Medienmitteilung
BFS: Das Schweizer Hochschulsystem im dynamischen Wandel
Universitäten und Fachhochschulen : eine gelungene Integration?
2002-12-17T09:15:00
Neuchâtel (ots) - Fünf Jahre nach Einführung der Fachhochschulen
werden die Veränderungen in der schweizerischen Hochschullandschaft
auch zunehmend statistisch sichtbar. Im Jahr 2001 haben etwa 30% der
jungen Erwachsenen in der Schweiz ein Studium an einer Hochschule
begonnen. Etwa gleich viele Frauen wie Männer starteten ihr Studium
an einer Universität. An den Fachhochschulen liegt der Frauenanteil
erst bei 33%. Antworten zu diesen und weiteren statistischen
Aspekten des sich neu gestaltenden Hochschul-systems gibt ein im
Bundesamt für Statistik (BFS) neu erstellter Bericht. Etwa 30% der jungen Erwachsenen starten ein Studium an einer
Schweizer Hochschule Der dynamische Wandel des Hochschulsystems und die wachsende
Bildungsnachfrage im Hochschulbereich schlagen sich in einer
kontinuierlichen Zunahme Studierwilliger nieder. Gemessen an der
gleichaltrigen Bevölkerung steigt der Anteil der Personen, welche
ein Studium an einer schweizerischen Hochschule antreten, stetig an.
Lag die Hochschuleintrittsquote vor 20 Jahren bei den universitären
Hochschulen noch bei 12%, so beträgt sie im Jahr 2001 etwa 21%. Bei
den Fachhochschulen stieg die Quote seit ihrer Gründung im Jahre
1997 von 5,2% auf 9,7% im Jahr 2001. Diese Entwicklung steht auch in
Zusammenhang mit der fortschreitenden Anerkennung von
Fachhochschulstudiengängen. Der Einstieg in das universitäre Hochschulleben wird im Durchschnitt
mit 21,1 Jahren realisiert. Im Ver-gleich dazu erfolgt der
Fachhochschuleinstieg mit einem Durchschnittsalter von 24,3 Jahren.
Die Differenz ist im Wesentlichen auf die unterschiedlichen
schulischen bzw. beruflichen Ausbildungsbiographien der zukünftigen
Studierenden zurückzuführen. Junge Leute, die über eine gymnasiale
Maturität verfügen, realisieren den Eintritt in eine universitäre
Hochschule häufiger und unmittelbarer als diejenigen mit
Berufsmatur, die eine berufsorientierte Hochschulausbildung
anstreben. Geschlechterparität auf der Diplomstufe an den Universitäten, aber
nicht an den Fachhochschulen Auf der Studienstufe «Lizentiat/Diplom» ist bei den Studienanfängern
sowie bei den Studierenden eine Geschlechter-Parität an den
universitären Hochschulen zu registrieren. So haben im Jahr 2001
erstmals mehr Frauen (51%) ein Diplomstudium an einer
schweizerischen universitären Hochschule aufgenommen als Männer. Bei
der Gesamtheit der Studierenden besteht ein Verhältnis von 48% zu
52%, leicht zu Gunsten der Männer. Bei den Abschlüssen spiegelt sich
der Trend zur Geschlechter-Parität noch nicht wider. Im Jahr 2001
wurden 45% der Lizenziate und Diplome und 34% der Doktorate von
Frauen erworben. Je fortge-schrittener das Studium, desto geringer
also die Beteiligung der Frauen. Im Vergleich zu den universitären
Hochschulen herrscht bei den Fachhochschulen ein starkes
Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern. So waren im Jahr 2001
67% der Studienanfänger/innen im Diplomstudium Männer. Bei der
Gesamtstudie-rendenpopulation ist ein ähnliches Verhältnis
feststellbar. Die Differenz basiert im Wesentlichen auf den unterschiedlichen
Studienangeboten der beiden Hochschul-typen. Während die
Universitäten im Allgemeinen ein relativ breites Fächerportfolio
anbieten, das die traditionellen geschlechtsspezifischen
Präferenzunterschiede zwischen Männern und Frauen in den Studien-
fächern bis zu einem gewissen Grad ausgleicht, ist das Fächerangebot
an den Fachhochschulen bisher mehrheitlich von typischen
Männerdomänen bestimmt. Dies liegt auch daran, dass die Anerkennung
und Integration von eher frauenspezifischen Fachbereichen wie Kunst
oder Soziale Arbeit sich noch im Aufbau befindet. Neu erschienen: Analysebericht zur Entwicklung der Schweizer
Hochschulen Fünf Jahre nach der Einführung der Fachhochschulen in die
schweizerische Hochschullandschaft deuten die Zahlen darauf hin,
dass die Integration gelungen ist. Die Fachhochschulen etablieren
sich und bieten eine wichtige Ergänzung zu den universitären
Hochschulen. Diese und andere Fragestellungen werden im Lichte des vorhandenen
statistischen Datenmaterials im Bericht «Universitäten und
Fachhochschulen - eine gelungene Integration?» aus der Reihe
«Jüngste Entwicklungen an den Schweizer Hochschulen» analysiert.
Neben Angaben zur Beteiligung an der Hochschulbildung - wie
Hochschulzugangsberechtigung, Hochschulübertrittsquoten,
Studienanfängerzahlen und -quoten sowie weiteren deskriptiven
Merkmalen der Studierenden - werden Informationen zum Fächerspektrum
und zur Personalstruktur der beiden Hochschultypen gegeben. BUNDESAMT FÜR STATISTIK Informationsdienst Auskunft: Martin Teichgräber, BFS, Sektion Hochschulen und Wissenschaft, Tel.
032 713 63 04, E-Mail: Martin.Teichgraeber@bfs.admin.ch Stéphane Cappelli, BFS, Sektion Hochschulen und Wissenschaft, Tel.
032 713 65 99, E-Mail: Stephane.Cappelli@bfs.admin.ch Publikationsbestellungen unter: Tel.: 032 713 60 60, Fax: 032 713 60
61, E-Mail: order@bfs.admin.ch Neuerscheinung: BFS, Universitäten und Fachhochschulen - eine gelungene Integration,
Neuchâtel 2002, Bestellnummer: 464-0200, Preis: 7 Fr. Weiterführende Informationen finden Sie auf der Homepage des BFS
http://www.statistik.admin.ch 17.12.2002
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100000114/100023122
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