Medienmitteilung
BFS: Beschäftigungsbarometer im 3. Quartal 2002
Starker Rückgang im Industriesektor - Wachstum im 3. Sektor
2002-11-28T09:15:00
Neuchâtel (ots) - Die Indikatoren des vom Bundesamt für Statistik
(BFS) vierteljährlich veröffentlichten Beschäfti-gungsbarometers
zeigen für das 3. Quartal 2002 ein unterschiedliches Bild: Während
die Erwerbstätigenstatistik eine Zunahme der Anzahl Erwerbstätiger
(+0,6%) innert Jahresfrist zeigt, weist die Beschäftigungsstatistik
eine leichte Abnahme (-0,2%) der Anzahl Beschäftigter aus. Nach
Sektoren betrachtet zeigen hingegen beide Statistiken eine starke
Abnahme der Beschäftigung im 2. Sektor und eine Zunahme im 3.
Sektor. Sowohl der Index der offenen Stellen als auch die
Aussichtsbeurteilungsziffer haben sich weiter verschlechtert. Am Ende des 3. Quartals 2002 waren in der Schweiz gemäss den Zahlen
der Erwerbstätigenstatistik (ETS, revidierte Zahlen) 4,203 Mio. Per-
sonen erwerbstätig. Dies entspricht einer Zunahme von 0,6% innert
Jahresfrist. Diese Steigerung ist gänzlich auf die Zunahme der
Anzahl erwerbstätiger Frauen (+2,2%) zurückzuführen; die Zahl der
erwerbstätigen Männer hat wie in den vorangegangenen Quartalen
weiter abgenommen (-0,8%). Starker Beschäftigungsrückgang im 2. Sektor Den neusten Zahlen der Beschäftigungsstatistik (BESTA) zufolge hat
die Beschäftigung im 3. Quartal 2002 gegenüber der entsprechenden
Vorjahresperiode mit 0,2% leicht abgenommen. Dies bedeutet eine
Abnahme von 5'800 Stellen gegenüber dem 3. Quartal 2001. Während im
sekundären Sektor mit 2,7% die Beschäftigung stark sank, hat sie im
tertiären Sektor nochmals zugenommen (+0,8%). Schlechte Beschäftigungsaussichten Die in die Zukunft gerichteten Indikatoren der BESTA deuten auf eine
Verschlechterung der Lage auf dem Schweizer Ar-beitsmarkt hin: Der
Index der offenen Stellen sank innert Jahresfrist um 39,5% und die
Aussichtsbeurteilungsziffer lag am Ende des 3. Quartals 2002 mit 117
Punkten wesentlich unter dem Wert des Vorjahres (122 Punkte). Zunahme der Anzahl erwerbstätiger Frauen Am Ende des 3. Quartals 2002 wies die Erwerbstätigenstatistik (ETS,
revidierte Zahlen) 4,203 Mio. Erwerbstätige aus. In dieser Zahl sind
neu alle Erwerbstätigen enthalten, sofern sie mindestens 1 Stunde
pro Woche einer bezahlten Arbeit nachgehen (Anpassung an die
Definition des Internationalen Arbeitsamtes, retrospektiv bis 1991).
