Medienmitteilung
BFS: Schweizer Hotellerie im Sommerhalbjahr 2002
Zweite Sommerbaisse in Serie
2002-12-12T09:15:00
Neuchâtel (ots) - Die vom Bundesamt für Statistik (BFS)
durchgeführte Vollerhebung bei den schweizerischen Hotelbetrieben
ergab für das Sommerhalbjahr 2002 (Mai bis Oktober) 17,7 Millionen
Übernachtungen. Dies bedeutet einen Rückgang um 4,9% (-920'000
Logiernächte) gegenüber 2001. Die schweizerische Hotellerie muss
damit zum zweiten aufeinanderfolgenden Mal einen Rückgang in der
Sommersaison verkraften. Die Ergebnisse liegen um 3,5% unter dem
Mittel der letzten 10 untersuchten Sommerhalbjahre und um 3,6% unter
jenem der letzten 5 Sommerhalbjahre. Die Gesamtnachfrage schwächte sich in den sechs Beobachtungsmonaten
ab. An die Schweizer gingen etwas mehr Logiernächte in den Monaten
Mai, Juli und September. Die ausländische Nachfrage vermochte sich
lediglich im Oktober zu steigern, was hauptsächlich darauf
zurückzuführen ist, dass die Logiernächte der Gäste aus dem Ausland
im Oktober 2001 in Folge der Attentate vom 11. September stark
gefallen waren. Trotz dieser Erholung der Nachfrage wurde der
Logiernächtestand vom Oktober 2000 nicht wieder erreicht. Stabile Binnennachfrage Die Binnennachfrage erreichte 7,8 Millionen und blieb damit
gegenüber dem Vorjahr stabil. Dagegen steigerten sich die Ankünfte
um 1,6% (+58'000) gegenüber dem Sommer 2001. Nach diesen Ergebnissen
zu schliessen, nahmen die Schweizerinnen und Schweizer zwar mehr,
jedoch kürzere Ortswechsel vor. Dieser Umstand dürfte einerseits auf
die unsichere wirtschaftliche Lage zurückzuführen sein, welche die
Schweizer Gäste zu einer Verkürzung ihrer Aufenthalte bewegte.
Andererseits ist auch die Landesausstellung zu nennen, die zwar
Grund war für zahlreiche Ankünfte, jedoch die Besucherinnen und
Besucher im Mittel meistens nur zu relativ kurzen Aufenthalten
veranlasste. Starker Nachfrageschwund auf den wichtigsten ausländischen Märkten Die ausländische Kundschaft buchte im Sommerhalbjahr 2002 insgesamt
9,9 Millionen Logiernächte, 8,5% weniger als in der entsprechenden
Vorjahresperiode. Die europäische Nachfrage umfasste 6,8 Millionen
Übernachtungen (-640'000/-8,5%), jene aus Übersee 3,1 Millionen (-
280'000/-8,4%). Die Schweizer Hotelbetriebe bekamen die Folgen der
Konjunkturabschwächung in den westlichen Gästeherkunftsländern und
ihrer Abhängigkeit von den Vereinigen Staaten deutlich zu spüren. So
schwächte sich die Nachfrage auf den wichtigsten Auslandmärkten
deutlich ab. Zu nennen sind: Deutschland (-380'000/-12%), Vereinigte
Staaten (-200'000/-17%), Japan (-120'000/-18%), Grossbritannien (-
95'000/-8,9%) und Niederlande (-56'000/-12%). Demgegenüber ergab sich die deutlichste Steigerung
in den Golfstaaten (+65'000/+37%). Daneben war die Feriendestination
Schweiz bei den Gästen aus gewissen Ländern Asiens besonders
beliebt, die damit von der Erholung ihrer Wirtschaft profitierten.
Erwähnt seien China (+12'000/+21%), Indien (+12'000/+8,4%) sowie
Korea (+11'000/+19%). Was Europa betrifft, so wurden die stärksten
Frequenzsteigerungen für die Besucherinnen und Besucher aus der
Russischen Föderation (+12'000/+13%) sowie aus Griechenland
(+6'400/+16%) notiert. Schweizer wiederum wichtigste Gästegruppe Im Sommerhalbjahr 2002 kamen die Schweizerinnen und Schweizer für
44% des Logiernächtegesamttotals auf. Es folgen die Gäste aus
Deutschland (17%), den Vereinigten Staaten (5,8%), dem Vereinigten
Königreich (5,5%) sowie Japan und Frankreich (je 3,2%). Im
Berichtszeitraum überholte der Besucheranteil aus Asien (8,3%) den
Anteil aus Amerika (7,4%). Drei-Seen-Region hoch im Kurs Die Hotelbetriebe der Tourimusregionen rund um die Arteplages der
Landesausstellung stechen mit besonders guten Resultaten für das
Sommerhalbjahr 2002 hervor. So verzeichnete die Region Freiburg-
Neuenburg-Jura ein Logiernächteplus von 31% (+120'000). Der Kanton
Waadt und das Mittelland profitierten ebenfalls vom "Expo.02-
Effekt", verbuchten sie doch 2,5% (+35'000) bzw. 0,8% (+9'300)
Übernachtungen mehr als in der entsprechenden Vorjahresperiode. Mit
Ausnahme von Genf (+31'000/+2,4%) hatten alle übrigen
Tourismusregionen Einbussen zu gewärtigen. Neben den oben erwähnten
ungünstigen Rahmenbedingungen bekamen sie wahrscheinlich die
Konkurrenz der Drei-Seen-Region zu spüren. Rückgänge in sämtlichen vier Tourismuszonen Die Logiernächtezahl verminderte sich in allen vier Touris-muszonen.
Mit 5,3 Mio. Logiernächten stehen die Bergkurorte in der
Beliebtheitsskala der Besucherinnen und Besucher nach wie vor
zuoberst. Gleichzeitig schlagen sie aber auch mit der stärksten
Abschwächung gegenüber dem Sommer 2001 zu Buche (-350'000
Logiernächte/-6,2%). Die Seezonen folgen an zweiter Stelle mit 4,7
Mio. Logiernächten. Dies bedeutet einen Rückgang von 6,1% gegenüber
dem Vorjahr. Für die fünf grössten Städte (Basel, Bern, Genf,
Lausanne und Zürich: 3,2 Mio. Logiernächte) und die touristisch
weniger relevanten Landesteile (4,5 Mio.) bedeuten die erzielten
Ergebnisse ebenfalls einen Abbau (-3,7% und -3,1%). Auslastung des Angebots ebenfalls rückläufig Der Nachfrageschwund schlug sich auch in der Auslastung der
schweizweit während der Sommersaison verfügbaren Zimmer und Betten
nieder. Diese schwächte sich auf 44,1% (-2,1%) bzw. 42,2% (-2,1%)
ab. BUNDESAMT FÜR STATISTIK Informationsdienst Auskunft: Aline Bassin oder Ola Gröndahl, BFS, Sektion Tourismus Tel. 031/323 65 00 oder 031/323 61 97 Weiterführende Informationen finden Sie auf der Homepage des BFS
http://www.statistik.admin.ch Neuerscheinung: Der detaillierte Bericht «Hotel- und Kurbetriebe in der Schweiz;
Angebot und Nachfrage im Sommerhalbjahr 2002» erscheint im Februar
2003. Publikationsbestellungen: Tel. 032 713 60 60, Fax: 032 713 60 61; E-
Mail: Ruedi.Jost@bfs.admin.ch 12.12.02
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