Medienmitteilung
BFS: BFS: Lohnindex 2004
2005-04-28T09:15:00
(ots) - Lohnindex 2004 Erhöhung der Nominallöhne um 0,9 Prozent - Stagnation der Kaufkraft
der Löhne bei +0,1 Prozent Laut den Berechnungen des Bundesamtes für Statistik (BFS) stieg
der
Nominallohnindex im Jahr 2004 um durchschnittlich 0,9 Prozent
gegenüber 2003 und erreichte 114,1 Punkte (1993 = 100). Unter
Einbezug der Inflationsrate von 0,8 Prozent ergab sich bei den
Reallöhnen eine Steigerung um 0,1 Prozent (103,9 Punkte).
Nominallöhne: Wachstumsverlangsamung bestätigt 2004 legten die
Nominallöhne durchschnittlich um 0,9 Prozent gegenüber 2003 zu. In
dieser mässigen Steigerung bestätigt sich ein seit 2002 anhaltender
Trend: Die Löhne wachsen immer langsamer. Wurden 2001 noch
aussergewöhnliche +2,5 Prozent notiert, waren es 2002 noch +1,8
Prozent und 2003 +1,4 Prozent. Die Wachstumsverlangsamung im Jahr
2004 erklärt sich grösstenteils durch die schwache Konjunktur im
Jahr 2003. Entwicklung der Nominallöhne nach Wirtschaftssektoren und
-branchen Die Nominallohnwachstumsraten der einzelnen
Wirtschaftssektoren drifteten 2004 auseinander. Im sekundären Sektor
wurden +0,6 Prozent, im tertiären Sektor hingegen +1,2 Prozent
registriert. Mit +1,2 Prozent verzeichnete die chemische Industrie
klar das höchste Nominallohnwachstum im sekundären Sektor. Ein gutes
Ergebnis erzielte auch die Herstellung von Textilien und Bekleidung
mit +1 Prozent. Am Ende der Rangliste finden sich die Herstellung
von sonstigen Produkten aus nichtmetallischen Mineralien (0,0%), das
Papier-, Karton-, Verlags- und Druckgewerbe (+0,4%) sowie das
Baugewerbe (+0,4%). Da sich der der Geschäftsgang im sekundären
Sektor 2003 nur bescheiden entwickelte, verfolgten die Unternehmen
2004 eine zögerliche Lohnpolitik. Der tertiäre Sektor lag mit einer
Nominallohnsteigerung von 1,2 Prozent leicht über der Lohnerhöhung
der Gesamtwirtschaft (+0,9%). Die kräftigsten Wachstumsimpulse
gingen hier von den Branchengruppen Immobilienwesen, Informatik;
F+E; Dienstleistungen für Unternehmen (+1,8%), Erbringung von
sonstigen öffentlichen und persönlichen Dienstleistungen (+1,9%)
sowie von der Branche Nachrichtenübermittlung (+2,2%) aus.
Demgegenüber kamen die auf Finanzdienstleistungen spezialisierten
Unternehmen erneut unter dem Mittel des Sektors zu liegen. So
wuchsen die Löhne im Versicherungsgewerbe um 0,8 Prozent, in den mit
dem Kredit- und Versicherungsgewerbe verbundenen Tätigkeiten um 0,9
Prozent und im Kreditgewerbe um 1,0 Prozent. Diese Situation erklärt
sich mit der allgemeinen Stagnation auf den Finanzmärkten sowie den
2003 unternommenen Restrukturierungen. Die geringste
Nominallohnerhöhung verzeichnete die öffentliche Verwaltung mit +0,6
Prozent. Entwicklung der Nominallöhne von 1993 bis 2004 Zwischen
1993 und 2004 wuchsen die Nominallöhne über die gesamte Wirtschaft
hinweg gesehen um 14,1 Prozent (durchschnittlich +1,2% pro Jahr).
Deutlich über diesem Referenzwert liegen die Versicherungen
(+24,9%), die mit dem Kredit- und Versicherungsgewerbe verbundenen
Tätigkeiten (+24,1%) sowie das Kreditgewerbe (+23,4%). Es folgen die
Nachrichtenübermittlung (+20,0%) und die chemische Industrie
(+19,5%). Folgende Branchen kamen in der Berichtsperiode bei den
Lohnerhöhungen am schlechtesten weg: Landverkehr und Transport in
Rohrfernleitungen (+6,8%), Papier- /Karton-/Verlags- und
Druckgewerbe (+9,7%), Unterrichtswesen (+10,3%) sowie Herstellung
von Textilien und Bekleidung (+10,5%). Reallöhne: Stagnation bei
+0,1 Prozent 2004 erhöhten sich die Reallöhne nur minim (+0,1%).
Diese Quasi- Stagnation ist die Folge davon, dass sich in diesem
Jahr die Nominallohnsteigerung (+0,9%) und die Inflation (+0,8%)
praktisch die Waage hielten. Die nun seit 2002 anhaltende Schwächung
der Kaufkraft der Löhne ist hauptsächlich auf das verlangsamte
Wachstum der Nominallöhne zurückzuführen. Nach einem Höhepunkt 2001
bei +1,5 Prozent schwächte sich die Reallohn-Wachstumsrate 2002
(+1,1%) und 2003 (+0,8%) sukzessive ab, während die Inflation
relativ tief und konstant bei 0,6 Prozent verharrte. Über den
gesamten Zeitraum von 1993 bis 2004 hinweg gesehen wuchsen die
Reallöhne um 3,9 Prozent, das heisst um durchschnittlich 0,35
Prozent pro Jahr. 1993-2004: Entwicklung der Kaufkraft der Löhne
nach Wirtschaftssektor und branche Mit 3,1 Prozent sind die
Reallöhne im sekundären Sektor zwischen 1993 und 2004 weniger
gewachsen als im tertiären Sektor (+4,5%). Am härtesten traf es das
Papier- und Verlagsgewerbe, dessen Löhne 0,1 Prozent ihrer Kaufkraft
einbüssten. Im Textilgewerbe stagnierten die Löhne in dieser Periode
beinahe (+0,6%). Die grosse Mehrheit der Branchen im Industriesektor
verzeichnete Steigerungen unter dem Gesamtwert von 3,1 Prozent.
Einen kräftigen Aufwärtsschub erhielt die Wachstumsrate lediglich
seitens der Herstellung elektrischer und elektronischer Geräte plus
die Feinmechanik mit 4,2 Prozent und vor allem seitens der
chemischen Industrie mit dem Spitzenwert von 8,8 Prozent. Im
tertiären Sektor betrug die Reallohnsteigerung zwischen 1993 und
2004 insgesamt 4,5 Prozent, womit sie über dem schweizerischen
Mittel von +3,9 Prozent lag. Klar darüber platzierten sich die
Versicherungen (+13,7%), die mit dem Kredit- und
Versicherungsgewerbe verbundenen Tätigkeiten (+13,0%) und die Banken
(+12,3%). Negativ fällt die Branche Landverkehr, Transport in
Rohrfernleitungen auf, die eine Reallohnreduktion von 2,8 Prozent
notierte. Einer Stagnation kommen die +0,4 Prozent im
Unterrichtswesen gleich. Unter dem Gesamtwert des Sektors reihten
sich die verschiedenen Handelsbranchen (Grosshandel: +4,1%,
Detailhandel: +4,0% und Handel mit Automobilen: +2,9%), das
Gesundheits- und Sozialwesen (+3,9%) sowie die öffentliche
Verwaltung (+1,1%) ein. BUNDESAMT FÜR STATISTIK
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