Verglichen mit dem 3. Quartal 2001 ergibt sich eine Zunahme der
Erwerbs-tätigenzahl von 0,6%. Es handelt sich dabei um das dritte
Mal in Folge, dass die Zunahme der Anzahl Erwerbstätiger
ausschliesslich auf den Zuwachs bei den erwerbstätigen Frauen
(+2,2%, 1,876 Mio.) zurückzuführen ist. Die Zahl der erwerbstätigen
Männer nahm hingegen ein weiteres Mal ab (-0,8%, 2,327 Mio.). Den revidierten Zahlen der ETS zufolge nahm die Zahl der Schweizer
Erwerbstätigen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,0% (3,139
Mio.) zu, während die Zahl der ausländischen Erwerbstätigen um 0,6%
(1,064 Mio.) abnahm. Diese Abnahme ist vor allem auf den Rückgang
ausländischer Erwerbstätiger mit einer Niederlassungsbewilligung
(Bewilligung C) zurückzuführen (-2,9%). Die Zahl der Erwerbs-tätigen
mit einer Aufenthaltsbewilligung (Bewilligung B) und die Grenzgänger
haben hingegen zugenommen (+1,4% resp. +3,3%). Die starke Zunahme
der Kurzaufenthalter (+71,5%) und die starke Abnahme der Saisonniers
(-41,0%) erklären sich mit dem Inkrafttreten des "Bilateralen
Abkommens über den freien Personenverkehr zwischen der Schweiz und
der EU" am 1. Juni 2002. Seit diesem Zeitpunkt werden keine neuen
Saisonbewilligungen, sondern nur noch Kurzaufenthaltsbewilligungen
ausgestellt. Rückgang der Beschäftigung ausschliesslich im 2. Sektor Im Gegensatz zur Erwerbstätigenstatistik (ETS) weist die
Beschäftigungsstatistik (BESTA) im Vergleich zum Vorjahr einen
leichten Rückgang der Beschäftigung aus (-0,2%). Das sind 5'800
Stellen weniger als im entsprechenden Vorjahresquartal. Diese
Abnahme ist gänzlich auf den Rückgang im 2. Sektor (-2,7%, -27'900)
zurückzuführen. Im 3. Sektor konnten hingegen weiterhin mehr
Beschäftigte (+0,8%, +22'000) gezählt werden. Die unterschiedliche Entwicklung zwischen der ETS und der BESTA
erklärt sich durch den Umstand, dass die Ergebnisse der ETS primär
auf der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung basieren, welche auch
atypische Beschäftigungsformen abdeckt (z.B. Arbeitsverhältnisse mit
ganz wenigen Arbeitsstunden), die in der BESTA nicht enthalten sind.
Da sich diese atypischen Beschäftigungsformen jeweils antizyklisch
zur Konjunkturentwicklung verändern, weist die ETS in konjunkturell
schwierigen Zeiten jeweils optimistischere Zahlen aus als die BESTA.
Bei einer Erholung sind die Wachstumsraten der BESTA hingegen
jeweils höher als jene der ETS. Starker Rückgang der Vollzeitbeschäftigten, Anstieg der
Teilzeitarbeit Während die Zahl der Vollzeitbeschäftigten um 1,3% (-33'900) abnahm,
hielt der Aufwärtstrend bei den Teilzeitstellen an (+2,7%, +28'000).
In Vollzeitäquivalenten umgerechnet ergibt sich eine Abnahme von
0,6% gegenüber dem Vorjahresquartal. Nach Sektoren gegliedert zeigt
sich, dass im 2. Sektor die Vollzeitäquivalente um stattliche 2,7%
abnahmen, während sie im Dienstleistungssektor um 0,4% anstiegen. 2. Sektor: Chemie und Nahrungsmittelindustrie mit grossen Zuwächsen Wie im vorangegangenen Quartal wurde die negative
Beschäftigungsentwicklung im sekundären Sektor wieder von einigen
grossen Branchen bestimmt. So wurden im Baugewerbe 5'700 Stellen (-
1,9%), bei der Herstellung von Metallerzeugnissen 5'200 Stellen (-
5,9%) und beim Maschinenbau 4'300 Stellen (-3,9%) abgebaut. Aber
auch im Verlags- und Druckgewerbe (-5,2%, -2'900), bei der
Herstellung von Fernseh- und Radiogeräten (-12,0%, -2'600) sowie bei
der Herstellung von Geräten zur Elektrizitätserzeugung (-6,6%, -
2'600) wurden aussergewöhnlich viele Stellen abgebaut. Grosse
Zunahmen wiesen im 2. Sektor nur gerade die chemische Industrie
(+3,2%, +2'100) und die Nahrungsmittelindustrie (+2,9%, +1'800) auf. 3. Sektor: Stellenzuwachs im Gesundheits- und Sozialwesen Im tertiären Sektor hat die Beschäftigung im Vergleich zum
Vorjahresquartal zugenommen, wenngleich bei zehn der 24
Wirtschaftsabteilungen ebenfalls Rückgänge zu verzeichnen waren.
