Medienmitteilung
Mehr Sicherheit und Tunnelrenovation ohne zweite Röhre möglich: Zwei
Fliegen auf einen Schlag
2004-01-04T09:00:00
Altdorf (ots) - Eine Studie der Alpen-Initiative zeigt, dass
eine
Totalsanierung des Gotthardtunnels auch ohne zweite Röhre möglich
ist. Ein LKW-Verlad erhöht dauerhaft die Sicherheit im
Strassentunnel. Eine Totalsanierung des Gotthardtunnels ist nach Auskunft des
Bundesrates erst in zwanzig oder dreissig Jahren nötig - wenn
überhaupt. Trotzdem wird sie als Argument für eine zweite Röhre
vorgebracht. Eine Studie der Alpen-Initiative zeigt nun, dass es
auch anders geht. Voraussetzung ist, dass bis dann die NEAT eröffnet
und die Verlagerung des Schwerverkehrs auf die Schiene abgeschlossen
ist. Voraussetzung ist auch, dass der gesamte Güterverkehr durch den
neuen Basistunnel abgewickelt wird und nur noch Interregio-Züge über
die Berglinie fahren. Dann nämlich ist es möglich, in der
verkehrsschwachen Zeit zwischen Herbstferien und Ostern den gesamten
Strassenverkehr über den Gotthard auf die Schiene zu verlagern. Der Experte Paul Romann (Müller, Romann & Schuppisser, Zürich)
hat
mehrer Möglichkeiten geprüft. Aus Platzgründen müsste der Verlad von
Personenwagen und der Verlad von Lastwagen räumlich getrennt werden.
Möglich ist z.B. eine Kombination eines LKW-Verlads zwischen den
Räumen Altdorf/Erstfeld und Ambri/Bodio mit einem PW-Verlad zwischen
Göschenen und Airolo. Denkbar ist auch die umgekehrte Variante. - Mit einem Siebeneinhalbminutentakt könnten 600 Personenwagen
pro
Stunde und Richtung durch den Gotthardtunnel transportiert werden,
was dem durchschnittlichen Werktagsverkehr des Jahres 2000
entspricht. Mit Doppelstockwagen, wie sie im Kanaltunnel eingesetzt
werden, könnte die Kapazität noch erhöht werden.
- Ein Viertelstundentakt der LKW-Rola wäre in der Lage, gut 2000
Lastwagen pro Tag oder 600'000 pro Jahr aufzunehmen. Gemäss
Verlagerungsgesetz sollten ab 2009 nur noch rund 550'000 über den
Gotthard fahren. Dank Niederflurwagen können auch schwere Brummer
mit vier Meter Eckhöhe verladen werden.
Nach dem Brand vom Oktober 2001 haben 137'000 Personen mit der
Alpentunnelpetition aus Sicherheitsgründen ein LKW-Verbot im
Gotthardstrassentunnel gefordert. Mit der Rola könnte diesem Ziel
schon ab 2009, wenn das Verlagerungsziel gemäss Gesetz erreicht ist,
dauerhaft entsprochen und damit das grösste Risiko aus dem Tunnel
verbannt werden. Die Kosten für den LKW-Verlad belaufen sich je nach
Verladestrecke
auf 300 bis 400 Millionen Franken. Das ist ein Sechstel von dem, was
eine zweite Röhre und der Ausbau der Nordrampe kosten würden. Der
PW- Verlad, der nur provisorisch während der Sanierung des
Strassentunnel zur Verfügung stehen muss, kommt weit billiger.
Lokomotiven und Wagen müssen nicht gekauft, sondern können
zugemietet werden, die Verladerampen müssen weit weniger massiv
gestaltet werden. Die vollständige Studie kann unter www.alpeninitiative.ch als PDF- File heruntergeladen werden. Alpen-Initiative
Alf Arnold
Tel. +41/41 870 97 81
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100002430/100470625
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