Medienmitteilung
BFS: Inverkehrsetzung neuer Strassenfahrzeuge 2002
Strassenfahrzeugmarkt stark rückläufig
2003-02-21T09:15:00
Neuchâtel (ots) - Die Zahl der neuen Fahrzeuge ist zwischen 2001
und 2002 deutlich gesunken: Soweit ein Hauptergebnis der Statistik
über die Inverkehrsetzung neuer Strassenfahrzeuge des Bundesamtes
für Statistik (BFS). Das Minus beträgt 7,3% für alle Motorfahrzeuge
zusammen, 6,8% für die Personenwagen und insbesondere 15,9% für die
Sachentransportfahrzeuge. Der Rückgang ist zwar bemerkenswert,
stellt jedoch keine Ausnahme dar: Ähnliche oder sogar noch grössere
Einbrüche wurden auch 1997, 1992 und vor allem 1993 notiert. Der
Kauf neuer Fahrzeuge macht rund 2% des letzten Verbrauchs der
privaten Haushalte aus, der seinerseits 60% des Bruttoinlandprodukts
(BIP) darstellt. Zu Beginn einer Rezession haben die privaten
Haushalte die Tendenz, ihre Ausgaben für dauerhafte Güter so auch
für Neuwagen zu drosseln. Da jedoch Strassenfahrzeuge in vielen
Fällen kaum mehr aus dem Alltag wegzudenken sind, ist jeweils ein
Aufholeffekt und damit ein Wiederanstieg der Käufe zu erwarten,
nachdem das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten wieder
hergestellt ist. Personenwagen: Diesel weiterhin im Hoch 2002 wurden
293'000 neue Personenwagen in Verkehr gesetzt. Dies sind 21'500
Fahrzeuge oder 6,8% weniger als im Vorjahr. Der Diesel gewinnt gegenüber dem Normalbenzin weiterhin an Boden. Im
Jahr 2000 wurden 29'000 neue Dieselfahrzeuge in Verkehr gesetzt,
2001 waren es 42'000 Stück und 2002 deren 52'000. Rund eines von
fünf Fahrzeugen ist nun mit einem Dieselmotor ausgestattet, während
dies 1993 lediglich für eines von dreissig Fahrzeugen der Fall war.
2002 finden sich unter den 40 meistverkauften Marken dieselben Namen
wie 2001; einzig deren Reihenfolge hat sich etwas geändert. Die zehn
ersten Marken verzeichneten im Berichtsjahr allesamt einen Rückgang,
so zum Beispiel VW (1. Rang, -17,7%), Opel (2., -10,1%) und Renault
(3., -9,5%). Die nachfolgenden Marken legten hingegen zu, so Citroën
(11. Rang, +7,1%), Hyundai (12., +17,2%) und Honda (13., +21,0%).
Möglicherweise beginnt der Markt, sich auf eine grössere Anzahl
Hersteller zu verteilen, schrumpfte doch der Anteil der 10 führenden
Marken zwischen 2001 und 2002 von 65,6% auf 64,3%. Unter den 40 beliebtesten Modellen legten insbesondere folgende zu:
Audi A4 (8790 Fahrzeuge, +41,1%), VW Polo (6801, +20,9%), Peugeot
307 (5242, +159,4%), Toyota Corolla (4232, +45,2%). Demgegenüber
hatten allen voran der VW Golf IV (der jedoch weiterhin klarer
Spitzenreiter ist), der Peugeot 206, der Fiat Punto und der Mercedes
Klasse C weniger Erfolg als ein Jahr zuvor. Allgemeiner und
deutlicher Rückgang bei den Nutzfahrzeugen Zu den
Sachentransportfahrzeugen zählen die Lieferwagen, d.h. Fahrzeuge bis
3,5 Tonnen Gesamtgewicht, die Lastwagen mit einem Gesamtgewicht über
3,5 Tonnen, die Sattelschlepper sowie schliesslich einige wenige
Fahrzeuge des Typs Sattelmotorfahrzeuge, die aus einer
untrennbaren Kombination von Sattelschlepper und anhänger bestehen. Die Zahl der neuen Nutzfahrzeuge ist 2002 insgesamt geschrumpft.
