Medienmitteilung
BFS: Akademiker und Akademikerinnen auf dem Arbeitsmarkt
2003-11-21T09:15:00
(ots) - Akademiker und Akademikerinnen auf dem Arbeitsmarkt
Eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt vier Jahre nach
Studienabschluss Die im Jahr 2002 vom Bundesamt für Statistik (BFS) erstmals
durchgeführte Längsschnittstudie zum beruflichen Werdegang von
Hochschulabsolventen zeigt, dass sich die jungen Akademiker und
Akademikerinnen vier Jahre nach dem Examen gut in den Arbeitsmarkt
integriert haben. Die Erwerbsquote liegt für die
Universitätsabsolventen bei 92% und für die
Fachhochschuldiplomierten bei 94%. Im gleichen Zeitraum ist nicht
nur die Erwerbsquote angestiegen, sondern auch der Anteil derjenigen
Personen, die aufgrund häuslicher Aufgaben oder wegen der Betreuung
von Kindern auf eine Erwerbstätigkeit verzichten. Eine gelungene
Integration in den Arbeitsmarkt Vier bis fünf Jahre nach
Studienabschluss sind über 90% des Prüfungsjahrgangs 1998
erwerbstätig, wobei im Vergleich zu den Universitätsabsolventen
(92%) die Erwerbsquote bei den Fachhochschuldiplomierten (94%) zwei
Prozentpunkte höher liegt. Im vierten Jahr nach dem Examen hat sich
der Anteil der Stellensuchenden weiter verringert: Zum Zeitpunkt der
Befragung 2002 befanden sich 2,3% der Universitäts- und 1,8% der
Fachhochschulabsolventen auf Arbeitssuche; ein Jahr nach
Studienabschluss waren es 4,7% bzw. 3,8% gewesen. Unterschieden sich
die Anteile Stellensuchender beim Einstieg ins Berufsleben zwischen
den Universitätsabsolventinnen und absolventen noch um 2,1
Prozentpunkte, so sind diese geschlechtsspezifischen Unterschiede im
vierjährigen Erwerbsverlauf beinahe verschwunden. Eine gegenläufige
Tendenz zeigen die Befunde für die Fachhochschuldiplomierten: Lag
beim Berufseinstieg der Anteil von stellensuchenden
Fachhochschulabsolventinnen praktisch gleich hoch wie derjenige der
Männer, so hat sich der geschlechtsspezifische Anteilsunterschied im
Zeitverlauf auf 1,7 Prozentpunkte vergrössert. Akademikerinnen
wählen zudem weit häufiger als ihre männlichen Kollegen ein
teilzeitliches Arbeitsmodell. Nach vierjähriger Berufserfahrung sind
knapp die Hälfte der weiblichen Universitäts- und 58% der
Fachhochschulabsolventen Teilzeit beschäftigt; bei den Männern sind
dies 29% beziehungsweise 10%. Während die Frauen Teilzeit arbeiten,
um Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, bevorzugen die
Männer ein berufliches Teilpensum, um Karriere und Freizeit
miteinander zu vereinbaren. Unterschiedliche Beschäftigungschancen
präsentieren sich den Hochschulabsolventen nicht nur für die beiden
Geschlechter, sondern auch für die verschiedenen
Studienfachbereiche. Den grössten Rückgang der Stellensuchquote seit
dem Einstieg ins Berufsleben 1999 konnten sowohl die Universitäts-
als auch Fachhochschulabsolventen aus den technischen Fachrichtungen
verzeichnen. Die Abnahme betrug bei den Maschinen- und
Elektroingenieuren bzw. technikern 1,7 Prozentpunkte (Universität)
beziehungsweise 1,2 Prozentpunkte (Fachhochschule) und bei den
Bauingenieuren und Architekten 2,3 Prozentpunkte beziehungsweise 5,7
Prozentpunkte. Grosse und kleine berufliche Aufstiegschancen Die
überwiegende Zahl der abhängig beschäftigten Hochschulabsolventen
ist zwar vier Jahre nach dem Einstieg in die Arbeitswelt noch auf
den typischen Einsteigerpositionen als qualifizierte Angestellte
ohne Vorgesetztenfunktion tätig. Die Befunde zeigen aber auch, dass
die Absolventen seit dem Verlassen der Hochschule berufliche
Mobilitätschancen wahrgenommen haben. Die Fachhochschuldiplomierten
(36%) befinden sich etwas häufiger als die Universitätsabsolventen
(23%) in einer höheren Position mit Kader oder Vorgesetztenfunktion.