Rund die Hälfte der Beschäftigungszunahme im Dienstleistungssektor
war dabei auf den Stellenzuwachs im Gesundheits- und Sozialwesen
zurückzuführen (+3,0%, +11'500). Stärkere Beschäftigungszunahmen
meldeten auch das Unterrichtswesen (+2,2%, +5'200), die Erbringung
von Dienstleistungen für Unternehmen (+1,5%, +4'400),
Interessenvertretungen und sonstige Vereinigungen (+8,2%, +3'300)
sowie das Kreditgewerbe (+2,4%, +3'000). Die grosse Zunahme bei den
Interessen-vertretungen und sonstigen Vereinigungen ist dabei
hauptsächlich auf die Landesausstellung zurückzuführen. Einen
Rückgang der Beschäftigung mussten vor allem der Detailhandel (-
1,2%, -4'000) und die Luftfahrt (-13,6%, -1'800) hinnehmen.
Auffallend ist auch der relativ grosse Rückgang an Beschäftigten in
der Branche Unterhaltung, Kultur und Sport (-2,9%, -1'600) sowie in
der Nach richtenübermittlung (-1,7%, -1'500). Fast alle Regionen sind vom Beschäftigungsrückgang betroffen Wie im vorangegangenen Quartal waren mit Ausnahme der
Nordwestschweiz (+0,9%) und der Genferseeregion (+0,3%) innert
Jahresfrist alle übrigen Grossregionen der Schweiz von einem
Beschäftigungsrückgang betroffen. Die grössten Abnahmen
verzeichneten das Tessin (-1,2%) und Zürich (-1,1%). In den anderen
Gross-regionen waren die Rückgänge deutlich geringer (Ostschweiz: -
0,3%, Espace Mittelland: -0,2%, Zentralschweiz: -0,1%). Die Zunahme
der Beschäftigung in der Nordwestschweiz und der Genferseeregion
erklärt sich aus-schliesslich durch eine Zunahme der Beschäftigung
im Dienstleistungssektor (+1,6% resp. +1,4%). Aber auch die Regionen
Espace Mittelland und Zentralschweiz wiesen für den
Dienstleistungssektor mit je 1,2% relativ hohe
Beschäftigungszunahmen aus (Ostschweiz: 0,9%, Tessin: 0,0%, Zürich:
- 0,4%). Vom Rückgang der Beschäftigung im sekundären Sektor waren alle
Grossregionen betrof-fen, besonders stark aber das Tessin (-4,0%).
