Medienmitteilung
BFS: Die Frauen bei den Nationalratswahlen 2003: Entwicklung seit 1971
2004-06-11T09:15:00
(ots) - Die Frauen bei den Nationalratswahlen 2003: Entwicklung seit 1971 Frauen werden nicht nur weniger häufig als Kandidatinnen nominiert,
sie werden auch weniger häufig gewählt: Die «statistische» Chance,
gewählt zu werden, war bei den Nationalratswahlen 2003 für die
Frauen 1,6-mal kleiner als für die Männer. Am besten schnitten bei
den Nationalratswahlen 2003 die Frauen der rotgrünen Parteien ab;
sie haben weitgehend mit den Männern gleichgezogen. Die
Frauenanteile unter den Gewählten sinken jedoch, je weiter rechts
sich eine Partei positioniert; die SVP bringt es im Nationalrat noch
auf 5,5% Frauen. Dieses und weitere Ergebnisse samt einer
ausführlichen Dokumentation der Resultate der Frauen und Männer bei
den Nationalratswahlen sowie bei den Ständeratswahlen und den
kantonalen Parlamentswahlen von 1971 bis 2003 finden sich in der
neuen Studie des Bundesamtes für Statistik (BFS). Bei den
Nationalratswahlen 2003 betrug der Frauenanteil unter den
Kandidierenden 35% und war damit gleich gross wie schon bei den
Nationalratswahlen 1995 und 1999. Trotz dieses Stillstandes wurden 5
Frauen mehr gewählt als 1999 und der Frauenanteil im Nationalrat
verbesserte sich um 2,5 Punkte auf 26%, was das beste Ergebnis seit
der Einführung des Frauenstimmrechts ist. Im Vergleich zu den
Nationalratswahlen 1999 verbesserten die SPS- Frauen ihre Vertretung
am deutlichsten (+4), gefolgt von den Frauen der CVP, der PdA und
den Grünen (je +1). Prozentual legten die CVP- Frauen am stärksten
zu (von 23% auf 32%). Bei der FDP dagegen sank der Frauenanteil
wieder unter die 20%-Marke und bei der SVP erreichte er 5,5%.
Akzentuiertes parteipolitisches Verteilungsmuster der gewählten
Frauen Die Nationalratswahlen 2003 verstärkten nicht nur die
Polarisierung der Parteienlandschaft, sie akzentuierten auch das
parteipolitische Verteilungsmuster der gewählten Frauen. Die Grünen
entsenden gleich viele Frauen wie Männer in den Nationalrat, die SPS
erreichte mit der grössten Frauendelegation fast
Geschlechterparität (46%). Deutlich niedriger schon sind die
Frauenanteile bei den bürgerlichen Parteien, von denen die CVP mit
32% am besten dasteht, gefolgt von der LPS (25%) und der FDP (19%).
Der Frauenanteil von 5,5% ist der niedrigste Wert für die SVP seit
1987. Dasselbe parteipolitische Verteilungsmuster der gewählten
Frauen im Nationalrat kann auch in den kantonalen Parlamenten
festgestellt werden. Bürgerliche Ständerätinnen in der Mehrheit
Anders ist dagegen die Verteilung der gewählten Frauen nach Parteien
im Ständerat, wo der Frauenanteil von 20% auf 24% angestiegen war:
Fast 2/3 der Ständerätinnen (7 von 11) gehören einer bürgerlichen
Partei an (5 FDP, 2 CVP); 4 Ständerätinnen sind Mitglied der SPS.
Die grössten Frauenanteile finden sich bei der SPS und bei der FDP
(44% bzw. 36%). Die CVP stellt 2 Ständerätinnen und 13 Ständeräte
(13%). Die SVP ist im Ständerat mit 8 Männern und keiner Frau
vertreten. BUNDESAMT FÜR STATISTIK
Pressestelle Auskunft:
Werner Seitz, BFS, Sektion Politik, Kultur, Medien, Tel.: 032 713 63
65 Neuerscheinung: BFS, Die Frauen bei den Nationalratswahlen 2003.
Entwicklung seit 1971. Mit einem Anhang zu den Frauen bei den Wahlen
in den Ständerat und in die kantonalen Parlamente, Neuchâtel 2003,
Bestellnummer: 016 0302. Preis: Fr. 15.-- Pressestelle BFS, Tel.:032 713 60 13; Fax: 032 713 63 46 Publikationsbestellungen, Tel.: 032 713 60 60, Fax: 032 713 60 61, E-
Mail: order@bfs.admin.ch Weiterführende Informationen finden Sie auf der Homepage des BFS
http://www.statistik.admin.ch Die Medienmitteilungen des BFS können als elektronische Newsletter
abonniert werden.
Anmeldung unter http://www.news-stat.admin.ch
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100000114/100475804
|
|