Medienmitteilung
Bauinvestitionen in der Schweiz 2002
Stagnation der Bauausgaben
2003-06-06T09:15:00
(ots) - 9 Construction et logement
Bau- und Wohnungswesen
Costruzioni e abitazioni Neuchâtel, 6. Juni 2003
Nr. 0350-0305-60 Bauinvestitionen in der Schweiz 2002 Stagnation der Bauausgaben Die Bauausgaben des Jahres 2002 haben sich gegenüber dem Vorjahr
praktisch nicht verändert. Für 2003 ist angesichts der Bauvorhaben
ein Ausgabenrückgang zu erwarten. Soweit die wichtigsten
provisorischen Resultate der jährlichen Erhebung des Bundesamtes für
Statistik (BFS) über die Investitionen in der Bauwirtschaft.
Gemäss den provisorischen Resultaten der Erhebung beliefen sich die
Bauausgaben im Jahr 2002 auf 44 Milliarden Franken. Dies entspricht
einem leichten Anstieg um 0,4% bzw. um nominal rund 200 Millionen
Franken gegenüber dem Vorjahr. Auf Grund der unsicheren
Konjunkturentwicklung hat der Bausektor von tieferen Baupreisen und
günstigen Zinssätzen profitieren können. Unter Berücksichtigung
einer geschätzten Bauteuerung von -0,6% (provisorische Berechnung),
dürfte die Erhöhung der Bauausgaben real rund 1% betragen.
Die anhaltende Wirtschaftsflaute in der Schweiz und auch weltweit
lässt eine Verringerung der Ausgaben im Bausektor erwarten. Die
Ausgaben im Zusammenhang mit den Bauvorhaben dürften 2003 nominal um
rund 5% gegenüber dem Vorjahr abnehmen.
Stillstand im Hochbau
Die provisorischen Resultate für die Investitionen im Hochbau im
Jahr 2002 haben sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Dies ist
auf das Verhalten der öffentlichen Auftraggeber zurückzuführen, die
ihre Investitionen in diesem Bereich deutlich gesteigert haben
(+9,4%). Die Investitionen der übrigen Auftraggeber, die den
Hochbau zu 84% finanzieren, sind nominal um 1,7% zurückgegangen. Die
Bauten mit industriellem oder kommerziellem Charakter haben infolge
der Konjunkturverlangsamung einen globalen Investitionsabbau von
rund 0,6% erfahren. Trotz Preisabschwächungen und günstiger
Hypothekarzinssätze haben sich die Investitionen in den Wohnbau um
rund 2% verringert. Diese Entwicklung wird durch die provisorischen
Resultate der Statistik zur vierteljährlichen Wohnbautätigkeit
bestätigt, die für das Jahr 2002 eine Schrumpfung der
Neuwohnungsproduktion um 4% ausweist. Der Grund hierfür liegt zum
Teil in der herrschenden wirtschaftlichen Verunsicherung
(Börsenschwäche, zunehmende Arbeitslosigkeit usw.) und dadurch im
zögernden Investitionsverhalten der privaten Auftraggeber (übrige
Auftraggeber).
2003 dürften die Hochbauinvestitionen wegen der anhaltenden
Wirtschaftsflaute deutlich zurückgehen. Dieser Trend könnte sich
insbesondere wegen den Sparvorhaben der öffentlichen Auftraggeber
noch verstärken.
Tiefbau expandiert
Wie letztes Jahr prognostiziert, haben sich die Investitionen im
Tiefbau 2002 um 2,8% oder nominal um 250 Millionen Franken
ausgeweitet. Die öffentlichen Auftraggeber haben ihre Investitionen
im Transportwesen und im Telekommunikationsbereich insgesamt
gesteigert. Bund und Kantone legten dabei um 13% respektive 6% zu,
während die Gemeinden zurückhaltender agierten. Die privaten
Auftraggeber nahmen hingegen ihre Investitionen im Tiefbau um 5%
gegenüber dem Vorjahr zurück. Unter Einbezug der öffentlichen
Unterhaltsarbeiten (2002: +1,9%) ergibt sich eine Steigerung der
Gesamtausgaben im Tiefbau von nominal 2,6%.
Auf Grund der angespannten Finanzlage des öffentlichen Sektors und
der Massnahmen gegen die Schuldenwirtschaft ist für 2003 mit einem
markanten Investitionsrückgang im Tiefbau zu rechnen.
Die in dieser Pressemitteilung publizierten Resultate sind
provisorisch. Die Bauinvestitionen umfassen sämtliche Ausgaben, die
bei der Realisierung eines Bauwerks anfallen. Die Kosten beinhalten
alle Vorbereitungsarbeiten, die reinen Baukosten, alle fest
eingebauten Einrichtungen, die der spezialisierten Nutzung eines
Bauwerks dienen, die Umgebungsarbeiten sowie alle
Erschliessungsarbeiten innerhalb der Grundstücksgrenzen und alle
Baunebenkosten. Nicht eingeschlossen sind die Kosten für den Erwerb
des Grundstücks, die Erschliessung ausserhalb der
Grundstücksgrenzen, die Kosten für die Ausstattung mit mobilen
Gegenständen sowie die öffentlichen Unterhaltsarbeiten. Die
Bauausgaben beinhalten sowohl die Bauinvestitionen als auch die
öffentlichen Unterhaltsarbeiten.
Die Kategorie der übrigen Auftraggeber umfasst sämtliche
Auftraggeber ohne die öffentlichen Auftraggeber (Bund, Kantone,
Gemeinden), d.h. die institutionellen Anleger, die Versicherungen,
die Banken, die privaten Gas-, Elektrizitätswerke und Privatbahnen,
die Bauunternehmungen und Immobiliengesellschaften sowie
Privatpersonen und andere Anleger.
Umbauten rückläufig
2002 haben sich die Umbauinvestitionen um 1% gegenüber dem Vorjahr
verringert. Demgegenüber haben die konjunkturabhängigeren
Investitionen für den Neubau um 1,6% zugelegt.
Die provisorischen Resultate für 2003 lassen einen deutlichen
Investitionsrückgang bei den Neu- und Umbauten erwarten. Der
Unterhalts- und Renovationsbedarf ist jedoch nach wie vor gross:
Insbesondere Altbauwohnungen können wegen Mängeln häufig nicht
besetzt werden.
BUNDESAMT FÜR STATISTIK
Informationsdienst
Auskunft:
Marlies Henggi, BFS, Abteilung Volkswirtschaft und Preise, Tel. 032
713 67 22
Publikationsbestellungen: 032 713 60 60, Fax: 032 713 60 61, E-Mail:
Ruedi.Jost@bfs.admin.ch
Neuerscheinung:
Bau und Wohnbaustatistik in der Schweiz, erscheint ca. im Dezember
2003
Weiterführende Informationen finden Sie auf der Homepage des BFS
http://www.statistik.admin.ch 06.06.2003
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100000114/100463807
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