Medienmitteilung
BFS: Provisorische Berechnungen zur Bevölkerungsentwicklung
Leicht rückläufige Bevölkerungszunahme im Jahr 2003
2004-02-23T09:15:00
(ots) - Provisorische Berechnungen zur Bevölkerungsentwicklung Leicht rückläufige Bevölkerungszunahme im Jahr 2003 Die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz nahm 2003 um rund 50'000
Personen zu und erreichte Ende 2003 den Stand von 7'367'900. Die
Zuwachsrate von 0,7% war gegenüber 2002 leicht rückläufig. Während
der Einwanderungsüberschuss auf dem Niveau der beiden Vorjahre
verblieb, verzeichnete der Geburtenüberschuss den tiefsten seit 1918
beobachteten Wert. Dies zeigen die provisorischen Berechnungen des
Bundesamtes für Statistik (BFS). Die ständige Wohnbevölkerung der
Schweiz erreichte Ende 2003 den Stand von 7'367'900 Personen. In
dieser Zahl sind die schweizerischen Staatsangehörigen, die
ausländischen Aufenthalter und Niedergelassenen, Kurzaufenthalter
mit einem Aufenthalt von mehr als einem Jahr sowie die
internationalen Funktionäre enthalten. Nicht eingeschlossen sind die
ausländischen Kurzaufenthalter mit einem Aufenthalt von weniger als
einem Jahr (Jahresdurchschnitt 2003: 63'900) und die Personen des
Asylbereichs (Ende 2003: 65'700). Die Zuwachsrate von 0,7% war
gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig (2002: 0,8%). Die Zunahme
der gesamten ständigen Wohnbevölkerung im Jahr 2003 ergab sich aus
einem Geburtenüberschuss (Geburten abzüglich Todesfälle) von 8000
und einem Einwanderungsüberschuss (Einwanderungen abzüglich
Auswanderungen) von 42'000 Personen. Gemäss ersten Schätzungen
wurden in der Schweiz 2003 ausserdem 40'000 Ehen geschlossen
nahezu gleich viele wie im Vorjahr (2002: 40'200). Einwanderungen
als dominierende Komponente des Bevölkerungswachstums Im Jahr 2003
sind erneut mehr Personen in die Schweiz eingewandert als das Land
verlassen haben. Dabei ergab sich ein Wanderungsgewinn von 42'000
Personen, für den ausschliesslich ausländische Staatsangehörige
verantwortlich waren. Anfang der 1990er Jahre erreichte der
Einwanderungsüberschuss ein ähnliches Niveau (1992: 40'200), um in
der Folge stark zu sinken (mit Auswanderungsüberschüssen 1996 und
1997) und ab 1998 erneut kontinuierlich anzusteigen. 2003 wurde
dieser Aufwärtstrend jedoch unterbrochen: Der
Einwanderungsüberschuss 2003 war um 5700 bzw. rund 12% tiefer als im
Vorjahr. Das Bevölkerungswachstum 2003 beruhte zu vier Fünfteln auf
dem Einwanderungsüberschuss. Die Wanderungen über die Staatsgrenzen
der Schweiz sind seit 2000 erneut (wie auch schon in der Periode
1986- 1994) die dominierende Wachstumskomponente der Bevölkerung.
Rückgang der Geburten und Anstieg der Todesfälle Die Geburtenzahl
sank in der Schweiz im Jahr 2003 um 1,2%. Die vorläufige Zahl der
lebend geborenen Kinder betrug 71'500 und war damit um rund 900
geringer als im Vorjahr (2002: 72'400). Der seit 1992 feststellbare
Rückgang der Geburten setzte sich somit weiter fort. Trotzdem werden
in der Schweiz nach wie vor jährlich mehr Menschen geboren als
sterben. Der Geburtenüberschuss verringert sich jedoch seit 1997
kontinuierlich und erreichte 2003 mit 8000 Personen den tiefsten
seit 1918 dem Jahr der Spanischen Grippe - beobachteten Wert. Die
Zahl der Todesfälle nahm 2003 um 1700 (+2,8%) auf 63'500 zu. Trotz
der Hitzewelle im vergangenen Sommer war somit kein signifikanter
Anstieg der Todesfälle zu beobachten. Deren Zahl bewegt sich seit
1990 jährlich zwischen 62'000 und 63'700. Zuwachs der
Wohnbevölkerung schweizerischer Nationalität nur dank Einbürgerungen
Das Wachstum der Bevölkerung schweizerischer und ausländischer
Nationalität verläuft seit mehreren Jahren unterschiedlich. Während
die Wachstumsrate der Ausländerinnen und Ausländer 2003 mit 1,6%
doppelt so hoch war wie diejenige der Gesamtbevölkerung, stieg die
Zahl der Schweizerinnen und Schweizer um lediglich 0,5%. Die
schweizerischen Staatsangehörigen verzeichneten erneut sowohl einen
Sterbe- als auch einen Auswanderungsüberschuss; ihre Zahl steigt
seit 1993 jährlich einzig auf Grund der das Schweizer Bürgerrecht
erwerbenden Ausländerinnen und Ausländer (2003: 35'400
Einbürgerungen von in der Schweiz lebenden Personen). Alterung der
Bevölkerung hält an Die demografische Alterung der Bevölkerung
schreitet auch in den Jahren des langsameren Wachstums weiter fort.
