Medienmitteilung
Der Avanti-Gegenvorschlag ist ein "schwer verkehrtes" Signal an Europa
2003-11-26T16:13:56
Altdorf (ots) - Der heutige Entscheid der EU, den Transitvertrag
mit Österreich nicht weiter zu führen, zeigt klar: Die LKW-Flut in
Europa steigt unaufhaltsam. Leidtragend sind die Menschen im
Alpenraum. Sie werden mit Lärm und Gestank eingedeckt und von einer
Lasterlawine überrollt. Die Schweiz wird in Europa für ihre
vorbildliche Verlagerungspolitik gelobt. Eine Annahme des
Avanti-Gegenvorschlag am 8.Februar öffnet EU-Lastern jedoch die
Schleusen. Innert kurzer Zeit hätten wir Zustände wie am Brenner. Österreich hat im Streit mit der EU um den Transit-Schwerverkehr
eine schwere Niederlage erlitten. Ende Jahr läuft der Transitvertrag
mit einer Begrenzung der Lastwagenfahrten aus. Am Brenner und
anderen Transitstrecken nimmt die LKW-Flut weiter zu, die lokale
Bevölkerung leidet unter Lärm, Dreck und Gestank. Die Schweiz setzt
seit Jahren auf die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene
(NEAT, Alpen-Initiative, FinöV. LSVA). Diese Rolle als
Schrittmacherin der europäischen Verkehrspolitik muss konsequent
weitergeführt werden. Mit dem Avanti-Gegenvorschlag wird sie jedoch
frontal attackiert. Dazu sagt Eva Lichtenberger, österreichische Nationalrätin aus
Tirol: "Wenn ihr Zustände wie am Brenner verhindern wollt, haltet an
eurer Verlagerungspolitik fest, und baut die Transitachsen nicht
aus. Welche Konsequenzen das hätte, kann ich Ihnen gerne in meiner
Heimat zeigen". Der Avanti-Gegenvorschlag ist ein verkappter Baubeschluss für eine
zweite Röhre und den Ausbau der Nordrampe am Gotthard. Das Volk soll
dem Parlament einen Blankoscheck für masslosen Strassenbau
ausstellen. Der Passus, dass das Verlagerungsziel gewährleistet
werden soll, ist ohne zusätzliche Massnahmen reine Augenwischerei. Den europäischen Lastwagen soll mit einer zweiten Röhre der rote
Teppich auf der Strasse ausgerollt werden. Deutschland und Italien
werden sich Investitionen in die NEAT-Zufahrtslinien zweimal
überlegen und ihren Güterverkehr nicht auf die NEAT verlagern. Nur
ein klares Nein zum masslosen Avanti-Gegenvorschlag bewahrt die
Glaubwürdigkeit der Schweizer Verkehrspolitik. Weitere Auskünfte: Toni Aschwanden, 041 870 97 81 Alpen-Initiative
Alf Arnold
Tel. +41/41 701'97'89
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