Medienmitteilung
BFS: Landesindex der Konsumentenpreise im Januar 2003
Leichter Anstieg des Preisniveaus zu Jahresbeginn
2003-02-06T07:45:00
Neuchâtel (ots) - Der vom Bundesamt für Statistik (BFS) berechnete
Landesindex der Konsumentenpreise verzeichnete im Januar 2003 einen
Anstieg um 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat und erreichte den
Stand von 102,3 Punkten (Mai 2000 = 100). Innert Jahresfrist betrug
die Teuerung 0,8 Prozent, verglichen mit Jahresraten von 0,9 Prozent
im Dezember 2002 und von 0,5 Prozent im Januar 2002. Saisonbedingte
Preissteigerungen für Hotelübernachtungen und höhere Preise für
Erdölprodukte Die leichte Zunahme des Landesindexes im Januar 2003
ist die Folge von höheren Indizes für Restaurants und Hotels
(+1,8%), Verkehr (+1,6%), Gesundheitspflege (+0,7%), Wohnen und
Energie (+0,5%), Freizeit und Kultur (+0,4%), Sonstige Waren und
Dienstleistungen (+0,4%), Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke
(+0,4%) und Nachrichtenübermittlung (+0,2%). Ausschlaggebend waren
dabei saisonale Preissteigerungen in der Hotellerie und
Preiserhöhungen für Erdölprodukte. Stark rückläufig war hingegen der
Index für Bekleidung und Schuhe (-11,9%), beeinflusst durch
Ausverkaufspreise für Winterbekleidung. In den übrigen drei
Bedarfsgruppen fanden im Berichtsmonat keine Preiserhebungen statt.
Preisentwicklung für Inland- und Importgüter Wie das Bundesamt für
Statistik weiter mitteilt, erhöhte sich im Vergleich zum Vormonat
das Preisniveau der Inlandgüter um 0,5 Prozent, während es sich bei
den Importgütern, beeinflusst durch tiefere Preise für Bekleidung
und Schuhe, um 1,1 Prozent ermässigte. Innert Jahresfrist
verzeichneten die Inlandgüter eine durchschnittliche Preissteigerung
um 1,0 Prozent, die Importprodukte eine solche um 0,5 Prozent. Details der Preisentwicklung im Januar 2003 Die Erhöhung des Indexes
für Restaurants und Hotels ist das Ergebnis von saisonalen
Preissteigerungen für Übernachtungen in der Hotellerie (+14,9%,
Hochsaison in den Winterkurorten). Die Zunahme der Indexziffer für Verkehr ist hauptsächlich auf
gestiegene Treibstoffpreise zurückzuführen. Sie erhöhten sich
gegenüber dem Vormonat um 3,9 Prozent (Stichtag 6. Januar) und waren
damit 7,0 Prozent höher als vor Jahresfrist. Leicht angezogen haben
auch die Preise für den Kauf von Autos und die Ansätze für
Autoservice und -reparaturen. Tarifanpassungen bei den Spitaltaxen
in verschiedenen Kantonen und leichte Preiserhöhungen für Spitex
bewirkten einen Anstieg der Indexziffer für Gesundheitspflege. Im
Bereich Wohnen und Energie verteuerten sich die Heizölpreise
gegenüber Dezember 2002 um 11,6 Prozent (Stichtag 6. Januar). Sie
lagen damit um 12,5 Prozent über dem Stand des Vorjahres.
