Medienmitteilung
BFS: OECD-Bildungsindikatoren 2004: Bildung auf einen Blick
2004-09-14T11:00:00
(ots) - OECD-Bildungsindikatoren 2004: Bildung auf einen Blick Schweiz investiert überdurchschnittlich in ihr Bildungssystem Die jüngsten verfügbaren internationalen Zahlen (2001-2002) weisen
die Schweiz als Spitzenreiterin in Sachen Bildungsinvestitionen aus.
Der bedeutende Mitteleinsatz wirft jedoch vermehrt auch Fragen zur
Effizienz und Wirksamkeit des Bildungssystems auf. In der Ausgabe
2004 von Bildung auf einen Blick der Organisation für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) werden die
Ressourcen und Resultate im Bildungsbereich international
verglichen. Im internationalen Vergleich hat die Schweiz 2001 einen
grossen finanziellen Aufwand im Bildungsbereich betrieben. Alle
Bildungsstufen zusammengenommen, hat sie pro Schulkind bzw. pro
studierende Person 8'800 Dollar ausgegeben, während der OECD-
Durchschnitt bei 6'200 Dollar liegt. Damit befindet sie sich
zusammen mit den USA, Dänemark und Norwegen an der Spitze des
internationalen Klassements. Insgesamt hat die Schweiz 5,3% ihres
BIP für die Bildung aufgewendet. Zwischen 1995 und 2001 sind die
Bildungsausgaben der Schweiz pro Schülerin oder Schüler der Primar-
und Sekundarstufe stabil geblieben. In den meisten OECD-Ländern sind
sie hingegen gestiegen. Demgegenüber hat die Schweiz in derselben
Zeit ihre Ausgaben für die Lernenden der Tertiärstufe erhöht. Diese
Entwicklung erklärt sich weitgehend durch strukturelle Reformen,
insbesondere durch die Schaffung der Fachhochschulen. Es handelt
sich somit um das Ergebnis einer punktuellen Investition. Das
Schweizer Bildungssystem ist nicht zuletzt wegen des hohen
Lohnniveaus eines der teuersten der Welt. Der Aufwand für das
Schulpersonal macht auf der nicht-tertiären Stufe 85% der laufenden
Ausgaben aus; auf der Tertiärstufe sind es 77%. Der OECD-
Durchschnitt beträgt 81% bzw. 67%. Auch andere Faktoren erklären die
hohen Bildungsinvestitionen der Schweiz. Zu nennen sind etwa die
gute schulische Infrastruktur, die dezentrale Organisation des
Systems (mit kleinen Klassen und Schulen) oder die Existenz der vier
Sprachregionen. Ergebnisse im Bereich der Kompetenzen und Abschlüsse
Die Schweizer Bevölkerung zeichnet sich im internationalen
Vergleich nach wie vor durch ein gutes Bildungsniveau aus: 82% der
Schweizerinnen und Schweizer im Alter von 25 bis 64 Jahren verfügen
mindestens über eine Ausbildung der Sekundarstufe II. Das OECD-
Mittel liegt lediglich bei 65%. Nur wer beim Übergang zur
nachobligatorischen Ausbildung über ein solides Fundament an
Kompetenzen verfügt, hat gute Chancen auf eine erfolgreiche
Fortsetzung der Bildungskarriere im beruflichen oder allgemein
bildenden Bereich. Die Messresultate zu wichtigen Kompetenzen fallen
für die Schweiz jedoch uneinheitlich aus. Die Abschlussquote auf der
Sekundarstufe II und auf der Tertiärstufe vermittelt einen Eindruck
vom vorhandenen Humankapital. 2002 schlossen neun von zehn jungen
Schweizerinnen und Schweizern eine Ausbildung auf der Sekundarstufe
II erfolgreich ab. Dieses Ergebnis übertrifft den internationalen
Durchschnitt (acht von zehn); die Länder am unteren Ende der
Rangliste holen jedoch auf. Die Inhaberinnen und Inhaber eines
solchen Abschlusses sind für den Eintritt ins Berufsleben oder eine
höhere Ausbildung gerüstet. Auf der Tertiärstufe haben sie die Wahl
zwischen einem Hochschulstudium oder einer höheren Berufsbildung.
Die Abschlussquote dieser zwei Bildungsrichtungen beträgt in der
Schweiz rund 37% (19% höhere Berufsbildung, 18% Hochschulen). Sie
liegt damit um fünf Prozentpunkte unter dem internationalen Mittel.
sowie auf dem Arbeitsmarkt Die Fortsetzung der Ausbildung über die
obligatorische Schule hinaus begünstigt die Integration in den
Arbeitsmarkt. In der Schweiz kommt dies insbesondere der beruflichen
Eingliederung der Frauen zugute. Frauen, die ihre Ausbildung auf der
Sekundarstufe II fortsetzen, weisen eine Erwerbstätigenquote von 73%
auf. Jene, die dies unterlassen, kommen hingegen nur auf 60%. Für
die Absolventinnen höherer Ausbildungen ergibt sich ein Wert von
82%. Männer nur mit obligatorischer Schulausbildung verzeichnen eine
Quote von 82%, jene mit höherer Sekundarausbildung eine von 90% und
jene mit Tertiärausbildung eine von 94%. Im internationalen
Vergleich weist die Schweiz eine der höchsten Erwerbstätigenquoten
auf. Bildungsinvestitionen ermöglichen den Erwerb von Kompetenzen,
die das Einkommenspotenzial erhöhen und zur wirtschaftlichen
Produktivität beitragen. Lohnunterschiede hängen von der höchsten
abgeschlossenen Ausbildung ab. Sie sind ein Mass für den
finanziellen Anreiz und die Motivation der Lernenden, sich weiter
auszubilden. Nimmt man das mittlere Einkommen auf der Sekundarstufe
II als Basis (100%), beträgt das durchschnittliche Einkommen mit
obligatorischer Schulausbildung 76%, mit Tertiärausbildung hingegen
158%. Diese Ergebnisse liegen nahe der internationalen Mittelwerte
(80% und 148%). BUNDESAMT FÜR STATISTIK
Pressestelle Auskunft:
Wayra Caballero Liardet, BFS, Sektion Bildungssysteme, Wissenschaft
und Technologie, Tel.: 032 713 64 81
Hélène Gapany Savioz, BFS, Sektion Bildungssysteme, Wissenschaft und
Technologie, Tel.: 032 713 66 78 Neuerscheinung:
Bildung auf einen Blick, OECD-Indikatoren 2004, Paris 2004
Bestellung unter:
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