Medienmitteilung

(TCS) Eurotest 2003: Schweizer Tunnels unter der Lupe

2003-04-24T09:39:08

Bern/Emmen (ots) -

Neue Tunnels schneiden punkto Sicherheit gut ab, ältere Bauwerke
müssen nachgebessert werden.
Die Tunnels Pomy (A1 bei Yverdon) und Gorgier
(A5 bei Neuenburg) erhielten im Tunneltest 2003 die Noten "Sehr gut"
und "gut". Die älteren Tunnels Michbuck (A1 bei Zürich) und Piumogna
(A2 bei Airolo) erreichten die Bewertung "ausreichend" nicht und
wurden als "bedenklich" eingestuft. Die tiefste Note "mangelhaft"
wurde für Schweizer Tunnels nicht vergeben.
Dass modernere Tunnels wie der Pomy (Jahrgang 2001) und der
Gorgier (Jahrgang 2002) im "Eurotest" 2003" gut abschnitten, hängt
mit ihrem guten Ausbaustandard und den für Notfälle getroffenen
Sicherheitsmassnahmen zusammen. Beide Bauwerke verfügen über zwei
Röhren, über Fahrbahnen und Notgehwege in ausreichender Breite und
alle 300 m über Querverbindungen, die als zusätzliche Flucht- und
Rettungswege dienen.
Dass der Pomy besser abschneidet als der jüngere Gorgier Tunnel,
hängt mit dem Vorhandensein von Pannenbuchten zusammen. Beide Tunnels
verfügen über durchgehenden Radioempfang  und eine lückenlose
Videoüberwachung. Die Fluchtwege sind in beiden Tunnels mit
Notleuchten, Angabe der Fluchtrichtung und Entfernung bis zum
nächsten Ausgang gekennzeichnet. Die Funktionsfähigkeit der
Brandlüftungen wurde jeweils mittels strömungstechnischen Messungen
und Rauchversuchen nachgewiesen.
Piumogna (A2 Airolo-Faido) und Milchbuck (A1, Stadt Zürich)
Der 20-jährige Piumogna-Tunnel nimmt den ganzen Verkehr des
Gotthardstrassentunnels auf (zwei Röhren, drei Spuren Richtung Nord
und zwei Spuren Richtung Süden). Die vorhandenen Querverbindungen
sind weder als Fluchtwege ausgebaut noch entsprechend gekennzeichnet.
Nachweise über die Temperaturbeständigkeit der Ventilatoren und die
Funktionsfähigkeit der Brandlüftung durch strömungstechnische
Versuche oder Brandversuche fehlen.
Ausbildung und Ausstattung der Rettungskräfte sind gut.
Milchbuck (A1, Stadt Zürich)
Beim einröhrigen Milchbucktunnel handelt es sich im Grunde
genommen um ein 20jähriges Provisorium mit Gegenverkehr. Er verfügt
weder über Standstreifen noch Pannenbuchten. Flucht- und Rettungswege
sind nicht vorhanden. Positiv sind Ausrüstung und Ausbildung der
Rettungskräfte für den Ereignisfall.
Die Nachrüstung des Milchbuck-Tunnels ist im Gange. So soll das
Brandmeldesystem inklusive Steuerung innerhalb eines Jahres erneuert
werden.
Fazit:
Der TCS setzt sich dafür ein, dass die Tunnelbenutzer über das
richtige Verhalten und die Möglichkeiten der Selbstrettung informiert
werden. Diese Information muss leicht verständlich sein. Deshalb
fordert der TCS eine einheitliche Beschilderung von Fluchtwegen. Die
in den Tunnels angebrachten Hinweise müssen jenen der
Informationsblätter entsprechen und umgekehrt. Die Schaffung
entsprechender Standards ist unumgänglich.

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Mediendienst
Stephan Müller
Mediensprecher
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3001 Bern
Tel. +41/31/380'11'44
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