Medienmitteilung
BFS: Leistungen der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler in der Schweiz
2004-12-07T11:30:00
(ots) - Leistungen der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler in der Schweiz PISA 2003 sehr gute Kompetenzen in Mathematik Die Schweiz hat in PISA 2003 in Mathematik sehr gut abgeschnitten.
Der Mittelwert der schweizerischen Jugendlichen beträgt 527 Punkte,
was deutlich mehr ist als der OECD-Durchschnitt von 500 Punkten. Von
40 Ländern haben lediglich deren drei signifikant bessere Ergebnisse
als die Schweiz erzielt: Hongkong-China (550 Punkte), Finnland (544
Punkte) und Korea (542 Punkte). Die Schweiz befindet sich in einer
Gruppe mit 11 anderen Ländern, deren Mittelwerte sich statistisch
nicht von jenem der Schweiz unterscheiden. Der Anteil der
Schülerinnen und Schüler mit ausgezeichneten Ergebnissen ist in der
Schweiz höher als im OECD-Durchschnitt. Der Anteil der Jugendlichen
mit sehr schwachen Leistungen ist kleiner als im Mittel der
OECD-Länder. Die Ergebnisse der Erhebung 2003 zeigen: In der
Mehrheit der OECD-Länder spielen das ökonomische, soziale und
kulturelle Umfeld in Familie und Schule eine zentrale Rolle für die
Kompetenzen in Mathematik. Hier bewegt sich die Schweiz im
internationalen Mittelfeld. PISA ist ein gemeinsames Projekt des
Bundes und der Kantone (Schweizerische Konferenz der kantonalen
Erziehungsdirektoren). Die Projektleitung liegt beim Bundesamt für
Statistik (BFS). Sehr gute Ergebnisse in Mathematik auf nationaler
Ebene In allen Testbereichen von PISA 2003 (Mathematik, Lesen,
Naturwissenschaften und Problemlösen) haben die Schweizer
Schülerinnen und Schüler Ergebnisse über dem OECD-Durchschnitt
erzielt. In Mathematik, Naturwissenschaften und Problemlösen liegt
das nationale Mittel sogar signifikant darüber. In Mathematik, dem
Schwerpunktthema der Erhebung 2003, ergibt sich auch ein positives
Bild, wenn man die Resultate nach Kompetenzniveaus aufschlüsselt:
21% der Schweizer Schülerinnen und Schüler finden sich in den
obersten Niveaus 5 und 6; im OECD-Mittel sind es lediglich 15%.
Umgekehrt erzielen nur 15% der Jugendlichen in der Schweiz und 21%
im OECD-Durchschnitt schwache Leistungen des Niveaus 1 oder
darunter. Die Fähigkeiten in Mathematik wurden diesmal anhand von
vier Gebieten geprüft. In PISA 2000 waren es lediglich deren zwei
gewesen. In den zwei erneut getesteten Gebieten sind die Ergebnisse
ähnlich wie im Jahr 2000: Im Gebiet «Raum und Form» (verwandt mit
dem Fach Geometrie des Lehrplans) erreichen die Schülerinnen und
Schüler im nationalen Mittel 540 Punkte, während es in
«Veränderungen und Beziehungen» (verwandt mit Algebra) 523 Punkte
sind. Im neuen Gebiet «quantitatives Denken» (verwandt mit
Arithmetik) kommen die Jugendlichen auf 533 Punkte. Im neuen Gebiet
«Ungewissheit» schliesslich, das im Bereich der Statistik und der
Wahrscheinlichkeitsrechnung angesiedelt und in den Lehrplänen
schlecht vertreten ist, ergibt sich mit 517 Punkten der niedrigste
schweizerische Mittelwert der vier Gebiete. Er liegt aber immer noch
über dem entsprechenden Mittel der OECD-Länder. Familiärer
Hintergrund spielt eine wichtige Rolle Bereits PISA 2000 hat
gezeigt, dass die sozioökonomische und kulturelle Situation der
Eltern in der Mehrheit der OECD-Länder einen grossen Einfluss auf
die Lesefähigkeit der Jugendlichen hat. PISA 2003 unterstreicht,
dass die Lage der Schülerinnen und Schüler aus sehr einfachen
Verhältnissen und mit im Ausland geborenen Eltern nach wie vor
heikel ist: Unter ihnen findet sich der grösste Anteil an
Jugendlichen mit schwachen Mathematikleistungen. In einer
fremdsprachigen Familie zu leben, stellt jedoch für das
Mathematikverständnis ein kleineres Hindernis dar als für das
Leseverständnis. Analysen zeigen, dass kooperative Schulmodelle, die
Jugendliche mit unterschiedlichen Kompetenzniveaus auf der
Sekundarstufe I zusammenfassen, die Folgen sozialer Ungleichheiten
besser auszugleichen vermögen als selektive Modelle. Positive
Einstellung und gute Disziplin sind zentral Betrachtet man die
allgemeinen Mittelwerte, schneiden in der Schweiz die Mädchen (518
Punkte) in Mathematik schlechter ab als die Knaben (535 Punkte).
