,
Tel.: 032 713 63 90 Pressestelle BFS, Tel.: 032 713 60 13; Fax: 032 713 63 46 Publikationsbestellungen, Tel.: 032 713 60 60, Fax: 032 713 60 61, E-
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