Medienmitteilung
UREK-SR vertagt die Ratifizierung des Verkehrsprotokolls der Alpenkonvention
Ständeratskommission weiterhin im Schlafwagen
2004-01-30T16:43:40
Altdorf (ots) - Die Ständeratskommission für Umwelt, Raumplanung
und Energie (UREK) hat die Ra-tifizierung des Verkehrsprotokolls der
Alpenkonvention erneut verschoben. Offenbar fehlt es der Mehrheit
der Kommissionsmitglieder zehn Tage vor der Avanti-Abstimmung an
verkehrspolitischer Weitsicht. Spätestens nach dem Schiffbruch der
Avanti-Vorlage muss die Kommission aus dem Schlafwagen aussteigen
und mit der Al-penkonvention vorwärts machen. Das Verkehrsprotokoll der Alpenkonvention ist eine einmalige Chance,
die schweizerische Verkehrspolitik mit dem Ziel der Verlagerung des
alpenquerenden Güterverkehrs auf die Schien international zu
verankern. Erstmals liegt ein ganzheitliches Konzept für eine
nachhal-tige Mobilität im Alpenraum vor. Während die meisten Alpenstaaten, allen voran Österreich, das
Verkehrsprotokoll begrüssen und längst schon in Kraft setzten,
drücken sich Italien und die Schweiz um die Ratifizierung des
Verkehrsprotokolls herum - weil die Mehrheit der Parlamentarier
offenbar neue Löcher und Autobahnen für den Transit durch die Alpen
planen will. Sollte das Schweizer Volk am 8. Februar den Bau der
zweiten Gotthardöhre erneut ablehnen, muss die hiesige Bau- und Las-
terlobby im Parlament endlich ihren Röhrenblick aufgeben und sich
auf die bewährte schwei-zerische Verkehrspolitik besinnen. Die
Transitgüter gehören endlich auf die Schiene! Die Ratifizierung des
Verkehrsprotokolls wäre ein wichtiger Schritt, die Schweizer Politik
mit unseren Nachbarländern abzustimmen. Die Frage, ob das Verkehrsprotokoll der Alpenkonvention den Bau
einer zweiten Gotthard-röhre zulässt, ist umstritten. Der Bundesrat
vertritt die Auffassung, ein Ausbau einer beste-hende Transitachse
werde durch die Alpenkonvention nicht behindert. Die
Transitopposition in Österreich und in der Schweiz dagegen ist der
Ansicht, dass nicht nur der Neubau sondern auch der Ausbau von
Trasitstrassen im Alpenraum dem Geist der Konvention widersprechen.
Diese will ja die Belastungen und Risiken des Verkehrs senken und
mit zusätzlichen Lastern ist dies nicht möglich. Der politische
Streit um die Auslegung der Alpenkonvention wird nach einem Nein zur
Avanti-Vorlage ebenso überflüssig wie der theologische Disput über
das Ge-schlecht der Engel. Rückfragen an: Andreas Weissen, Vize-Präsident der Alpen-Initiative, 079 549 92 41 Alpen-Initiative
Alf Arnold
Tel. +41/41 701'97'89
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