Medienmitteilung
BFS: Der schweizerische Baupreisindex im Oktober 2002
Weiterhin sinkende Preise im Bausektor
2002-12-16T09:15:00
Neuchâtel (ots) - Die Baupreise sind nach dem vom Bundesamt für
Statistik (BFS) berechneten Baupreisindex im Halb-jahr zwischen
April 2002 und Oktober 2002 erneut gesunken (-0,9%). Die in den zwei
vorangegange- nen Semestern registrierte negative Preisentwicklung
(-0,1% resp. - 0,7%) setzte sich damit leicht ver-stärkt fort.
Hochbau (-0,8%) und Tiefbau (-1,1%) waren in ähnlichem Ausmass vom
Preisrückgang betroffen. Beim Hochbau setzte der Rückgang erst in
diesem Jahr ein, während beim Tiefbau die sinkende Tendenz schon
seit 2001 anhält, nachdem die Preise in den Jahren davor stärker als
im Hochbau angestiegen waren. Innerhalb Jahresfrist (Oktober 2001 zu
Oktober 2002) ist das Preisni-veau im gesamten Baugewerbe um 1,5
Prozent gesunken (-1,1% im Hochbau und -3,0% im Tiefbau). Die sinkenden Preise sind auf dem Hintergrund der schlechten
Baukonjunktur zu sehen. Sowohl die Auftragsvorräte als auch die
Auftragseingänge waren im letzten halben Jahr erneut rückläufig.
Beim Wohnungsbau setzte sich der Rückgang fort, aber auch - und dies
in verstärktem Masse - beim öffentlichen sowie beim gewerblich-
industriellen Bau hielt der Abwärtstrend der Neuaufträge an. Ausgeglichener Preisrückgang im Hochbau wie im Tiefbau Im Hochbau (d.h. Neubau von Bürogebäuden und Mehrfamilienhäusern
sowie Renovation von Mehrfami-lienhäusern) haben die Preise im
Berichtshalbjahr im Vergleich zum Vorsemester weiterhin - jedoch
etwas verstärkt - abgenommen (-0,8%). Die stärksten Preisrückgänge
gehen auf das Konto der Räumungen und Terrainvorbereitungen
(durchschnittlich -2,1%), Elektroanlagen (durchschnittlich -3,0%)
sowie der Finan-zierung ab Beginn der Bauarbeiten (durchschnittlich
- 4,5%). Zugenommen haben die Preise bei den Hono-raren der
Architekten und Ingenieure, nämlich um durchschnittlich 0,8%. Nachdem die Preise im Tiefbau (d.h. Neubau von Strassen, Neubau von
Unterführungen) bereits in den zwei vorangegangenen Semestern
relativ stark abnahmen, ist im Berichtshalbjahr erneut - jedoch in
abgeschwäch-ter Form - ein Preisrückgang festzustellen (-1,1%). Die
Abnahme des Indexes ist auf Preisrückgänge in fast allen Positionen
zurückzuführen. Der stärkste Abwärtstrend zeigte sich bei den
Räumungen und Terrainvor-bereitungen (-2,0%), bei den kleineren
Trassenbauten (-1,4%) für den Neubau von Strassen, bei den Elektro-
installationen (-3,3%) und bei den kleineren Kunstbauten (-1,9%) für
den Neubau von Unterführungen. Leichte Zunahmen sind bei den
Honoraren der Architekten und Ingenieure festzustellen (+0,2% beim
Stras-senbau und +1,8% bei den Unterführungen). Honorare von Architekten und Ingenieuren Die Architekten- und Ingenieurhonorare wurden im April 2002 erstmals
erhoben. Als Startwert dieses neuen Indexes wurde der Stand des
Gesamtindexes des jeweiligen Bauobjektes im April 2002 eingesetzt
(indexneutrale Integration). Somit können im Oktober 2002 zum ersten
Mal spezifische Indizes für die Honorare mit den entsprechenden
halbjährlichen Veränderungsraten veröffentlicht werden. Preisentwicklung in den Grossregionen Die Baupreisentwicklung in den einzelnen Grossregionen zeigte sich
weiterhin unterschiedlich. Erneut sind dabei die Unterschiede im
Hochbau weniger stark ausgefallen als im Tiefbau, der beträchtliche
regionale Differenzen aufweist. Im Hochbau wurden Preisentwicklungen zwischen -1,6% (Espace
Mittelland) und +0,3% (Zentralschweiz) registriert. Die
Zentralschweiz war auch die einzige Region, die eine
Baupreissteigerung verzeichnen konnte. Im Jahresvergleich fällt die
Region Zürich mit -2,9% besonders auf, während die Preise in den
übrigen Grossregionen lediglich zwischen +0,9% in der
Genferseeregion und -1,4% im Espace Mittelland schwank-ten. In der
längerfristigen Entwicklung zeigt die Genferseeregion eine deutlich
überdurchschnittliche Preis-steigerung. Im vergangenen Halbjahr fiel die Preisentwicklung im Tiefbau in den
einzelnen Grossregionen erneut sehr unterschiedlich aus. Während das
Tessin (+4,6%), die Ostschweiz (+0,5%) und die Nordwestschweiz
(+0,4%) eine positive Entwicklung aufwiesen, verzeichneten die
übrigen Grossregionen zum Teil beträcht-liche Preisrückgänge. Hier
ist die Genferseeregion mit -4,6% besonders zu erwähnen. In der
längerfristigen Entwicklung zeigt die Nordwestschweiz eine stark
unterdurchschnittliche Preisentwicklung, während das Tessin am
höchsten liegt. Die Preisindizes der übrigen Regionen liegen recht
nahe beieinander. BUNDESAMT FÜR STATISTIK Informationsdienst Auskunft: Yves-Alain Guillod, BFS, Sektion Preise und Verbrauch, Tel.: 032/713
61 45 Eduard Schirach, BFS, Sektion Preise und Verbrauch, Tel. : 032/713
61 71 Neuerscheinung: Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Baupreisindex, Oktober 1998
= 100. Ergebnisse vom Oktober 2002, Neuchâtel, Januar 2003. Bezug: 032 713 60 60, Fax: 032 713 60 61, E-Mail:
Ruedi.Jost@bfs.admin.ch Weiterführende Informationen finden Sie auf der Homepage des BFS
http://www.statistik.admin.ch. 16.12.02
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