Überdurchschnittliche Abnahmen verzeichneten auch Zürich (-3,6%),
die Genferseeregion (-3,5%), der Espace Mittelland (-3,2%) und die
Zentralschweiz (-2,7%). Nur einen unterdurchschnittlichen Rückgang
wiesen die Ostschweiz (-2,4%) und die Nordwestschweiz (-0,3%) auf. Verschlechterung der Beschäftigungsaussichten Aufgrund der in die nahe Zukunft gerichteten Indikatoren des
Beschäftigungsbarometers ist im nächsten Quartal mit einem Rückgang
der Beschäftigung zu rechnen. So ist im 3. Quartal der Index der
offenen Stellen im Vergleich zum Vorjahr weiter gefallen und
notierte bei 110,2 Punkten (-39,5%), dem tiefsten Stand seit
viereinhalb Jahren. Es fällt auf, dass der Rückgang der offenen
Stellen den 2. Sektor (-50,5%) stärker betraf als den
Dienstleistungssektor (-34,2%). Wie bereits im Vorquartal wiesen
sämt-liche Grossregionen und Wirtschaftsabschnitte eine Abnahme der
offenen Stellen aus. Im Weiteren beklagten nur gerade 21,9% der
Betriebe (Gewichtung mit der Anzahl Beschäftigter) einen Mangel an
qualifizierten Arbeitskräften (gegenüber 32,7% der Betriebe im
Vorjahresquartal), was ebenfalls dem tiefsten Stand seit viereinhalb
Jahren entspricht. Auf die Frage nach den Beschäftigungsaussichten für die nächsten
drei Monate haben 42,4% der Betriebe (Gewichtung mit der Anzahl
Beschäftigter) mit "gut" geantwortet. Das sind deutlich weniger als
noch vor einem Jahr (3. Quartal 2001: 48,4%). Entsprechend lag die
Aussichtsbeurteilungsziffer, die auf diesen Angaben basiert, für die
Gesamtwirtschaft bei 117 Punkten, 5 Punkte tiefer als im
Vorjahresquartal (2. Sektor: 109 Punkte, -6 Punkte; 3. Sektor: 121
Punkte, -4 Punkte). Nach Grossregionen zeigt sich, dass im Tessin
die Aussichtsbeurteilungsziffer mit 108 Punkten am tiefsten und in
der Zentralschweiz mit 121 Punkten am höchsten lag (Genferseeregion:
112 Punkte, Ostschweiz: 118 Punkte, Nordwestschweiz und Zürich: je
119 Punkte). BUNDESAMT FÜR STATISTIK Informationsdienst Auskunft zur BESTA: André Auderset, BFS, Sektion Erwerbsleben und Arbeitsmarkt, Tel.:
032 713 67 88 Auskunft zur ETS: Thierry Murier, BFS, Sektion Erwerbsleben und Arbeitsmarkt, Tel.:
032 713 63 63 Weiterführende Informationen finden Sie auf der Homepage des BFS
http://www.statistik.admin.ch Neuerungen bei der Erwerbstätigenstatistik (ETS) Mit der vorliegenden Pressemitteilung werden in der ETS zwei
Neuerungen eingeführt: Übernahme der Definition des internationalen Arbeitsamtes (IAA) Bis anhin berücksichtigte die ETS lediglich Personen, die während
mindestens 6 Stunden pro Woche einer bezahlten Arbeit nachgingen. Um
eine Vergleichbarkeit von nationalen Erhebungen (Schweizerische
Arbeitskräfteerhebung, Volkszählung, Arbeitsvolumenstatistik, etc.)
und internationalen Statistiken (EUROSTAT, Internationales
Arbeitsamt, OECD) zu erreichen, hat das Bundesamt für Statistik
entschieden, ab dem 3. Quartal 2002 und rückwirkend bis 1991 die
Definition des internationalen Arbeitsamtes zu übernehmen, welches
als Erwerbstätige alle Personen betrachtet, die mindestens während
einer Stunde pro Woche einer bezahlten Arbeit nachgehen. Diese
Ausweitung der Definition erlaubt nicht zuletzt eine bessere
Beschreibung der Struktur der Erwerbsbevölkerung. Regionalisierung der Erwerbstätigenstatistik (ETS) Künftig sind die Ergebnisse der ETS zusätzlich auch nach den sieben