Seit 1990 stieg der Anteil der 65-Jährigen und Älteren von 14,6% auf
15,6% (2003), während in der gleichen Zeitspanne der Anteil der
unter 20-Jährigen von 23,4% auf 22,5% und derjenige der 20- bis
39-Jährigen von 31,2% auf 28,0% abgenommen hat. Der Altersquotient
(Verhältnis der 65-Jährigen und Älteren zu den 20- bis 64-Jährigen)
nimmt weiterhin leicht zu (2003: 25,2%), während der Jugendquotient
(Verhältnis der 0- bis 19-Jährigen zu den 20- bis 64-Jährigen) 2003
mit 36,4% gegenüber dem Vorjahr um weitere 0,4 Prozentpunkte
gefallen ist. Die sinkende Fruchtbarkeit und die steigende
Lebenserwartung sind die beiden Hauptursachen dieser Entwicklung,
welche sich in den nächsten Jahren weiter verschärfen wird, wenn die
geburtenstarken Jahrgänge der Baby-Boom-Generation der 1960er Jahre
in die älteren Altersgruppen aufsteigen. Unterschiedliches
regionales Wachstum Das Bevölkerungswachstum 2003 verlief in den
einzelnen Kantonen der Schweiz unterschiedlich. 10 Kantone
verzeichneten 2003 Zuwachsraten der ständigen Wohnbevölkerung,
welche über dem Schweizer Mittel von 0,7% lagen. An der Spitze
befanden sich die drei Kantone Freiburg (+1,5%), Schwyz (+1,4%) und
Zug (+1,3%). 2003 nahm die Bevölkerung in drei Kantonen jeweils
leicht ab: in Appenzell A.Rh. und Basel- Stadt (je -0,2%) sowie im
Jura. Nahezu ein Drittel der Bevölkerung der Schweiz (29,9%) lebt in
den Kantonen Zürich und Bern. Der bevölkerungsreichste Kanton,
Zürich, erreichte Ende 2003 eine Einwohnerzahl von 1'253'500
Personen. Im kleinsten Kanton, Appenzell I.Rh., wohnten knapp 15'000
Personen (0,2% der Bevölkerung der Schweiz). Ausländeranteil und
Referenzbevölkerung Gemäss den provisorischen Berechnungen des BFS
erreichte die ständige ausländische Wohnbevölkerung Ende 2003 den
Stand von 1'508'500 Personen. Der Anteil der ausländischen
Staatsangehörigen an der gesamten ständigen Wohnbevölkerung der
Schweiz betrug somit 20,5%. Die ständige ausländische
Wohnbevölkerung umfasst nach BFS- Definition die folgenden
Personengruppen: Niedergelassene und Aufenthalter (inkl. anerkannte
Flüchtlinge), Kurzaufenthalter mit einem bewilligten Aufenthalt von
mindestens 12 Monaten, Funktionäre internationaler Organisationen,
Angestellte diplomatischer Vertretungen oder ausländischer
staatlicher Betriebe (vor allem Post, Eisenbahn, Zoll) sowie deren
in der Schweiz lebende Familienangehörige. Zusätzlich ist auf Grund
von Inkonsistenzen in den verwendeten Datenquellen auch ein so
genannter «Ergänzungsbestand» enthalten, welcher jedoch vom BFS 2004
im Rahmen der Revision der Statistik des jährlichen
Bevölkerungsstandes (ESPOP) dank qualitativ besserer Daten
eliminiert werden kann. Gemäss dem Bundesamt für Zuwanderung,
Integration und Auswanderung (IMES) belief sich der Bestand der
ständigen ausländischen Wohnbevölkerung auf 1'471'000 Personen. Der
Anteil der ausländischen Staatsangehörigen an der gesamten ständigen
Wohnbevölkerung der Schweiz betrug somit 20,1%. Das IMES stützt sich
bei seinen Berechnungen auf die Definition der ständigen
ausländischen Wohnbevölkerung, wie sie in der Verordnung zur
Begrenzung der Zahl der Ausländer (BVO) festgehalten ist. Dabei
werden die Niedergelassenen, die Aufenthalter und die
Kurzaufenthalter mit einem bewilligten Aufenthalt von mindestens 12
Monaten berücksichtigt, nicht jedoch die internationalen
Funktionäre. Die Definitionsunterschiede bei der Referenzbevölkerung
sind dafür verantwortlich, dass der vom BFS ausgewiesene Bestand der
ständigen ausländischen Wohnbevölkerung - und damit auch der
Ausländeranteil - stets leicht höher ist als derjenige des IMES. BUNDESAMT FÜR STATISTIK
Informationsdienst Auskunft:
Marcel Heiniger, BFS, Sektion Demografie und Migration, Tel. 032 713
68 74
E-Mail: marcel.heiniger@bfs.admin.ch
Neuerscheinung bzw. detaillierte Tabellen:
BFS aktuell "Statistik des jährlichen Bevölkerungsstandes (ESPOP) -
Provisorische Ergebnisse 2003" verfügbar auf der Homepage des BFS
unter der folgenden Adresse:
http://www.statistik.admin.ch/stat_ch/ber01/aktuellste/daktuellste.ht
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Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100000114/100472129
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