Medienmitteilung
BFS: Schweizerische Arbeitskräfteerhebung 2004
2004-10-22T09:15:00
(ots) - Schweizerische Arbeitskräfteerhebung 2004 Weniger Erwerbstätige trotz Bevölkerungswachstum Im 2. Quartal 2004 waren gemäss der Schweizerischen
Arbeitskräfteerhebung des Bundesamtes für Statistik 3,959 Mio.
Personen erwerbstätig (-0,1% gegenüber 2003). Rückläufig war vor
allem die Erwerbsbeteiligung der Personen unter 25 Jahren (67,1%
statt 69,4%) und über 64 Jahren (8,1% statt 9,3%). Weil nicht der
ganze Zuwachs der ständigen Wohnbevölkerung im erwerbsfähigen Alter
von 15-64 Jahren (+44'000 Personen) in den stagnierenden
Arbeitsmarkt integriert werden konnte, erhöhte sich die
Erwerbslosenquote von 4,1 Prozent auf 4,3 Prozent. Stagnierende
Beschäftigungslage betrifft nicht alle Altersgruppen gleich stark
Rückläufig war die Erwerbsbeteiligung bei den 15-24-jährigen
Personen (67,1% statt 69,4%) und bei den Personen über 64 Jahren
(8,1% statt 9,3%), die sich verstärkt vom Arbeitsmarkt zurückzogen.
Die Zahl der (zumeist jüngeren) Personen, die wegen Aus- und
Weiterbildung nicht erwerbstätig waren, nahm innert Jahresfrist von
232'000 auf 259'000 Personen zu. Gleichzeitig verringerte sich die
Zahl der Erwerbstätigen über 64 Jahren markant (-12'000 Personen).
Bei den 25-54-jährigen Personen hingegen blieb die Erwerbsquote bei
den Männern praktisch unverändert (95,7% statt 95,6%), bei den
Frauen kam es zu einer leichten Erhöhung (80,8% statt 80,5%).
Weniger Selbständigerwerbende Die Zahl der Selbständigerwerbenden
nahm um 6,6 Prozent (40'000 Personen) ab. Dies ist hauptsächlich auf
Selbständige unter 40 Jahren (-30'000 Personen) und über 64 Jahren
(-3'000 Personen) zurückzuführen, die aufgrund der anhaltend
schwachen Nachfrage nach ihren Dienstleistungen ihre Tätigkeit
hatten einstellen müssen. Dazu kommt der Strukturwandel im 1. Sektor
(Landwirtschaft), der zu einer Abnahme der Selbständigen und
überdies der mitarbeitenden Familienmitglieder, ganz besonders bei
den Frauen, führt. Unverändertes Wachstum der
Teilzeiterwerbstätigkeit Die Flexibilität des schweizerischen
Arbeitsmarktes zeigt sich an der erneut zunehmenden Zahl der
Teilzeiterwerbstätigen (11'000 Personen mehr als 2003, +0,9%), und
zwar hauptsächlich bei den Frauen (+9'000 Personen, +0,9%). Der
Teilzeitanteil betrug im 2. Quartal 2004 56,9 Prozent bei den
Frauen, während er sich bei den Männern nur auf 11,0 Prozent belief.
Der Teilzeitanteil für Frauen wird in Europa nur von den
Niederlanden übertroffen, wo er im 1. Quartal 2004 74 Prozent
betrug. Deutliche Veränderung der Erwerbsmodelle in Haushalten mit
Kindern Die starke Zunahme der Erwerbsbeteiligung von Frauen im
letzten Jahrzehnt hat die Verteilung der Erwerbsarbeit in
Paarhaushalten mit Kindern unter 15 Jahren stark verändert: Vor 10
Jahren waren nur in weniger als der Hälfte aller Haushalte (45%)
beide Partner voll- oder teilzeitlich erwerbstätig, heute sind es 61
Prozent. In 46 Prozent der Haushalte arbeitet der Mann Vollzeit und
die Partnerin Teilzeit. In je 7 Prozent der Haushalte mit Kindern
arbeiten beide Partner Vollzeit oder beide Partner Teilzeit, in 34
Prozent der Haushalte ist nach wie vor einzig der männliche Partner
erwerbstätig. Die Erwerbstätigen sind immer besser qualifiziert Das
Qualifikationsniveau der Erwerbstätigen auf dem schweizerischen
Arbeitsmarkt steigt dauernd an: Über eine Ausbildung auf
Tertiärniveau (Universität, übrige Hochschulen oder höhere
Berufsausbildung) verfügten im 2. Quartal 2004 27,5 Prozent aller
Erwerbstätigen (2002: 24,4%; 2003: 26,0%). Besonders markant war die
Zunahme bei den Frauen (+17,8% seit 2002). Bemerkenswert ist, dass
sich die Zunahme nicht nur auf junge Hoch- oder
Fachhochschulabgänger konzentrierte, sondern auch 40-54-jährige
Erwerbstätige (+15,2% seit 2002) betraf. Nach wie vor wenig
weibliche Führungskräfte Wegen der laufenden Verbesserung des
Ausbildungsstandes waren im zweiten Quartal 2004 bereits 13,9
Prozent der erwerbstätigen Frauen und 21,1 Prozent der
erwerbstätigen Männer in akademischen Berufen tätig (Zunahme
gegenüber 2003; Männer: +0,5% oder 2'000 Personen; Frauen: +5,8%
oder 13'000 Personen). Während bei den Männern 8,9 Prozent (183'000)
in Führungspositionen tätig waren, traf dies erst auf 3,9 Prozent
der erwerbstätigen Frauen (66'000) zu. Neue Arbeitszeitmodelle und
Kommunikationstechnologien verändern den Arbeitsmarkt Im 2. Quartal
2004 arbeitete noch gut die Hälfte der Arbeitnehmenden (57,5%) zu
fest vorgegebenen Arbeitszeiten. 24,0 Prozent besassen ein
monatliches oder wöchentliches Arbeitszeitkonto. Diese Anteile haben
sich seit 2001 fast nicht verändert. Beim Jahresarbeitszeitmodell
hingegen gab es seit 2001 einen Anstieg von 5,1 Prozent auf 7,8
Prozent (243'000 Arbeitnehmende). Die übrigen 8 Prozent der
Arbeitnehmenden arbeiteten ohne fest vorgegebene Arbeitszeiten.
Trotz der Entwicklung bei den neuen Kommunikationstechnologien
(Computer und Internet) war der Zuwachs der reinen Teleheimarbeit
seit 2001 sehr bescheiden (18'000 statt 12'000 Arbeitnehmende).
Stark zugenommen hat die alternierende Telearbeit, wo nur ein Teil
der Arbeit von daheim aus erledigt wird; diese kletterte von 5,1
Prozent der Arbeitnehmenden (170'000 Personen) auf 8,2 Prozent
(256'000 Personen). BUNDESAMT FÜR STATISTIK
Pressestelle Auskunft:
Michel Kolly, BFS, Sektion Arbeit, Erwerbsleben und thematische
Surveys, Tel.: 032 713 64 76 Pressestelle BFS, Tel.: 032 713 60 13; Fax: 032 713 63 46 Publikationsbestellungen, Tel.: 032 713 60 60, Fax: 032 713 60 61, E-
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