Medienmitteilung
BFS: Landesindex der Konsumentenpreise im November 2002
Leicht tieferes Preisniveau
2002-11-29T07:45:00
Neuchâtel (ots) - Der vom Bundesamt für Statistik (BFS) berechnete
Landesindex der Konsumentenpreise verzeichnete im November 2002
einen Rückgang um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat und
erreichte den Stand von 102,3 Punkten (Mai 2000 = 100). Innert
Jahresfrist betrug die Teuerung 0,9 Prozent, verglichen mit
Jahresraten von 1,2 Prozent im Oktober 2002 und von 0,3 Prozent im
November 2001. Preissenkungen in allen erhobenen Bedarfsgruppen Die leichte Abnahme des Landesindexes im November 2002 ist auf
tiefere Indexziffern sämtlicher im Berichtsmonat erfassten
Bedarfsgruppen zurückzuführen, wobei rückläufige Preise für Heizöl
und Benzin besonders ins Gewicht fielen. Gegenüber der jeweiligen
Vorerhebung sanken demnach die Indizes für Verkehr (-0,4%), für
Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke (-0,4%), für Wohnen und
Energie (-0,4%) und für Sonstige Waren und Dienstleistungen (-0,1%).
In den übrigen acht Bedarfsgruppen fanden im Berichtsmonat keine
Preiserhebungen statt. Preisentwicklung für Inland- und Importgüter Wie das Bundesamt für Statistik weiter mitteilt, ermässigte sich das
Preisniveau nach Herkunft im Vergleich zum Vormonat bei den
Inlandgütern um 0,1 Prozent und bei den Importgütern um 0,6 Prozent.
Innert Jahresfrist verzeichneten die Inlandgüter eine
durchschnittliche Preissteigerung um 1,2 Prozent, die Importprodukte
eine solche um 0,2 Prozent. Das Bundesamt für Statistik (BFS) publiziert erstmals Preisindizes
nach ausgewählten Bevölkerungsgruppen für die Jahre 2000 und 2001
(vgl. Seite 6). Details der Preisentwicklung im November 2002 Im Bereich Verkehr wurden nur die Treibstoffpreise erhoben. Sie
sanken im Vergleich zum Vormonat um 1,4 Prozent (Stichtag 4.
November) und lagen damit noch um 2,0 Prozent über dem
Vorjahresstand. Innerhalb des rückläufigen Bereichs Nahrungsmittel und alkoholfreie
Getränke verbilligten sich die meisten Gemüse- und Früchtesorten
sowie Wurstwaren, Halbweissbrot, Rahm und Weggli (letztere alle
infolge einer Aktion). Teurer wurden vor allem Rindfleisch,
Schweinefleisch und Vollmilch (Ende einer Aktion). Die Abnahme des Indexes für Wohnen und Energie ist in erster Linie
die Folge der tieferen Heizölpreise (Stichtag 4. November). Diese
sanken gegenüber dem Vormonat um 8,3 Prozent und gegenüber dem
Vorjahr um 4,9 Prozent. Ins Gewicht fielen auch die gesunkenen
Tarife für Elektrizität. Der Mietpreisindex blieb gegenüber der
Vorerhebung im August 2002 stabil. Das gesamtschweizerische
Mietzinsniveau lag damit um 0,5 Prozent über jenem vor Jahresfrist. Der leichte Rückgang der Indexziffer für Sonstige Waren und
Dienstleistungen ist vor allem auf tiefere Preise für Uhren (infolge
einer Aktion) zurückzuführen. Etwas teurer wurden Toilettenartikel. Verkettung mit früheren Indexreihen Die früheren, rechnerisch mit der aktuellen Indexziffer verknüpften
Reihen ergeben für den November 2002 Indizes von 108,5 Punkten auf
der Basis Mai 1993=100, von 150,2 Punkten auf der Basis Dezember
1982=100, von 187,3 Punkten auf der Basis September 1977=100 und von
315,8 Punkten auf der Basis September 1966=100. BUNDESAMT FÜR STATISTIK Informationsdienst