Dabei ist hervorzuheben, dass die Zahl der neuen Lieferwagen zum
ersten Mal seit 1996 gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen ist. Hatte
man 2001 noch 22'600 Stück notiert, waren es 2002 lediglich noch
deren 20'100 (-11%). Auch die Anzahl neuer Sattelschlepper hat
nachgegeben, und zwar von 1271 Fahrzeugen im Jahr 2001 auf 1121
Fahrzeuge (-11,8%) ein Jahr später. Was schliesslich die Lastwagen
betrifft, hatte sich 2000 und 2001 eine Erholung abgezeichnet. 2002
bestätigte sich diese Entwicklung ganz und gar nicht, brachen doch
die Verkäufe um 40,9% ein (2001: 4645 Fahrzeuge, gegenüber 2002:
2745 Fahrzeuge). Damit ist der Anteil der Lastwagen am Total der
Nutzfahrzeuge auf 11,4% - den tiefsten Stand seit 1994 gefallen.
Der Bestand an neuen Nutzfahrzeugen hat sich strukturell, ausser im
Treibstoffbereich, wenig verändert. Der Diesel, traditionellerweise
den schweren Motorwagen vorbehalten, breitet sich nun auch immer
mehr auf die Lieferwagen aus. Seit 1996 gibt es mehr neue
Nutzfahrzeuge mit Dieselmotor als mit Benzinmotor, und der
Aufwärtstrend des Diesels ist nach wie vor ungebrochen: Während 1996
ein Anteil von 53,9% gemessen wurde, ergab sich 2002 ein Wert von
78,8%. Neuer Star unter den Motorrädern: das Kleinmotorfahrzeug
Zwischen 1995 und 2000 hatte die Zahl den in Verkehr gesetzten neuen
Motorräder insbesondere wegen der leichten Motorräder stark
zugenommen. Nachdem die Zahlen 2001 leicht rückläufig waren, schien
die Entwicklung ein Plateau erreicht zu haben. 2002 ist der Einbruch
nun unverkennbar, liegt doch das Total der neuen Motorräder deutlich
tiefer (2002: -5,8%, verglichen mit 2001: -1,0%), und selbst die
Zahl der bisher sehr beliebten leichten Motorräder hat nachgegeben
(- 5,2%). Seit 1996 ist ein neuer Typ von Motorrädern auf dem Vormarsch: das
so genannte Kleinmotorfahrzeug. Dabei handelt es sich um ein
Fahrzeug mit begrenzter Motorenleistung (15 kW) und begrenztem
Leergewicht (550 kg). 2002 gingen über 1000 neue Motorräder auf das
Konto dieser Kategorie. Zu den vierrädrigen Motorfahrzeugen zählen
offene, auch Quads genannte Geländefahrzeuge insbesondere der
Marken Yamaha (217 Fahrzeuge), Kawasaki (142) und Bombardier (130)
sowie einige Mini-Autos hauptsächlich der Marke Aixam (86). Die verwendeten Informationen stammen aus der Datenbank MOFIS der
eidgenössischen Fahrzeugkontrolle. Sie beziehen sich auf die im Jahr
2002 vorgenommenen und bis zum 15. Januar 2003 in dieser Datenbank
registrierten Inverkehrsetzungen. Berücksichtigt wurden auch
Fahrzeuge mit Schildern der Bundesverwaltung (A), der Post (P) oder
des Militärs (M). BUNDESAMT FÜR STATISTIK
Informationsdienst Auskunft: :
Albin Raemy, BFS, Sektion Verkehr, Tel. 032 713 62 11 Publikationsbestellungen: Tel.: 032 713 60 60, Fax: 032 713 60 61, E-
Mail: order@bfs.admin.ch
Neuerscheinungen:
BFS, Strassenfahrzeuge in der Schweiz, Inverkehrsetzung neuer
Strassenfahrzeuge 2002, Neuchâtel 2003, Bestellnummer: 031-0200,
Preis: 16.- Fr., erscheint im März 2003 BFS, Strassenfahrzeuge in der Schweiz, Bestand 2002, Neuchâtel 2003,
Bestellnummer: 033-0200, Preis: 30.- Fr., erscheint im März 2003
Weiterführende Informationen finden Sie auf der Homepage des BFS
http://www.statistik.admin.ch
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