Medienmitteilung
BFS: OECD-Bildungsindikatoren 2003
2003-09-16T11:00:00
(ots) - OECD-Bildungsindikatoren 2003
Schweizerisches Bildungssystem im internationalen Vergleich Erfolgreiches Schweizer Bildungssystem am Ende des 20. Jahrhunderts:
knapp 90% der Frauen und Männer zwischen 25 und 34 Jahren haben eine
Ausbildung nach der obligatorischen Schule abgeschlossen. Die
anderen OEDC- Länder sind indessen am Auf- und Überholen. Weniger
fortschrittlich ist die tiefe Beteiligung und die hohe
Geschlechterdifferenz im Tertiärbereich. In der neusten Ausgabe
«Bildung auf einen Blick» veröffentlicht die Organisation für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD aktuelle,
internationale Indikatoren zum gegenwärtigen Bildungsstand. Höhere
Bildung: In der Schweiz eine Sache der Minderheit Die gestiegenen
Anforderungen des Arbeitsmarktes, die Zunahme der Arbeitslosigkeit
in den letzen Jahren und die höheren Erwartungen der Gesellschaft
haben dazu geführt, dass in allen OECD-Ländern der Bildungsstand der
Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten konstant gestiegen ist.
Fortschritte sind auch bei der Überwindung der
Geschlechterdifferenzen zu verzeichnen. Weist die Altersgruppe
zwischen 45 und 55 Jahren noch ein niedrigeres Bildungsniveau bei
den Frauen als bei den Männern auf, hat sich dieses Verhältnis bei
den 25-34-Jährigen im OECD-Durchschnitt angeglichen oder gar
umgekehrt. In der Schweiz bleibt diesbezüglich weiterhin ein grosses
Entwicklungspotential bestehen. Doppelt so viele Frauen wie Männer
verfügen über keine nachobligatorische Ausbildung, und die höheren
Ausbildungsangebote werden mehrheitlich von Männern genutzt. Im
Hochschulbereich differieren die Abschlussquoten um rund 20
Prozentpunkte, in keinem anderen Land ist ein solch ausgeprägter
Unterschied zwischen Frauen und Männern zu verzeichnen. In der
Schweiz haben fast 90% der Bevölkerung im typischen Abschlussalter
einen Bildungsabschluss auf der Sekundarstufe II, welcher ihnen den
Zugang als qualifizierte Arbeitskräfte ins Erwerbsleben oder zur
nächsthöheren Bildungsstufe ermöglicht. War die Schweiz mit diesen
Zahlen in der Vergangenheit an der Spitze der OECD-Länder, so
besitzen in Dänemark, Japan, Polen, Deutschland und Finnland
mittlerweile über 90% der heute 25-34-Jährigen einen Abschluss auf
der Sekundarstufe II. Die OECD-Länder weisen für den Tertiärbereich
eine durchschnittliche Abschlussquote von 41% auf. In der Schweiz
qualifiziert sich dagegen nur ein Drittel der Personen nach dem
Abschluss der Sekundarstufe II weiter. In Japan und Neuseeland, den
Ländern mit den höchsten Quoten, besitzt zwei Drittel der
Bevölkerung ein Diplom im Tertiärbereich. Im Tertiärbereich werden
die höhere Berufsbildung und die Hochschule unterschieden. Im
Hochschulbereich liegt die Schweiz mit 19% deutlich unter dem
OECD-Durchschnitt von 30%. Sie gehört mit Österreich und der
Tschechischen Republik zu den Ländern mit der niedrigsten
Abschlussquote. Die Spannweite der Abschlussquoten der höheren
Berufsbildung in den OECD- Vergleichsländern ist gross, sie reicht
von 0,3% in Italien über 16% in der Schweiz bis hin zu 27% in Japan.
Die Schweizer/innen bilden sich weniger lange aus In 25 von 28
OECD-Ländern kann ein fünfjähriges Kind eine mittlere Schulbesuchs-
und Studiendauer zwischen 16 und 20 Jahren erwarten. Für die Schweiz
beträgt der Wert 16 Jahre. Der vergleichsweise niedrige Anteil von
Studierenden auf der Tertiärstufe führt zu dieser relativ kurzen
Gesamtdauer. Beträgt das Ländermittel der erwarteten Studiendauer im
Tertiärbereich 2,6 Jahre pro Person, so sind es in der Schweiz 1,8
Jahre. Der erwartete Schul- und Studienbesuch dauert für Frauen im
OECD-Durchschnitt ein halbes Jahr länger als jener der Männer. Genau
das Gegenteil ist in der Schweiz der Fall: der erwartete Schul- und
Studienbesuch der Frauen ist ein halbes Jahr kürzer. Neben der
Schweiz haben einzig die Männer in Korea, Mexico und der Türkei eine
längere Bildungserwartung als die Frauen. Die Bildungsindikatoren
der OECD informieren über die Leistungen der Bildungseinrichtungen,
den Einfluss des Lernens, die politischen Massnahmen, mit denen
Lernergebnisse verbessert werden können, die Art, wie
Bildungssysteme funktionieren und sich weiterentwickeln, und die
personellen und finanziellen Ressourcen, die in das Bildungswesen
investiert werden. BUNDESAMT FÜR STATISTIK
Informationsdienst Auskunft:
Anna Borkowsky, BFS, Sektion Schul- und Berufsbildung, Tel.: 032 713
68 21
Neuerscheinungen:
Bildung auf einen Blick, OECD-Indikatoren 2003, Paris 2003
Bestellung unter:
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oder:
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Albrechtstrasse 9/10
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Tel: ++49 30 288 8353
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Weiterführende Informationen finden Sie auf der Homepage des BFS
http://www.statistik.admin.ch und
http://www.oecd.org/els/stats/els_stat.htm 16.9.03
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100000114/100466864
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