Medienmitteilung
Konsultation zur geplanten Revision der Lärmschutzverordnung: Avanti-
Initiative verhindert Lärmsanierung der Strassen
2003-09-03T09:26:24
Altdorf (ots) - Die Frist für die Sanierung übermässig lärmiger
Strassen soll um 12 bis 15 Jahre verlängert werden. So sieht es der
überarbeitete Entwurf der Lärmschutz-Verordung vor. Für die
Alpen-Initiative ist diese Fristverlängerung absolut inakzeptabel.
Die vorgeschlagene Fristverlängerung ist eine massive Attacke gegen
den Lärmschutz und ein Grund mehr, Avanti-initiative und
Gegenvorschlag abzulehnen. Die Sanierung von übermässig lärmigen Strassen geniesst weder beim
Bund noch bei den Kantonen die notwendige Priorität. Bis Ende März
2002 hätten diese Strassen gemäss Lärmschutzverordnung saniert sein
müssen. Hätten - denn bis zum besagten Termin sind gerade einmal 30
Prozent dieser Strassen saniert worden. Rund 1'600 Kilometer
Strassen harren weiter einer Sanierung. Die knappen Finanzen sowie
Probleme beim Vollzug in dicht besiedeltem Raum werden als Grund für
die Versäumnisse angegeben. Jetzt soll die Frist um weitere 12 bis
15 Jahre verlängert werden. So sieht es der überarbeitete Entwurf
des UVEK zur Revision der Lärmschutz-Verordnung vor. Einmal mehr
sollen die lärmgeplagten Strassenanwohner vertröstet werden. Für die
Alpen-Initiative ist diese Fristverlängerung absolut inakzeptabel.
Sie fordert, dass vor dem Bau neuer Strassen die bestehenden
Strecken lärmsaniert werden. Lärmkosten in Millionenhöhe Ein Viertel der Schweizer Bevölkerung ist sowohl tagsüber wie auch
nachts Strassenlärm ausgesetzt, der über den geltenden Grenzwerten
für Wohnquartiere liegt - dies selbst 17 Jahre nach Inkrafttreten
der Lärmschutzverordnung. Für die betroffenen Personen, welche
laufend auf einen späteren Zeitpunkt vertröstet werden, ist dies
nicht bloss ein Ärgerniss. Lärm macht krank, beeinträchtigt die
Psyche und kostet eine ganze Stange Geld. Allein der Strassenverkehr
verursacht vorsichtig berechnete jährliche Kosten von über 700
Millionen Franken. Dies schlägt sich einerseits im sinkenden Miet-
beziehungsweise Kaufwert von lärmexponierten Wohnungen nieder. Als
Faustregel gilt rund 1 Prozent Mietzins pro Dezibel Lärm. Ebenfalls
stark zu Buche schlagen die Arzt- und Medikamentenkosten von
lärmgeplagten Anwohnern. Hinzu kommen weiter Lärmfluchtkosten von
Menschen, welche in der Freizeit aus den unwirtlichen Agglomeration
in die Natur ausweichen. Absurd an dieser Situation ist, dass
dadurch selbst wieder Lärm erzeugt und die ganz Umweltproblematik
weiter verschärft wird. Geld für Sanierung ist vorhanden Das Geld für Sanierungen ist vorhanden, wenn die Prioritäten richtig
gesetzt werden. Aber gerade die Avanti-Initiative und der
Gegenvorschlag wollen das Geld für den Bau neuer Strassen
reservieren. Insbesondere der angestrebte Strassenbaufond
privilegiert den Strassenbau gegenüber andern Strassenanliegen.
Darunter leidet der Strassenunterhalt und eben auch die
Lärmsanierung. Für die Alpen-Initiative ist ein Skandal, dass immer
noch neue Strassen gebaut werden sollen, wenn die alten den
gesetzlichen Umweltstandards nicht entsprechen und so viele Menschen
unter dem Lärm leiden müssen. Sie fordert, dass die Kantone mit
höheren Bundesbeiträgen aus der Strassenkasse zu mehr Engagement
veranlasst werden. Da die Nationalstrassen gemäss neuem
Finanzausgleich zukünftig vollständig Sache des Bundes sind, sind
vom Bund die Kosten ab sofort zu 100 Prozent zu übernehmen. Zudem
sind - für den Staat kostenlos - die Massnahmen an der Quelle zu
verschärfen: Die Fahrzeugvorschriften sind so anzupassen, dass für
besonders lärmige Fahrzeuge Zulassungsbeschränkungen erlassen werden
können. Wo bauliche Massnahmen verzögert werden, ist der Lärm durch
eine Senkung der Tempolimiten zu bekämpfen. Weiter Infos:
Alf Arnold, 041 - 870 97 85 Alpen-Initiative
AlfArnold
Telefon:+41 41 870 97 89
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100002430/100466347
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