Die Universitätsabsolventen der verschiedenen Fachbereiche haben
nicht die gleichen Aufstiegsmöglichkeiten. Die besten
Aufstiegsvoraussetzungen haben die Ökonomen mit 32% Aufsteigern
gefolgt von den Juristen mit 28% und den Technikern mit 24%. Die
Berufsfelder der Ökonomen und Juristen befinden sich vor allem in
den modernen Dienstleistungsbereichen. Die Ingenieurausbildung
richtet sich zwar in erster Linie an den sekundären
Wirtschaftssektor, trotzdem wurde gerade in den Jahren des IT Booms
das knappe Angebot an Informatikern durch Ingenieure aufgefüllt. Die
geringeren Aufstiegschancen für Absolventen der Geistes und
Sozialwissenschaften (15%) sowie der Exakten und Naturwissenschaften
(15%) lassen sich damit erklären, dass vor allem die Absolventen der
Sprach und Naturwissenschaften wenn sie nicht doktorieren
bevorzugt in den Lehrerberuf einsteigen - einen Beruf mit geringen
Aufstiegsmöglichkeiten. Zudem ist ein Grossteil der
Naturwissenschaftler auch vier Jahre nach dem Studienabschluss noch
an der Hochschule beschäftigt. Hingegen trifft man die
Sozialwissenschaftler häufig im Sozialwesen oder in der öffentlichen
Verwaltung an. Ein ähnliches Bild zeichnet sich für die
Fachhochschulabsolventen. Im vierten Jahr nach dem Diplomabschluss
sind die meisten karrieremässigen «Senkrechtstarter» entweder
Betriebswirte (32%), Bauingenieure (24%) oder Techniker (21%). Alle
drei Fachbereiche sind typische Männerdomänen. Daneben bündeln sich
die bevorzugten Tätigkeitsfelder (Bankwesen, Immobilien, Beratung
oder Informatik) in jenen Dienstleistungsbranchen, die in den vier
Jahren seit 1998 stark vom Wirtschaftsaufschwung profitierten. Die
Aufstiegschancen der Sozialarbeiter sind zwar etwas weniger gut,
trotzdem können 20% von ihnen nach vierjähriger Erfahrung einen
beruflichen Aufstieg verzeichnen. Grosse Einkommenszuwächse nach
vierjähriger Berufserfahrung Die Einkommen der Akademiker sind seit
dem Berufseinstieg in die Höhe geschnellt. Bei den
Universitätsabsolventen ist der Median des Bruttojahreseinkommens im
Zeitraum von drei Jahren um 17'000. und bei den
Fachhochschuldiplomierten um 16'000. Franken gewachsen. Diese
Lohnzuwächse sind in erster Linie auf die erworbenen
Berufserfahrungen und die Aufstiegsmöglichkeiten seit Karrierestart
zurückzuführen. Die Einkommen entwickelten sich in den einzelnen
Wirtschaftsbereichen unterschiedlich schnell. Am kräftigsten haben
die Einkommen in den Bereichen Kredit und Versicherungswesen (plus
31% bei Universitätsabsolventen bzw. plus 39% bei
Fachhochschulabsolventen), Verkehr und Nachrichtenübermittlung (plus
37%), sowie im Baugewerbe (plus 38% bzw. plus 35%) zugelegt.
Günstigere Bedingungen haben die Männer auch beim Einkommen. Nach
vierjähriger beruflicher Integrationsphase hat sich die
Einkommensschere zwischen den beiden Geschlechtern weiter geöffnet.
Die geschlechtsspezifischen Einkommensunterschiede haben sich bei
den Fachhochschabsolventen weit stärker auseinander entwickelt als
bei den Universitätsabsolventen. Gut qualifizierte Frauen befinden
sich nicht nur häufiger als Männer auf den unteren und mittleren,
seltener auf den höheren Einkommensniveaus. Sie sind auch häufiger
als die Männer in den schlechter bezahlten Beschäftigungsbereichen
wie Gesundheits , Sozial oder Schulwesen anzutreffen. BUNDESAMT FÜR STATISTIK
Informationsdienst Auskunft:
Sabina Schmidlin, BFS, Sektion Hochschulen und WissenschaftTel. 032
713 69 01
Publikationsbestellungen, Tel.: 032 713 60 60, Fax: 032 713 60 61, E-
Mail: order@bfs.admin.ch
Neuerscheinung:
BFS, «Entwicklung des Arbeitsmarktes für hoch qualifizierte
Arbeitskräfte», Neuenburg 2003,
Bestellnummer: 540 0102 Preis: Fr. 8.
BFS, «Akademiker und Akademikerinnen auf dem Arbeitsmarkt. Wo stehen
die Hochschulabsolvent/innen vier Jahre nach dem Studienabschluss»,
Neuenburg 2003, Bestellnummer: 500 0200, gratis Weiterführende Informationen finden Sie auf der Homepage des BFS
http://www.statistik.admin.ch 21.11.03
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100000114/100469179
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