Medienmitteilung
Unternehmenssteuerreform deutlich unter den Erwartungen -
Schwache Vorschläge des Bundesrats angesichts der internationalen
Steuerdynamik
2005-01-27T14:19:00
Zürich (ots) - Die Schweiz steht steuerlich unter Zugzwang. Unser
Land kann es sich nicht mehr leisten, bloss bestehende steuerliche
Vorteile zu verteidigen. Der Steuerbereich entwickelt sich
international äusserst rasch und dynamisch. Die in gewissen
Bereichen noch relativ gute Position der Schweiz darf nicht darüber
hinwegtäuschen, dass im internationalen Kontext die Tendenz
besorgniserregend ist. Angesichts der generell erhöhten
Reformbereitschaft in den umliegenden Ländern - insbesondere in
Irland, Österreich und den neuen EU-Oststaaten - gerät die Schweiz
zunehmend unter steuerpolitischen Druck. Die Schweiz muss sich auch
im Steuerbereich weiterhin mit den Besten messen können und braucht
deshalb eine Offensivstrategie, die auf die veränderten
internationalen Rahmenbedingungen reagiert und die Attraktivität des
Steuerstandorts Schweiz mit innovativen Lösungen verbessert. Die
Schweiz hat die Mittel dazu. Zwar gehen die Vorschläge ansatzweise in die richtige Richtung.
Dennoch bleibt der geplante Reformschritt insgesamt schwach
verglichen mit den z. T. radikalen Steuerreformen in
Konkurrenzländern. Die vorgeschlagene Reform steht deutlich unter
den Erwartungen der Wirtschaft (Abschaffung der Emissionsabgabe,
nicht-diskriminatorische Dividenden-Teilbesteuerung von maximal 50%,
liberale Regelung der Ärgernis-Tatbestände). Der von der geplanten
Reform ausgelöste Effekt auf Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze
dürfte entsprechend geringer ausfallen. Im Interesse der Unternehmer
und der KMU sowie der mit ihnen verbundenen Arbeitsplätze wird sich
economiesuisse für eine Optimierung der Vorlage einsetzen, damit
unter Berücksichtigung der kantonalen Tarifautonomie die
Wachstumseffekte der Reform und ihr gesamtwirtschaftlicher Nutzen
maximiert werden. Zürich, 27. Januar 2005 Rückfragen:
Pascal Gentinetta, economiesuisse, 01 421 35 35
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100002808/100485434
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