Medienmitteilung
BFS: Eidgenössische Volkszählung 2000
2003-09-02T09:15:00
(ots) - Eidgenössische Volkszählung 2000
Starkes Wachstum der Privathaushalte, verlangsamter Wandel der
Familienformen Die Zahl der Privathaushalte in der Schweiz hat seit 1990 stärker
zugenommen (+9,6%) als die Wohnbevölkerung (+6,0%). Der Trend zu
kleinen Haushalten setzte sich fort, wenn auch regional
unterschiedlich. Die Familienformen haben sich vor allem durch die
Zunahme der Singles und der Paare ohne Kinder sowie der
Einelternhaushalte gewandelt. Dennoch leben wie 1990 immer noch vier
Fünftel der Wohnbevölkerung in einem familiären Kontext, und
weiterhin fast die Hälfte wohnt in einem Paarhaushalt mit einem oder
mehreren Kindern. Dies sind einige Ergebnisse der Auswertung der
Volkszählung 2000 durch das Bundesamt für Statistik (BFS). Die Zahl
der Privathaushalte hat zwischen 1990 und 2000 wie in den vorherigen
Dekaden landesweit nochmals stärker zugenommen als die
Wohnbevölkerung: um 9,6%, auf 3,12 Millionen. Im gleichen Zeitraum
wuchs die Wohnbevölkerung um 6,0%. Ein eigentlicher Boom von neuen
Privathaushalten ist in der Innerschweiz feststellbar, wobei dieser
fast ausschliesslich durch die Zunahme der kleinen und kleinsten
Haushalte verursacht ist. Die grössten Zunahmen waren in Zug
(+26,6%), in Schwyz (+24,5%) sowie in Ob- und Nidwalden (je rund
+23%) festzustellen. Deutlich unterdurchschnittlich gewachsen ist
die Zahl der Privathaushalte in den Kantonen Bern (+4,7%), Neuchâtel
(+4,4%), Schaffhausen (+3,2%) und Glarus (+2,1%), sogar abgenommen
hat sie in Basel-Stadt (-3,9%). Trend zu kleinen Haushalten
ungebrochen - ein Drittel aller Haushalte sind Single-Haushalte
Gesamtschweizerisch ist der Trend zu kleinen Haushalten ungebrochen.
Dies zeigt sich insbesondere am Anteil der Einpersonenhaushalte.
Machten diese im Jahr 1960 noch 14,2% der 1,58 Millionen
Privathaushalte aus, so waren es 2000 bereits 36,0% (der 3,12
Millionen Privathaushalte). Der Trend zu kleinen Haushalten ist
besonders ausgeprägt in den urbanen Kantonen und Gemeinden der
Schweiz: Die höchsten Anteile an Einpersonenhaushalten finden sich
wie 1990 in den Kantonen Basel-Stadt (jeder zweite Haushalt ist von
einem Single bewohnt) sowie Genf und Zürich, wo zwei von fünf
Haushalten Einpersonenhaushalte sind. Die Zwei-Personenhaushalte
haben gegenüber 1990 ebenfalls deutlich zugelegt. Ihr Anteil beträgt
fast ein Drittel aller Privathaushalte. In den Kantonen Uri, Schwyz,
Solothurn, Baselland, Aargau, Appenzell Innerrhoden und Jura sind
sie sogar häufiger als die Einpersonenhaushalte, aber auch in Bern
und Schaffhausen sind sie überdurchschnittlich verbreitet. Am häufigsten sind die Privathaushalte von zwei Personen Der Trend
zu kleineren Haushalten wirkt sich auf die durchschnittliche Grösse
der Privathaushalte aus, die in den letzten 10 Jahren nochmals
leicht von 2,33 auf 2,24 Personen gesunken ist. Auch hier weist
Basel-Stadt den tiefsten Wert aus (1,87 Personen), gefolgt von Genf
und Zürich (2,11 und 2,12). Am anderen Ende der Skala stehen die
eher ländlichen und vorwiegend katholischen Kantone (höchster Wert
in Appenzell Innerrhoden: 2,68 Personen pro Haushalt). 1,97
Millionen Personen oder 28,2% der Bevölkerung in Privathaushalten
leben zu zweit. Es folgen die Haushalte mit 4 Personen (23,5%), mit
3 Personen (17,3%) und die Singles (16,0%). Nach wie vor leben 15,0
% der Bevölkerung in Privathaushalten in einem Haushalt mit fünf
oder mehr Personen. Durch den verlangsamten Wandel der
Familienformen wohnen wie 1990 immer noch beinahe vier Fünftel der
Einwohnerinnen und Einwohner im familiären Kontext, und weiterhin
fast die Hälfte lebt als Paar mit einem oder mehreren Kindern.