Preisaufschläge wurden auch bei den Gastarifen verzeichnet. In der
Bedarfsgruppe Freizeit und Kultur wurden nur die Radio- und
Fernsehkonzessionsgebühren erhoben. Sie erhöhten sich seit der
letzten Anpassung im Januar 2000 um 4,1 Prozent. Der Index für
Sonstige Waren und Dienstleistungen stieg infolge höherer Prämien
für die Motorfahrzeugversicherung und die private
Krankenversicherung. Bei den Nahrungsmitteln und alkoholfreien
Getränken verteuerten sich innert Monatsfrist vor allem Früchte und
Gemüse, im Vergleich zum Vorjahr sanken die Preise dieser Produkte
dagegen durchschnittlich um 7,2 Prozent. Angezogen haben gegenüber
dem Vormonat auch die Preise für Wurstwaren, Bohnenkaffee,
Halbhartkäse, Bananen und Kalbfleisch. Billiger wurden hauptsächlich
Schokolade, Eier, Kleinbrot und -gebäck sowie Rindfleisch. Der
Indexanstieg der Bedarfsgruppe Nachrichtenübermittlung ist auf
höhere Tarife der Post für Pakete zurückzuführen. Der Index für
Bekleidung und Schuhe sank wegen Ausverkaufspreisen für
Winterbekleidung und Schuhe um 11,9 Prozent. "Preisstatistik 2002. Inventar der preisrelevanten politischen
Massnahmen" Der Bundesrat hat das Bundesamt für Statistik
beauftragt, die Indexwirkung politischer Massnahmen jährlich zu
schätzen. Die Ergebnisse findet man in der demnächst erscheinenden
Publikation "Preisstatistik 2002". Sie enthält eine Zusammenstellung
von Massnahmen in wirtschaftlichen Rahmengesetzen, im Steuerwesen,
bei administrierten Preisen, in der Landwirtschaft, im Verkehrs- und
Energiewesen sowie in der Umweltpolitik, welche die Preisentwicklung
im vergangenen Jahr beeinflusst haben oder diese in Zukunft
beeinflussen werden. Neu wird darin auch die Entwicklung der
Konsumentenpreisindizes für verschiedene Bevölkerungsgruppen (z.B.
Rentner, Paare mit Kindern, Alleinerziehende)
publiziert."Preisstatistik 2002" kann ab 11. Februar gratis im
Internet (PDF-Format) heruntergeladen
(http://www.statistik.admin.ch/stat_ch/ber05/dt0500.htm),
telefonisch (032 713 60 60) oder per E-Mail (order@bfs.admin.ch)
bestellt werden. Die Bestellnummer lautet 402-0200. Neugewichtung des Warenkorbes
Der Landesindex der Konsumentenpreise wurde letztmals im Mai 2000 in
methodisch modernisierter Form auf eine neue Basis gestellt. In den
neuen Grundlagen ist vorgesehen, ihn als Kettenindex mit jährlicher
Neugewichtung zu berechnen. Das bedeutet, dass der Warenkorb jedes
Jahr den veränderten Konsumgewohnheiten angepasst wird und damit
eine aktuellere Abbildung der realen Verhältnisse erlaubt. Die
Gewichtungsgrundlage bildet die ab dem Jahr 2000 jährlich
durchgeführte Einkommens- und Verbrauchserhebung (EVE). Die jüngste
Neugewichtung des Warenkorbes wurde mit dem Bezugsmonat Dezember
2002 eingeführt und ist erstmals für das vorliegende Januar-Ergebnis
wirksam.
Basis für die Gewichtung 2003 des Warenkorbes bildet die EVE 2001.
Bei rund 3700 aus dem Telefonverzeichnis zufällig ausgewählten
Haushalten wurden die Ausgaben detailliert erhoben und zu einer
durchschnittlichen Ausgabenstruktur hochgerechnet. Ausgehend von
dieser Ausgabenstruktur wurden die einzelnen Warenkorbpositionen
gewichtet.
Gewichtung des LIK-Warenkorbes im Vergleich Zwischen 2002 und 2003 hat im Warenkorb vor allem die Bedeutung für
Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke, Bekleidung und Schuhe,
Gesundheitspflege und Nachrichtenübermittlung zugenommen. Gesunken
sind hingegen die Anteile für alkoholische Getränke und Tabak,
Wohnen, Energie, Haushaltführung, Freizeit und Kultur, Erziehung und
Unterricht sowie sonstige Waren und Dienstleistungen Verkettung mit
früheren Indexreihen Die früheren, rechnerisch mit der aktuellen
Indexziffer verknüpften Reihen ergeben für den Januar 2003 Indizes
von 108,5 Punkten auf der Basis Mai 1993=100, von 150,3 Punkten auf
der Basis Dezember 1982=100, von 187,4 Punkten auf der Basis
September 1977=100 und von 315,9 Punkten auf der Basis September
1966=100. BUNDESAMT FÜR STATISTIK
Informationsdienst
_________ Auskunft:
Gilbert Vez, BFS, Sektion Preise und Verbrauch, Tel.: 032 / 713 69 00
Weiterführende Informationen finden Sie auf der Hompage des BFS
http://www.statistik.admin.ch 06.02.03
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100000114/100459865
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