Grossregionen gegliedert. Diese Unterteilung wurde rückwirkend bis
1991 durchgeführt. Sie erlaubt nicht nur Vergleiche zwischen den
Regionen der Schweiz, sondern auch solche zwischen den einzelnen
Regionen der Schweiz und den Regionen der Nachbarländer. Differenzen zwischen den Daten der Erwerbstätigenstatistik und der
Beschäftigungsstatistik Im 3. Quartal 2002 wies die ETS eine Zunahme der Anzahl
Erwerbstätiger um 0,6% aus, während die BESTA von einer Abnahme der
Beschäftigung von -0,2% ausging. Diese Abweichung erklärt sich durch
den Umstand, dass bei den Haushaltsbefragungen (darunter fällt zum
Beispiel die Schweizerische Arbeitskräfteerhebung, die für die ETS
die Hauptdatenquelle bildet) im Gegensatz zu den Betriebsbefragungen
(z.B. BESTA) auch gewisse atypische Beschäftigungsformen abgedeckt
werden, so z.B. Gelegenheitsarbeiten, die mit sehr wenig
Arbeitsstunden verbundenen Stellen oder die Aktivitäten im Rahmen
der Schattenwirtschaft. Diese Arten von Beschäftigungen sind oft
einer antizyklischen Entwicklung unterworfen, d.h. sie haben die
Tendenz sich dann auszubreiten, wenn sich die Situation auf dem
Arbeitsmarkt verschlechtert (Zeitraum 1991-1997 sowie heutige
Situation) und gehen umgekehrt in Zeiten des Wiederaufschwungs
zurück (Zeitraum 1998-2001). In der Folge hatte die BESTA für die
Periode 1991-1998 ein pessimistischeres Bild der Besc häftigungsentwicklung gezeichnet; dagegen übertraf sie 1999-2000 mit
ihren Zahlen zur Beschäftigungssteigerung die ETS und deren
Einschätzung der Anzahl Erwerbstätiger, um sich 2001 wieder hinter
ihr einzureihen. Differenzen zwischen den Daten der Beschäftigungsstatistik und der
Betriebszählung Kürzlich hat das BFS die Resultate der Betriebszählung (BZ) 2001
publiziert. Gemäss BZ belief sich das Total der Beschäftigten im 2.
und 3. Sektor in der Schweiz im 3. Quartal 2001 auf 3'668'468, die
BESTA hat für das gleiche Quartal 3,640 Mio. Beschäftigte
ausgewiesen. Diese relativ geringe Differenz von 0,8 Prozent für die
Gesamtbeschäftigung hat im Wesentlichen folgende Ursachen: 1. Unterschiedliche Erhebungsmethode: Die Betriebszählung ist eine
Vollerhebung, während es sich bei der BESTA um eine
Stichprobenerhebung bei den Betrieben des 2. und 3. Sektors handelt.
Die hochgerechneten Resultate der BESTA sind deshalb mit einem
Stichprobenfehler behaftet (95%-Vertrauensintervall des Totals: +/-
0,6%). 2. Hochrechnungsbasis: Als Referenzgrösse für die Hochrechnung der
BESTA dienen in den meisten Branchen die Resultate der BZ 98. Die
Übernahme der Daten der aktuellen BZ (in diesem Falle der BZ 01)
beansprucht jedoch etwas Zeit. Deshalb wurde die BESTA im 3. Quartal
2001 noch weitgehend mit Strukturangaben aus der BZ 98
hochgerechnet. Das Beschäftigungsbarometer Methodischer Anhang Das Beschäftigungsbarometer ist ein Instrument, mit dem die
Entwicklung der wichtigsten konjunktur-relevanten
Arbeitsmarktindikatoren auf einen Blick erfasst werden kann: Anzahl
der Erwerbstätigen in den drei Wirtschaftssektoren, Anzahl der
Beschäftigten in den Betrieben des sekundären und tertiären Sektors,
Index der offenen Stellen und Beschäftigungsaussichten für die
nächsten drei Monate. Die Indikatoren des Beschäftigungsbarometers stammen aus zwei
Statistiken: der Erwerbstätigenstatistik (ETS) und der
