Medienmitteilung
BFS: Raumnutzung in Schutzgebieten
2004-09-16T09:15:00
(ots) - Raumnutzung in Schutzgebieten Landschaftsschutz gelingt nur mit klaren Bestimmungen In der Schweiz sind heute weniger als 2 Prozent der Landesfläche
streng geschützt und ca. 20 Prozent geschützt. Die Analyse der
Bodennutzung innerhalb und ausserhalb der Schutzgebiete zeigt, dass
die Umsetzung der Schutzziele in vielen geschützten Gebieten nicht
gelingt. Das Bundesamt für Statistik (BFS) liefert in der neusten
Ausgabe der Schriftenreihe Umweltstatistik Schweiz Resultate zur
Wirkung des Landschaftsschutzes. Durch den steigenden Raumanspruch
der Schweizer Bevölkerung wird die historisch gewachsene Natur- und
Kulturlandschaft kontinuierlich umgestaltet und verliert zunehmend
ihre landschaftliche Vielfalt. Wirken die nationalen Schutzgebiete
dieser Entwicklung entgegen? Die zukünftige Raumordnung in unserem
Land ist Gegenstand einer sich zusehends verstärkenden
Publikumsdebatte. In diesem Zusammenhang nimmt diese Frage eine
wichtige Stellung ein. Das Bundesinventar der Landschaften und
Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) ist das Kerninstrument
der Landschaftsschutzpolitik, seine Objekte gehören zu den
geschützten Gebieten. Trotz der Schutzbestimmung haben die
Siedlungsflächen innerhalb des BLN eine fast gleich hohe
Wachstumsrate wie in der übrigen Schweiz, sie beträgt in beiden
Fällen in den 12 Jahren zwischen 1983 und 1995 über 10 Prozent.
Zudem ist das Wachstum der einzelnen Siedlungskategorien innerhalb
und ausserhalb der BLN- Objekte vergleichbar. Ein starkes
Siedlungswachstum ist teilweise auch in jenen Gebieten nachweisbar,
in denen traditionelle Siedlungsstrukturen, wie zum Beispiel
Streusiedlungen, zu den expliziten Schutzinhalten gehören. Diese
Resultate werfen Fragen auf über die tatsächliche Schutzwirkung der
grossflächigen BLN-Objekte. Etwas anders sieht es in den streng
geschützten Gebieten aus. Die Objekte des Bundesinventars der
Flachmoore von nationaler Bedeutung zum Beispiel zeichnen sich durch
einen sehr geringen Anteil an Siedlungsfläche aus. In den Objekten
des Bundesinventars der Auengebiete von nationaler Bedeutung sind im
untersuchten Zeitraum zwar auch 60 Hektaren zu Siedlungsfläche
geworden. Dieser Verlust ist aber vor allem auf den kommerziellen
Abbau von Kies an Flussläufen zurückzuführen, der in der Regel einen
vorübergehenden Charakter hat. Es ist zu beachten, dass diese beiden
Bundesinventare erst seit 1994 bzw. 1992 in Kraft sind und
Veränderungen in ihren Objekten zum Teil vor der Ausweisung als
Schutzgebiet stattgefunden haben. Obwohl viele dieser Gebiete noch
nicht sehr lange unter Schutz stehen, weisen die Ergebnisse darauf
hin, dass strenge Schutzbestimmungen eine gute Wirkung haben. Die
nächste Erhebung der Arealstatistik beim BFS (2004-2009) wird
darüber noch mehr Aufschluss geben können. Die Beobachtung der Raumnutzung in Schutzgebieten basiert auf den
Daten der Arealstatistik des Bundesamtes für Statistik (BFS). Die
Arealstatistik erfasst die Bodennutzung mittels Interpretation von
Luftaufnahmen, welche in einem 12-Jahresrhythmus durchgeführt wird -
zuletzt 1979/85 und 1992/97, neu 2004/2009. Die Broschüre mit dem
Titel Nationale Schutzgebiete und ihre Nutzung erscheint in der
Schriftenreihe Umweltstatistik Schweiz des BFS. BUNDESAMT FÜR STATISTIK
Pressestelle Auskunft:
Patricia Jungo, BFS, Sektion Umwelt und nachhaltige Entwicklung,
Tel.: 032 713 61 80 Neuerscheinung: Schriftenreihe Umweltstatistik Schweiz Nr. 13:
Nationale Schutzgebiete und ihre Nutzung, Bestellnummer: 141-9413
Preis: Fr. 9.-- Pressestelle BFS, Tel.: 032 713 60 13; Fax: 032 713 63 46 Publikationsbestellungen, Tel.: 032 713 60 60, Fax: 032 713 60 61, E-
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