Medienmitteilung
BFS: Mietpreis-Strukturerhebung 2003
2004-12-21T09:15:00
(ots) - Mietpreis-Strukturerhebung 2003 Grosses Miet-Gefälle zwischen den Kantonen sowie zwischen Stadt und
Land Am 1. November 2003 betrug die durchschnittliche Nettomiete in
der
Schweiz 1116 Franken. Zwischen den Kantonen herrschen grosse
Unterschiede: Die Durchschnittsmiete betrug, alle Wohnungen
zusammengenommen, im Kanton Neuenburg 817 Franken, im Kanton Zug
hingegen 1484 Franken. Im städtischen Gebiet wurden im Mittel 1136
Franken für eine Nettomiete bezahlt, auf dem Land lediglich 1010
Franken. Soweit einige Ergebnisse der Mietpreis-Strukturerhebung des
Bundesamtes für Statistik (BFS). Nach 1996 hat das Amt 2003 zum
zweiten Mal eine gross angelegte Erhebung über die Mieten
durchgeführt. Danach ist die Durchschnittsmiete seit 1996 (damals:
1036 Fr.) um 7,7% angestiegen. Diese Zunahme ist sowohl auf eine
Erhöhung der Mieten als auch auf eine Veränderung des
Mietwohnungsbestands zurückzuführen, der zu grösseren Wohnungen
tendiert. Örtliche Unterschiede Die Mietpreis-Strukturerhebung 2003
hat für den Stichtag des 1. Novembers eine durchschnittliche
Netto-Monatsmiete von 1116 Franken ermittelt. Hinter dieser Zahl
verbergen sich grosse kantonale Unterschiede. Die Rangliste der
teuersten Kantone wird von Zug mit einer durchschnittlichen
Nettomiete von 1484 Franken angeführt. Es folgen Nidwalden (1308
Fr.), Schwyz (1274 Fr.) und Zürich (1271 Fr.). Am Schluss des
Klassements finden sich die Kantone Neuchâtel (817 Fr.), Jura (837
Fr.), Wallis (890 Fr.) und Schaffhausen (973 Fr.). Gegenüber 1996
ist die Durchschnittsmiete im Kanton Zug absolut gesehen am
stärksten angestiegen (+172 Fr.). Die grösste prozentuale Erhöhung
findet sich im Kanton Jura (+17,1%). Die geringste absolute und
prozentuale Steigerung ergab sich im Kanton Schaffhausen (+28 Fr.,
+3,0%). Insgesamt hat sich jedoch im Klassement der kantonalen
Durchschnittsmieten nur wenig geändert. Auch zwischen den
städtischen Gegenden (Städte und Agglomerationsgemeinden) und dem
Land treten beträchtliche Unterschiede zutage. Im städtischen Gebiet
ist die Nettomiete mit 1136 Franken durchschnittlich um 12,4% höher
als auf dem Land (1010 Fr.). Diese Differenz lässt sich bei den
grossen Wohnungen viel deutlicher beobachten als bei den kleinen.
Während für eine Einzimmerwohnung auf dem Land durchschnittlich 565
Franken und im Stadtgebiet 639 Franken (Differenz von 13,1%) bezahlt
werden, sind es für eine Wohnung mit sechs oder mehr Zimmern in
städtischen Gebieten 2056 Franken, d.h. 42,3% mehr als auf dem Land
(1445 Fr.). Grösse, Alter und Ausstattung der Wohnung bestimmen die
Miete Die durchschnittliche Miete schwankt stark je nach Grösse der
Wohnung. Für Einzimmerwohnungen werden im Mittel 632 Franken
Nettomiete bezahlt, für eine Wohnung mit sechs oder mehr Zimmern
dagegen 1867 Franken. Die durchschnittliche Nettomiete pro
Quadratmeter beläuft sich auf 14 Franken. Je grösser die Wohnung,
desto tiefer die Miete pro Quadratmeter: Während eine
Einzimmerwohnung durchschnittlich 18,60 Franken pro Quadratmeter an
Miete kostet, sind es 11,70 Franken pro Quadratmeter für eine
Wohnung mit sechs oder mehr Zimmern. Die durchschnittliche
Nettomiete nach Alter des Gebäudes beträgt 1807 Franken für
Wohnungen, die nach dem Jahr 2000 erstellt wurden. Dieser Betrag
verringert sich mit zunehmendem Alter des Gebäudes. Eine Wohnung in
einem vor 1971 erstellten Gebäude kostet im Mittel 1004 Franken.
Diese Ergebnisse berücksichtigen jedoch die an Gebäuden und
Wohnungen vorgenommenen Renovationen noch nicht. Eine genauere
Auswertung ihrer Auswirkungen wird später vorgenommen werden. Die
Ausstattung der Wohnung hat ebenfalls einen grossen Einfluss auf die
Höhe der Miete. So beläuft sich die durchschnittliche Nettomiete
einer einfach ausgestatteten Wohnung auf 912 Franken, diejenige
einer Wohnung mit mittlerem Ausstattungsstandard auf 1109 Franken
und diejenige einer luxuriös ausgestatteten Wohnung schliesslich auf
1524 Franken. Die Nebenkosten einer Wohnung (Heizung, Warmwasser und
andere gemeinsame Kosten) betrugen 2003 im Mittel 150 Franken, was
12,6% der Bruttomiete entsprach. Sie sind gegenüber 1996 markant
gestiegen, als sie mit 127 Franken noch lediglich 10,8% der
Bruttomiete ausmachten. In derselben Periode erhöhte sich der
Heizölpreisindex im Jahresmittel von 98,9 auf 136,2 Punkte (Basis:
Mai 1993 = 100), was den erhöhten Anteil der Nebenkosten an der
Bruttomiete teilweise erklärt. Entwicklung der Mieten seit 1996 Seit der letzten
Mietpreis-Strukturerhebung von 1996 ist die durchschnittliche
Nettomiete um 7,7% gestiegen. Der Mietindex hingegen stieg in
derselben Periode von 102,7 auf 109,7, was einer Steigerung von 6.8%
entspricht (Mai 1993 = 100). Die Differenz zwischen den beiden
Messgrössen erklärt sich dadurch, dass ein Vergleich der beiden
Mietpreis-Strukturerhebungen von 1996 und 2003 im Gegensatz zum
Mietindex nicht nur die reine Preisentwicklung misst, sondern auch
strukturelle Änderungen mit einbezieht. Konkret umfasste die
Erhebung von 2003 weniger kleine und mehr grosse Wohnungen als die
Erhebung von 1996. Die Erhöhung der durchschnittlichen Nettomiete
ist somit einerseits auf einen Anstieg der Mieten je nach
Wohnungsgrösse und andererseits auf einen Strukturwandel des
Mietwohnungsbestands zurückzuführen. Die Eidgenössische Gebäude- und
Wohnungserhebung sowie die Bau- und Wohnbaustatistik bestätigen
diese Entwicklung. BUNDESAMT FÜR STATISTIK
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