Medienmitteilung
economiesuisse - Breit abgestützte Wachstums- und aktive
Aussenwirtschaftspolitik
2005-04-25T10:00:00
Zürich (ots) - Für economiesuisse bleibt die Erhöhung eines
breit abgestützten Wirtschaftswachstums die zentrale
wirtschaftspolitische Herausforderung. Der Dachverband erteilte
gleichzeitig allen Reformblockierern eine Absage. In der
Aussenwirtschaft unterstützt der Dachverband die neue Strategie des
Bundesrates. Er plädiert für eine rasche Liberalisierung des
Welthandels im Rahmen der WTO und forderte parallel den Ausbau
bilateraler Wirtschaftsabkommen. Wirtschaftswachstum bleibt zentrale Herausforderung Die Schweiz brauche ein breit abgestütztes Wirtschaftswachstum,
betonte der Präsident von economiesuisse, Ueli Forster, an der
Jahresmedienkonferenz. Der zentrale Ansatz dafür sei die
Angebotsseite, hielt Forster fest, und erinnerte einmal mehr an die
vier elementaren Wachstumsfaktoren: Arbeit, Kapital, Technologie
und Unternehmen. Die wachstumspolitische Konzeption des
Bundesrates, die an der Entstehungsseite des Bruttoinlandproduktes
ansetze, sei daher richtig. Forster warnte aber davor, die Angebots-
und Nachfragepolitik gegeneinander auszuspielen. Viel wichtiger
sei es, angebots- und nachfragepolitische Ansätze in einer
konsistenten Strategie zu verbinden. Zentral bleibe vor diesem
Hintergrund die Konsolidierung des Bundeshaushaltes, denn solide
Staatsfinanzen seien unverzichtbar für die nachhaltige
wirtschaftliche und soziale Stabilität. Der gegenwärtige Vorwurf
des Kaputtsparens sei absurd, wenn bereits der Verzicht auf eine
geplante Zusatzausgabe als Sparen interpretiert werde. Weiter
sprach sich Ueli Forster für eine klare Ordnungspolitik aus. In
diesem Zusammenhang zeige eine Zwischenbilanz des bundesrätlichen
Wachstumspakets ein gemischtes Bild. Einerseits erkenne man zwar
gewisse Lichtblicke beim Binnenmarktgesetz und beim
Entlastungsprogramm 04. Andererseits zeigten sich verschiedene
wachstumspolitische Inkonsistenzen: bei der
Unternehmensbesteuerung, beim Bildungssystem, in der Agrarpolitik,
bei der Strommarktöffnung, im Gesundheitssektor und bei der
administrativen Belastung der Unternehmen. economiesuisse
forderte den Bundesrat daher auf, die wachstums- und
reformpolitischen Massnahmen konsequent durchzuziehen und die
dringend nötigen Wachstumsimpulse stärker zu gewichten als alte
wettbewerbshemmende Besitzstandpositionen. Für eine aktive Aussenwirtschaftsstrategie Mit der Liberalisierung der Handelspolitik und dem technischen
Fortschritt im Transportbereich habe sich der internationale
Austausch von Waren und Dienstleistungen in den letzten Jahren
verfünffacht, führte Patrick Odier, Vizepräsident von
economiesuisse, aus. Ebenso rasant sei das Wachstum bei den
Direktinvestitionen. Die Schweiz mit ihrer kleinen und offenen
Volkswirtschaft sei heute eines der am stärksten in die
Weltwirtschaft eingebundenen Länder. Schweizer Unternehmen
beschäftigten über 1,8 Mio. Mitarbeiter im Ausland und jeder zweite
Franken werde im Ausland verdient. Mit seiner neuen
Aussenwirtschaftsstrategie wolle der Bundesrat diese Erfolgsserie
fortsetzen. Die Regierung lege dabei den Schwerpunkt richtigerweise
auf den Marktzugang im Ausland und auf das internationale
Regelwerk. economiesuisse unterstütze die Strategie des Bundesrates, sagte
Odier. Von entscheidender Bedeutung sei diesbezüglich die WTO-
Ministerkonferenz im Dezember 2005 in Hongkong. Dabei erwarte
economiesuisse vom Bundesrat, dass die Schweizer
Verhandlungsdelegation entschlossen für eine umfassende und rasche
Liberalisierung der Welthandelsordnung eintrete. Parallel dazu
fordere economiesuisse die Pflege und den Ausbau bilateraler
Wirtschaftsabkommen mit den wichtigsten Handelspartnern, um
Diskriminierungen der Schweizer Wirtschaft zu vermeiden. Odier
führte weiter aus, dass die Schweizer Wirtschaft den pragmatischen,
europapolitischen Kurs auf der Basis des bewährten bilateralen Wegs
fortsetzen wolle. economiesuisse sei überzeugt, dass der bilaterale
Weg auch in absehbarer Zukunft die einzige Option in den
Beziehungen zur EU darstelle. Konservative Kräfte blockieren wichtige Reformen Rudolf Ramsauer, Vorsitzender der Geschäftsleitung, wandte sich
in seinem Votum gegen die unselige Blockadepolitik links- und
strukturkonservativer Kräfte. Damit würden jegliche Reformschritte
torpediert und dringend notwendige Fortschritte auf dem Weg zu mehr
Wachstum verhindert. Das zeige sich bei Schengen/Dublin, bei der
Personenfreizügigkeit, den Sonntagsöffnungszeiten, der
gentechnikfreien Landwirtschaft, den Nationalbankgewinnen für die
AHV oder den Kinderzulagen. Wer dermassen rückwärtsgewandt und
realitätsfremd politisiere, erweise unserem Land keinen Dienst,
schloss Rudolf Ramsauer. Rückfragen: Fredy Müller, economiesuisse, 044 421 35 35
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