Medienmitteilung
(srk) Migration - eine Herausforderung für Gesundheit und
Gesundheitswesen
2003-06-22T12:12:46
Bern (ots) - Über 200 Personen haben am Freitag und Samstag die
Fachtagung «Migration - eine Herausforderung für Gesundheit und
Gesundheitswesen» des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) im Forum
Fribourg besucht. Sie forderten mehr Anerkennung und finanzielle
Unterstützung durch die öffentliche Hand. Migrantinnen und Migranten sind weniger gesund als die
einheimische Bevölkerung. Ausschlaggebende Faktoren dafür sind der
Aufenthaltsstatus, der sozioökonomische Status, geschlechts- und
altersspezifische Faktoren sowie belastende Arbeits- und
Lebensbedingungen, wie Hans-Beat Moser, Leiter des Departements
Migration SRK, in seinem Referat ausführte. Gleichzeitig wird der
Zugang dieser Bevölkerungsgruppe zum Gesundheitswesen durch
sprachliche und strukturelle Barrieren erschwert. Wie diese
Barrieren überwunden werden und wie den unterschiedlichen
Lebensgeschichten von Migrantinnen und Migranten professionell
begegnet werden kann, sind zentrale Fragen, die an der Fachtagung
ausführlich diskutiert wurden. Die Teilnehmenden - Fachpersonen aus
der Pflege, dem Sozialwesen und Organisationen aus dem
Migrationsbereich - beschäftigten sich mit der Thematik anhand von
Referaten, in Workshops und an der abschliessenden Podiumsdiskussion
mit dem Titel «Politische und strukturelle Anforderungen an ein
transkulturelles Gesundheitswesen». Die Teilnehmenden der Podiumsdiskussion waren sich einig, dass
auf Seiten des Pflegepersonals viel Initiative gezeigt wird, um den
Bedürfnissen von Patientinnen und Patienten mit
Migrationshintergrund gerecht zu werden. Doch mangle es auf der
Ebene des Pflegemanagements oder des Bundes an Ressourcen, derartige
Kompetenzen auch strukturell zu fördern. «Heute kann als Politikerin
kein Vorschlag gemacht werden, ohne dass die Frage folgt, was dies
koste», stellte die Freiburger Gesundheitsdirektorin Ruth Lüthi
fest. Sie gab der Hoffnung Ausdruck, dass die Bundesstrategie
«Migration und Gesundheit 2002-2006» umgesetzt wird und nicht den
Sparübungen zum Opfer fällt. Die dafür vorgesehenen Mittel belaufen
sich auf über 19 Mio. Franken. Die Bundesstrategie war auch Thema des Referates von Thomas
Spang, der beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) für deren Umsetzung
verantwortlich ist. Die Strategie sieht Massnahmen in den Bereichen
Bildung, Prävention, Gesundheitsförderung und -versorgung, Forschung
sowie Therapieangebote für traumatisierte Asyl Suchende vor. Weitere
Referate beleuchteten verschiedene Aspekte des Themas Migration aus
der Sicht der Sozialwissenschaften, der Psychologie oder der
Medizin. In den Workshops wurden zahlreiche Projekte und
Dienstleistungen vorgestellt, wie zum Beispiel HIV-Aids-Prävention
bei Sub-Sahara-Migrantinnen und -Migranten, medizinische Beratung
von Sans-Papiers, die Behandlung von traumatisierten Folter- und
Kriegsopfern oder Gesundheitszentren für Asyl Suchende. Weitere Informationen:
Hildegard Hungerbühler, Tagungsverantwortliche, Tel. 079 578 00 64
Corinne Dobler, Presseverantwortliche, Tel. 078 801 90 49 Schweiz. Rotes Kreuz/Croix-Rouge Suisse
Corinne Dobler
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100002289/100464216
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