Wandel der Familienformen fortgesetzt, aber verlangsamt Die
Haushalte mit Paaren ohne Kinder haben zwischen 1990 und 2000 erneut
zugenommen, um 94'000 auf 850'000 Haushalte (+12,5%). Allerdings war
ihr Wachstum zwischen 1980 und 1990 mit 28,9% wesentlich
ausgeprägter gewesen. Dem steht die Abnahme der Haushalte eines
Elternpaares mit einem oder mehreren Kindern gegenüber. Hatte dieser
Haushaltstyp zwischen 1980 und 1990 noch eine geringe Zunahme von
0,9% verzeichnet, so ist er nun zwischen 1990 und 2000 um 21000 auf
898'000 Haushalte (-2,3%) zurückgegangen. Unter anderem unter dem
Einfluss der steigenden Scheidungsziffern nahm seit 1990 die Zahl
der Einelternhaushalte auf 161'000 (+11,2%) zu. Auch hier geht die
Entwicklung im Vergleich zur vorangegangenen Dekade 1980-1990
(+16,6%) in die gleiche Richtung, jedoch verlangsamt. Immer weniger
Paare entscheiden sich zudem für die Ehe. Zwischen 1990 und 2000
nahmen die Paare ohne Trauschein um 28,6% zu, auch wenn die Gruppe
absolut betrachtet immer noch relativ klein ist (189000 Haushalte,
davon 36'000 mit einem oder mehreren Kindern). Auch diese Gruppe ist
gegenüber der Dekade 1980-1990 (+151%) langsamer gewachsen.
Ausländische Haushalte haben mehr Kinder Ausländer und
Ausländerinnen leben seltener als Schweizer und Schweizerinnen in
Einpersonenhaushalten (12,6% gegenüber 16,9%) und auch seltener in
Paarhaushalten ohne Kinder (18,5% gegenüber 26,3%). Dagegen leben
Ausländerinnen und Ausländern weitaus häufiger als Schweizerinnen
und Schweizer im Haushaltstyp Paar mit Kindern (61,1% gegenüber
47,7%). Bei den Einelternhaushalten gibt es keine Unterschiede: ob
der Haushaltsvorstand einen Schweizer Pass hat oder nicht, jeder 20.
Privathaushalt ist ein Einelternhaushalt. Die Mehrheit der Kinder
unter 18 lebt mit Geschwistern Die grosse Mehrheit, nämlich vier
Fünftel der 1,45 Millionen Kinder in Privathaushalten unter 18
Jahren lebt in einem Haushalt, der von einem verheirateten Paar
geführt wird. Zusammen mit einem allein stehenden Elternteil leben
13% und zusammen mit einem Paar ohne Trauschein 3% der unmündigen
Kinder. 22% aller 1,45 Millionen Kinder unter 18 Jahren leben als einzige
Kinder im Familienhaushalt; mehr als drei Viertel (78%) leben
gemeinsam mit mindestens einem andern unmündigen Kind und etwas mehr
als 31% (449000) leben sogar mit zwei oder mehr unmündigen
Geschwistern im Familienhaushalt zusammen. BUNDESAMT FÜR STATISTIK
Informationsdienst Auskünfte zur Pressemitteilung: Dr. Werner Haug, Vizedirektor BFS, Tel: 032 713 66 85 Andere Auskünfte zu den Daten der Volkszählung: Auskunftszentrale für die Volkszählung
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