Medienmitteilung

Kaffeekrise: Abwarten und Tee trinken? NGO's überreichen Forderungskatalog an den Bundesrat

2003-10-15T10:00:00

Zürich/Orpund (ots) -

Anlässlich des diesjährigen
Welternährungstags fordern die Erklärung von Bern, claro fair trade
und zahlreiche weitere Organisationen* den Bundesrat sowie
schweizerische Kaffeeunternehmen, den Detailhandel und das
Gastgewerbe auf, endlich etwas gegen die Existenzbedrohung der
Kaffeeproduzenten zu unternehmen. Mit dem konkreten Forderungskatalog
wird an Bundesrat und Unternehmen appelliert, einen Beitrag zur
Beilegung der globalen Kaffeekrise zu leisten. Millionen von
Kleinbauern sind von Hunger und Armut bedroht und stehen zurzeit
wegen des real tiefsten Kaffeepreises seit 100 Jahren vor dem Ruin.
Die weltweite Kaffeekrise hält seit gut drei Jahren an. "In der
Schweiz ist das Bewusstsein für diese Tragödie noch gering",
erläutert Bernhard Herold, Erklärung von Bern. Obwohl die Schweiz
einige der weltweit grössten Kaffeehandelsfirmen beheimatet und pro
Kopf zu den grössten Kaffeekonsumenten zählt, hat sie bisher nur
wenig zur Lösung der globalen Krise beigetragen. Mit dem
Forderungskatalog werden nun konkrete Massnahmen vorgeschlagen, wie
sich die Schweiz an der Bewältigung der Kaffeekrise beteiligen kann.
Die NGO's fordern vom Bundesrat, im Weltkaffeemarkt eine aktivere
Politik zu fahren, Qualitätsförderungsprogramme zu unterstützen und
eine Optimierung des Zollwesens vorzunehmen. Zudem sollen die
Schweizer Kaffeeunternehmen, der Detailhandel und das Gastgewerbe
faire Ausgangslagen für die Kaffeeproduzenten schaffen. Bernhard
Herold dazu: "Die Kaffeeunternehmen und der Detailhandel müssen sich
verpflichten, den Produzenten einen existenzsichernden Preis zu
bezahlen, vollständig auf Gentech-Kaffee zu verzichten und Kaffee zu
den Bedingungen des Fairen Handels zu beziehen."
Der Forderungskatalog richtet sich auch an Konsumentinnen und
Konsumenten. "Wenn Kundinnen und Kunden in Geschäften, Restaurants,
Cafés und am Arbeitsplatz konsequent zertifizierten Kaffee aus Fairem
Handel verlangen, wird auch bei den Unternehmen ein Umdenken
stattfinden", präzisiert Gudio Münzel, Leiter Kommunikation der claro
fair trade. Laut EvB und claro fair trade ist das Problem mit der
Forderung an die Produktionsländer, den Kaffeeanbau zu beschränken,
nicht gelöst. Auch die Konsumländer können und müssen Massnahmen
ergreifen, denn dort fallen die grossen Profite an.
Die Dokumentation der EvB und claro fair trade "Kaffee fertig? Wie
die Kaffeekrise die Kleinbauern in den Ruin treibt" informiert
ausführlich über die Hintergründe und Ursachen der Kaffeekrise. Sie
ist zum Preis von CHF 6.00 (exkl. Portokosten) bei der EvB
(www.evb.ch) oder im claro-Laden in Ihrer Nähe erhältlich.
* Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien, Arbeitskreis Tourismus &
Entwicklung, attac Basel, Basler Appell gegen Gentechnologie,
Bethlehem Mission Immensee, Bio Suisse, Botteghe del Mondo, Brot für
Alle, Café RebelDía, Fritz Bertschi AG, gebana AG, Grüne Partei der
Schweiz, Fastenopfer, HEKS, Helvetas, Junge Grüne Schweiz,
Kleinbauernvereinigung VKMB, Liechtensteinische Gesellschaft für
Umweltschutz LGU, Magasins du Monde, Max Havelaar Stiftung,
Schweizerisches Arbeiterhilfswerk SAH, Swissaid, Theologische
Bewegung für Solidarität und Befreiung, Zentralamerika Sekretariat

Kontakt:

Erklärung von Bern
Bernhard Herold
Ernährung und Landwirtschaft
Tel. +41/1/277'70'04
E-Mail: food@evb.ch

claro fair trade AG
Guido Münzel
Leiter Kommunikation
Tel. +41/32/356'07'00
E-Mail: muenzel@claro.ch

Permalink:


https://www.presseportal.ch/de/pm/100003874/100467799


Weiterführende Informationen

http://www.claro.ch

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