Medienmitteilung
BFS: Internationale Nachfrage - Vergleich zwischen der schweizerischen und
österreichischen Hotellerie
2003-12-30T09:15:00
(ots) - Internationale Nachfrage - Vergleich zwischen der
schweizerischen und österreichischen Hotellerie Übersicht Der Vergleich der internationalen Kundschaft in den
schweizerischen und in den österreichischen Hotelbetrieben von 1990
bis 2002 bringt zahlreiche Ähnlichkeiten bezüglich Struktur und
Entwicklung an den Tag. Offensichtlich haben beide Länder unter der
Intensivierung des Konkurrenzkampfs in der Tourismusbranche (neue
Destinationen, Senkung der Flugpreise, ...) gelitten. So weisen die
Ankünfte- und Logiernächtedaten anfangs der 1990er-Jahre ein
Nachfragehoch für die internationale Besucherschaft aus, das danach
jedoch in beiden Ländern in ein Tief umschlug. In beiden Ländern
gaben somit die wichtigsten Gästeherkunftsmärkte zwischen 1990 und
2002 nach. Dieser Abwärtstrend lässt sich in anderen wichtigen
europäischen Destinationen nicht beobachten. Die Bedeutung des
Wintertourismus für das Hotellogiernächtevolumen in Österreich und
der Schweiz erklärt möglicherweise den Rückgang. Diese zwei stark
auf die traditionellen Winterferien ausgerichteten Destinationen
haben ihre Abhängigkeit von den Schneeverhältnissen sowie die neuen
Alternativen (z.B. Ferien an der Wärme im Winter) deutlich zu spüren
bekommen. Sowohl geografisch als auch vom touristischen Angebot her
ähnlich, ziehen die Schweiz und Österreich dieselbe Kundschaft an.
Acht der zehn wichtigsten Gästeherkunftsländer sind in beiden
Ländern identisch. Eine weitere Parallele im touristischen
Kundenportefeuille der beiden Länder ist die grosse Bedeutung der
Gäste aus Deutschland. Das «Befinden» dieses Marktes hat somit einen
entscheidenden Einfluss auf die Logiernächteentwicklung. Neben
diesen Gemeinsamkeiten zeigen die statistischen Daten auch einige
wichtige Unterschiede zwischen den beiden Destinationen auf. Als
erstes fällt auf: Der Tourismus spielt in Österreich eine noch viel
grössere Rolle als in der Schweiz. So verbuchten die
österreichischen Hotelbetriebe 2002 insgesamt ein fast zweieinhalb
Mal grösseres Logiernächtevolumen. Nicht nur die Grösse des Landes
oder die Infrastruktur, sondern auch die Preisunterschiede im
Allgemeinen und im Gastgewerbe dürften diese deutliche Abweichung
zwischen den beiden Ländern erklären. Die internationale Kundschaft
in Österreich und der Schweiz unterscheidet sich auch in einem
zweiten Punkt: Zwar dominieren in beiden Ländern die europäischen
Besucherinnen und Besucher; in Übersee hingegen ist die Destination
Schweiz viel beliebter. Märkte wie die Vereinigten Staaten oder
Japan sind denn auch in der Schweiz stärker verankert. Drittens
deckt der Vergleich zwischen den Hotelstatistiken der beiden Länder
eine erstaunliche Differenz in der mittleren Aufenthaltsdauer der
internationalen Gäste im selben Betrieb auf. Ein internationaler
Besucher oder eine internationale Besucherin verbringt
durchschnittlich eineinhalb Logiernächte mehr in einem
österreichischen Hotel als in einem schweizerischen. Dadurch, dass
die österreichischen Hotelbetriebe ihre Gäste zum längeren Verweilen
bewegen können, sind sie gegenüber den Schweizer Betrieben klar im
Vorteil. Die einander geografisch nahe gelegenen Destinationen
ziehen eine ähnliche Kundschaft an und müssten deshalb eigentlich
auf eine ähnliche Aufenthaltsdauer kommen. In einer
Vertiefungsstudie mit fünf ausgewählten Märkten ergab sich hingegen
für beide Länder eine ähnliche Entwicklung. Die entsprechenden
Märkte ausser Japan in Österreich gaben in beiden
Berichtsdestinationen nach, während sie in anderen Destinationen wie
Frankreich, Spanien und Italien zulegten. Die grafische Darstellung
zeigt insbesondere im Falle der Schweiz eine häufige Korrelation
zwischen Logiernächten und Wechselkurs. Das Ursache-Wirkungsgeflecht
hinter dieser Korrelation lässt sich jedoch nur schwer beurteilen.
Auch nicht zu unterschätzen gilt es die Wirkung des Preisniveaus,
das die Unterscheide in der touristischen Nachfrage ebenfalls
beeinflusst. Seit mehreren Monaten ist die unterschiedliche
Entwicklung des Tourismus in der Schweiz und in Österreich ein viel
diskutiertes Thema. Den erhobenen Daten zufolge hat sich die
Situation in der Schweiz seit 2001 in touristischer Hinsicht
merklich verschlechtert. Österreichs Hotelbetriebe scheinen in den
letzten Jahren in preislicher Hinsicht extrem konkurrenzfähig
geworden zu sein. Längerfristig wird sich zeigen, ob die steilere
Abwärtstendenz der Logiernächte in der Schweiz verglichen mit
Österreich anhalten wird oder nicht. Ersten Ergebnissen für 2003
zufolge ist die Situation im österreichischen Hotelsektor nach wie
vor besser als in der Schweiz, jedoch ist der Unterschied nicht mehr
so extrem. Auskunft:
Aline Bassin, BFS, Tel. 031 323 65 00
Pierre Caille, BFS, Tel. 031 323 68 42
E-Mail: pierre.caille@bfs.admin.ch Informationsdienst:
Tel. 032 713 60 11
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