Medienmitteilung
Lastwagenbrand im Gotthardtunnel: Verbot für Schwerverkehr in Alpentunnels
2003-08-05T15:24:37
Altdorf (ots) - Beim Lastwagenbrand vom 5. August 2003 im
Gotthard-Strassentunnel sind wir für einmal mit einem blauen Auge
davon gekommen. Ohne die schnelle Reaktion des Chauffeurs oder bei
einem früheren Ausbruch des Feuers wäre ein ähnliches Szenario
denkbar gewesen wie bereits beim Lastwagenbrand am 24. Oktober 2001,
als 11 Menschen im Gotthard- Strassentunnel ihr Leben verloren. Die
Alpen-Initiative fordert, dass in den grossen Alpentunnels kein
Schwerverkehr mehr geduldet werden soll - weder am Gotthard noch
anderswo! Nur anhängerlose Lastwagen für die regionale Versorgung
sollen die Tunnels weiterhin befahren dürfen. Der alpenquerende
Güterverkehr ist sofort auf die Schiene zu verlagern. Das neuerliche Ereignis zeigt nicht nur das Gefahrenpotential durch
den Schwerverkehr, es zeigt auch, welche weder verderblichen noch
eiligen Massengüter unsinnigerweise auf der Strasse transportiert
werden. Der Lastwagen, welcher beim Südportal des Gotthardtunnels
vollständig ausbrannte, war mit Windeln beladen. Während die
Strassenlobby diesen neurlichen Fahrzeugbrand für ihre Forderung
nach einer zweiten Röhre nutzen, ist für die Alpen-Initiative klar:
Mit der Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene muss jetzt
vorwärts gemacht werden. Die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer wird
immer wieder gerne als Argument für den Bau einer zweiten Röhre ins
Feld geführt. Dabei haben verschiedene Studien klar aufgezeigt, dass
es bei Unfällen in Tunnels keinen signifikanten Zusammenhang
zwischen der Unfallhäuffigkeit und der Anzahl der Röhren gibt. Eine
grossangelegte Studie aus Österreich ist gar zum Schluss gekommen,
dass Tunnelbereiche mit zwei Röhren und Richtungsverkehr ein
geringfügig höheres Unfallgeschehen aufweisen als Tunnels mit einer
Röhre und Gegenverkehr. Mit anderen Worten: Nicht die Anzahl der
Röhren sondern andere Faktoren bestimmen die Gefährlichkeit eines
Tunnels. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Anteil des
Schwerverkehrs. Bei allen grossen Tunnelunfällen der letzten Jahre
waren Lastwagen die Verursacher. Wenn wir also etwas für die
Sicherheit der Verkehrsteilnehmer im Gotthardtunnel unternehmen
wollen, müssen wir nicht eine zweite Röhre bauen, sondern den
Schwerverkehr so schnell wie möglich auf die Schiene verlagern. Altdorf, 5. August 2003 Alpen-Initiative
AlfArnold
Telefon:+41 41 870 97 89
Permalink:

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