Medienmitteilung
BFS: Jahresmedienkonferenz 2004 des BFS
2004-11-16T11:00:00
(ots) - Jahresmedienkonferenz 2004 des BFS Die Bundesstatistik vor neuen Herausforderungen Die Schweizer Statistik steht in einem bedeutenden
Veränderungsprozess. Die Nachfrage nach statistischen Informationen
wächst ständig, der Informationsauftrag der Bundesstatistik gilt
mehr denn je. Die Sparprogramme des Bundes erfordern
Effizienzsteigerungen und Verzichte bei der Umsetzung des
Statistischen Mehrjahresprogramms. Das internationale Umfeld und
insbesondere das Statistikabkommen im Rahmen der Bilateralen II
bedingen ihrerseits einen Ausbau der Schweizer Statistik auf
europäisches Niveau. Das Bundesamt für Statistik (BFS) begegnet
diesen teilweise widersprüchlichen Herausforderungen an die
Bundesstatistik mit einem Bündel von Massnahmen, wie:
Reorganisation, Anpassung an die europäische Statistik,
Effizienzsteigerung durch vermehrten Einsatz von elektronischen
Medien und Sparprogrammen. Mit der auf den 1. Januar 2004
eingeführten Reorganisation des BFS werden die organisatorischen
Rahmenbedingungen für eine gegen aussen kundenfreundliche und gegen
innen effizientere Bewältigung der wachsenden Aufgaben geschaffen.
Sie entspricht einer pragmatischen Umsetzung der Empfehlungen von
Statistics Canada aus dem Jahr 2000 und umfasst: das Zusammenlegen
gleichartiger Prozesse, die vermehrte Nutzung von Synergien sowie
die Konzentration auf die dreifache Kundenorientierung: gegenüber
den Befragten durch Verminderung der Belastung, in der internen
Produktionskette wie auch gegenüber den externen Statistiknutzenden.
Verzichte, flexible Planung und neue Verfahren als Antwort auf
reduzierte Ressourcen Das Statistische Mehrjahresprogramm 2003-2007
berücksichtigt sowohl die Statistikprioritäten als auch die
Erfordernisse des Entlastungsprogramms 2003. Dies bedeutet Verzichte
im Statistikangebot sowie verstärkte Anstrengungen zur
Prozessoptimierung. So wurde u.a. in folgenden Bereichen das Angebot
geändert: Reduktion der Stichprobengrösse der Schweizerischen
Arbeitskräfteerhebung, Abbau des Gebiets Beherbergungsstatistik,
Stichprobe statt Vollerhebung bei der Betriebszählung
Landwirtschaft, Streichung der Armutsbeobachtung. Die Auswirkungen
konnten teilweise durch Fremdfinanzierung (z.B. im Tourismus)
gemildert werden. Das Bundesamt für Statistik hat gezielte
Anstrengungen eingeleitet, um die stetig wachsenden Anforderungen an
die öffentliche Statistik mit vertretbarem Ressourceneinsatz
erfüllen zu können. Besonders wichtig ist die verstärkte Nutzung
vorhandener Administrativdaten (Stichwort Registerharmonisierung).
Die Einführung elektronischer Erhebungen reduziert ihrerseits die
Belastung der Befragten und führt zu Rationalisierungen. Das Projekt
eSurvey schafft hier eine eigentliche Fertigungsstrasse, deren
Elemente von diversen Statistiken zur Entwicklung einer
Schnittstelle zur Datenlieferung im Internet eingesetzt werden
können. Die eingegebenen Daten fliessen dabei vom Berichterstatter
bis in die Datenbanken des Bundesamtes für Statistik ohne
Medienbrüche. Das Hauptziel für das nächste Jahr ist die Einführung
dieser Internet-Applikation für die Betriebszählung 2005. Auch im
Bereich der Diffusion wird das Internet verstärkt eingesetzt. Mit
der Lancierung des neuen Statistikportals www.statistik.admin.ch im
Oktober 2004 ist dieser Schritt bereits erfolgt, das Angebot wird in
Zusammenarbeit mit den öffentlichen Statistikstellen laufend
ausgebaut und führt künftig zu einem Rückgang bei der gedruckten
Information. Aufbruch nach Europa Das bilaterale Statistikabkommen
mit der EU wird die Produktion und Publikation harmonisierter
statistischer Informationen sicherstellen und es erlauben, die
Entwicklung und die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft
mit ihren bedeutenden Handelspartnern zu vergleichen. Es erlaubt
insbesondere vergleichbare Informationen bezüglich: -
Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität der Schweizer Unternehmen
nach Branchen; - Niveau, Struktur und Entwicklung der Löhne sowie
Lohnnebenkosten der Unternehmen; - Wirtschaftskraft der Schweiz
(Niveau, Struktur und Wachstum) mit Hilfe der wichtigsten
makroökonomischen Aggregate wie Bruttoinlandprodukt, verfügbare
Einkommen und Ersparnisse der privaten Haushalte sowie Investitionen
des Staates und der Unternehmen; - Staatsquote der Schweiz und
andere fiskalpolitische Kennziffern. Die europäischen Standards im
Bereich der Statistik entsprechen den Anforderungen der meisten
internationalen Organisationen. Die Schweizer Wirtschaftsstatistik
weist hingegen Lücken auf, die der Internationale Währungsfonds
(IWF) bei der Beurteilung der Schweizer Wirtschafts- und
Fiskalpolitik wiederholt erwähnt hat. Mit diesem Abkommen über die
Zusammenarbeit im Bereich der Statistik können die Anforderungen der
wichtigsten internationalen Organisationen insbesondere jene der
OECD und des IWF erfüllt werden. Die einseitigen
Sicherheitsmassnahmen der Schweiz im Rahmen verschiedener
bilateraler Abkommen, z.B. im Bereich des Landverkehrs oder des
freien Personenverkehrs, werden von der EU besser akzeptiert, wenn
sie auf eurokompatiblen Statistiken basieren. Die erwähnten Massnahmen und Aktivitäten werden kontinuierlich
begleitet durch die Bundesstatistikkommission und sind nur umsetzbar
dank dem engagierten Einsatz aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
in der Bundesstatistik. BUNDESAMT FÜR STATISTIK
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