Dies gilt auch für 21 andere OECD-Länder. Werden jedoch die
Ergebnisse nach Gesichtspunkten wie dem mathematischen Selbstkonzept
und der Ängstlichkeit gegenüber der Mathematik betrachtet, so fällt
auf, dass die Mädchen in den meisten Ländern gleich gute Ergebnisse
erzielen würden wie die Knaben, wenn sie eine ebenso positive
Haltung gegenüber diesem Fach hätten. Das Klima im Unterricht spielt
für die Leistungen ebenfalls eine wichtige Rolle. Kann der
Unterricht in einer angenehmen Lernumgebung mit guter Disziplin,
ohne Störungen und zielorientiert erfolgen, dann sind auch die
Mathematikleistungen der Schülerinnen und Schüler besser.
Problemlösen: Note sehr gut Im Hinblick auf die Notwendigkeit des
lebenslangen Lernens hat die OECD für PISA 2003 die dafür zentrale
Problemlösefähigkeit getestet. Dieser Bereich vermittelt einen
Eindruck von der Fähigkeit der Jugendlichen, komplexe Probleme
anzugehen, zu deren Lösung sie zum Beispiel analytisch denken und
Entscheide fällen müssen. Knapp zwei Drittel der Schülerinnen und
Schüler in der Schweiz (62%) lösen solche Probleme mit Erfolg (OECD:
52%). Ein Drittel hat beträchtliche Schwierigkeiten mit komplexen
Aufgaben oder kann nur sehr einfache Probleme lösen. In fast allen
Teilnehmerländern erzielen die Mädchen ähnliche Resultate wie die
Knaben. Dies ist interessant, wenn man bedenkt, dass eine Schülerin
oder ein Schüler für die Lösung eines komplexen Problems ähnliche
intellektuelle Fähigkeiten mobilisieren muss wie für die Bewältigung
einer mathematischen Aufgabe. Lesen: weniger schwache Leserinnen und
Leser Im Bereich der Lesekompetenz beträgt das allgemeine Mittel 499
Punkte (2000: 494). 16% der Schülerinnen und Schüler finden sich auf
den Niveaus <1 und 1 wieder, gegenüber 20% im Jahr 2000. Die
Streuung zwischen den Schwächsten und den Stärksten ist nach wie vor
relativ gross. Die Wirkung eventueller Änderungen im Leseunterricht
wird sich nur längerfristig feststellen lassen. Naturwissenschaften:
deutliche Verbesserung Im Bereich Naturwissenschaften erreichen die
Schülerinnen und Schüler in der Schweiz einen Durchschnitt von 513
Punkten und übertreffen damit den OECD-Mittelwert von 500 Punkten
und auch ihr Ergebnis aus dem Jahr 2000 von 496 Punkten. Für diesen
Testbereich wurden keine Kompetenzniveaus definiert. PISA 2006 mit
den Naturwissenschaften als Schwerpunktthema dürfte Aufschluss
über die Fluktuation der Ergebnisse geben. Keine regionalen
Differenzen unter den 15-Jährigen Die 15-jährigen Schülerinnen und
Schüler (internationale Stichprobe) der drei grossen Schweizer
Sprachregionen unterscheiden sich nicht in ihren Leistungen in
Mathematik. Bei den Neuntklässlerinnen und Neuntklässlern
(Zusatzstichprobe) ergaben sich hingegen Differenzen zwischen den
Sprachregionen. Diese sind auf Altersunterschiede zurückzuführen: In
der italienischen und der französischen Schweiz sind die
Neuntklässlerinnen und Neuntklässler durchschnittlich jünger (15
Jahre und 2 Monate bzw. 15 Jahre und 6 Monate) als in der
Deutschschweiz (15 Jahre und 9 Monate). BUNDESAMT FÜR STATISTIK
Pressestelle Auskunft: Claudia Zahner Rossier und Thomas Holzer, BFS, Sektion
Schul- und Berufsbildung, Tel.: 032 713 66 42, E-Mail:
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