_________ Auskunft: Gilbert Vez, BFS, Sektion Preise und Verbrauch, Tel.: 032/713 69 00 Weiterführende Informationen finden Sie auf der Hompage des BFS
http://www.statistik.admin.ch Preisindizes für verschiedene Bevölkerungsgruppen: Erste Ergebnisse Um einem oft geäusserten Benutzerbedürfnis gerecht zu werden,
veröffentlicht das Bundesamt für Statistik (BFS) erstmals
Konsumentenpreisindizes für spezifische Bevölkerungsgruppen. Im
ersten Schritt wurde dabei die Periode von Mai 2000 bis Dezember
2001 berechnet. Die Erstellung dieser sozio-ökonomischen Indizes ist
die direkte Folge der Motionen Cottier und Egerszegi-Obrist
(Ständerat bzw. Nationalrat) vom 18. Dezember 1998, in welchen die
Motionäre den Bundesrat aufforderten, die Voraussetzungen für die
Beschaffung detaillierter Informationen über die Veränderung der
«Lebenshaltungskosten» verschiedener sozio-ökonomischer
Bevölkerungsgruppen zu schaffen, insbesondere der Haushalte von
erwerbstätigen Personen, von Familien, von Alleinerziehenden und von
Altersrentnern. Einziger Unterschied dieser sozio-ökonomischen Teilindizes zum
globalen Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) ist die spezifische
Warenkorbgewichtung. Berechnungsmethode und Preise sind hingegen
identisch mit dem Gesamtindex. Die spezifischen Gewichtungen für die
einzelnen sozio-ökonomischen Gruppen sind für die Periode Mai 2000
bis Dezember 2001 die folgenden: Es fällt auf, dass die sozio-ökonomischen Indizes grundsätzlich alle
demselben Trend folgen. Die Indizes der Erwerbstätigen, der
Selbständigerwerbenden und der Paare mit Kindern weichen kaum vom
LIK ab. Die leichten Abweichungen der Indizes der Alleinerziehenden
und der Rentner lassen sich hauptsächlich durch die Ausgabenposten
Wohnungsmiete, Heizöl und Treibstoff erklären. Nachstehend deren
Gewichtungen: Die Alleinerziehenden waren in gewissen Monaten einer stärkeren
Inflation ausgesetzt als die anderen Gruppen. Der Grund dafür liegt
hauptsächlich darin, dass sie sensibler auf Mietzinserhöhungen
reagieren. Preisschwankungen bei den Erdölprodukten haben für
Indexabweichungen während gewissen Perioden ebenfalls eine Rolle
gespielt. Bei den Rentnern lässt sich für gewisse Perioden eine geringere
Teuerungsrate als für die übrigen Gruppen feststellen. Der
Hauptgrund hierfür ist, dass diese Personengruppe von
Preisschwankungen für Treibstoff und Wohnungsmieten weniger
betroffen ist. Die Teuerungsdifferenz wird jedoch durch die grössere
Sensibilität der Rentner für Preisschwankungen bei Heizöl teilweise
wieder kompensiert. Auch wenn die Betrachtung der verschiedenen Indizes für die Periode
Mai 2000 - Dezember 2001 gewisse Schlüsse über das
Verbrauchsverhalten der einzelnen sozio-ökonomischen Gruppen
zulässt, wäre es verfrüht, daraus Trends abzuleiten, solange die auf
der Basis der neuen Gewichtungen errechneten Resultate 2002 nicht
ausgewertet worden sind. Dies wird Ende 2003 der Fall sein. Ein ausführliches Dokument zu Erarbeitung und Ergebnissen der sozio-
ökonomischen Indizes für die Periode Mai 2000 bis Dezember 2001 wird
Anfang nächstes Jahr zur Verfügung stehen. BUNDESAMT FÜR STATISTIK Informationsdienst
_________ Auskunft: Für die Preisindizes nach Bevölkerungsgruppen: Agnès Schüpbach, BFS,
Sektion Preise und Verbrauch Tel.: 032 713 64 65 Weiterführende Informationen finden Sie auf der Hompage des BFS
http://www.statistik.admin.ch 29.11.02
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100000114/100022582
|
|