Beschäftigungsstatistik (BESTA). Erwerbstätigenstatistik (ETS) und Beschäftigungsstatistik (BESTA) Die ETS und die BESTA basieren, entsprechend ihren Zielsetzungen und
Methoden, auf unterschiedlichen Definitionen: Die ETS ist eine
Synthesestatistik, die insbesondere auf der Schweizerischen
Arbeitskräfteerhebung und dem Zentralen Ausländerregister gründet;
die BESTA ist eine Stichproben-erhebung bei 51'760 Betrieben im
sekundären und tertiären Sektor. Die grössten Unterschiede zwischen
den beiden Statistiken betreffen die Masseinheit, die minimale
Arbeitsdauer und die Referenzbevölkerung. ? ETS: Erwerbstätige mit mindestens 1 Stunde Arbeitszeit pro Woche
in der Gesamtwirtschaft; ? BESTA: Beschäftigte (besetzte Stellen; ein Erwerbstätiger kann
mehrere Stellen besetzen) mit mindestens 6 Stunden Arbeitszeit pro
Woche in Betrieben des 2. und 3. Sektors (ohne Heimarbeit). Wichtige Definitionen Erwerbstätige gemäss ETS In der ETS gelten Personen, die während mindestens 1 Stunde pro
Woche einer bezahlten Arbeit nachgehen oder die unentgeltlich in
einem Familienbetrieb arbeiten, als erwerbstätig. Statistiken, die
mit dem Begriff "Erwerbstätige" operieren, sind personenorientiert,
d.h. sie erfassen jede Person einmal. Beschäftigte gemäss BESTA Die BESTA und andere Statistiken, die mit dem Begriff "Beschäftigte"
arbeiten, sind hingegen stellenorien-tiert, d.h. sie zählen jede
besetzte Stelle. Personen mit mehr als einer Stelle erscheinen in
stellenorientierten Statistiken so oft, wie sie Stellen besetzen; in
diesem Fall wird von Mehrfachbeschäftigung gesprochen. Die BESTA
berücksichtigt die Beschäftigten der Betriebe des sekundären und
tertiären Sektors (ab 6 Std. pro Woche). Ausge-klammert sind die
"ausserbetrieblich" Beschäftigten, d.h. Heimarbeiter, Angestellte
von Privathaushalten sowie Selbstständigerwerbende ohne Betrieb. Vollzeitäquivalente gemäss BESTA Die Beschäftigung in Vollzeitäquivalenten resultiert aus der
Umrechnung des Arbeitsvolumens (gemessen als Beschäftigte oder
Arbeitsstunden) in Vollzeitbeschäftigte. In der BESTA werden
Vollzeitäquivalente berechnet, indem die nach drei Kategorien
unterteilten Beschäftigten (Vollzeit, Teilzeit I und Teilzeit II)
mit dem mittleren Beschäftigungsgrad der jeweiligen Kategorie
multipliziert werden. Der mittlere Be-schäf-tigungsgrad wird mit
Hilfe der Arbeitskräfteerhebung (SAKE) bestimmt. Offene Stellen (Index der offenen Stellen) gemäss BESTA Die Betriebe geben im Rahmen der BESTA Auskunft darüber, wie viele
Stellen am Ende des Berichtsquartals offen sind. Gemäss der
Statistik der offenen Stellen gilt eine Stelle als offen, wenn
Schritte zur Rekrutierung eines neuen Mitarbeiters oder einer neuen
Mitarbeiterin unternommen wurden bzw. nächstens unternommen werden. Beschäftigungsaussichten (Aussichtsbeurteilungsziffer) gemäss BESTA Im Rahmen der BESTA beantworten die Betriebe die Frage, wie sie die
Beschäftigungsaussichten für die nächsten drei Monate für den
eigenen Betrieb beurteilen. Als Antwortkategorien stehen ihnen
'gut', 'befrie-digend', 'schlecht' und 'unbestimmt' zur Wahl. Aus
diesen Antworten wird ein Indikator, die sog. Aussichts-
beurteilungsziffer, gebildet, die von 50 (schlecht) über 100
(befriedigend/unbestimmt) bis 150 (gut) variieren kann. 28.11.02
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100000114/100022540
|
|