Medienmitteilung
BFS: Ambulante Suchtberatung 2000
Verbesserte Situation im Suchtbereich
2002-10-17T09:15:00
Neuchâtel (ots) - Zwei von drei Personen suchen wegen ihrer
Alkoholkrankheit und eine von fünf Personen wegen ihrer Heroinsucht
eine ambulante Suchtberatungsstelle auf. Das durchschnittliche Alter
der Personen mit Suchtproblemen, welche sich einer psychosozialen
Beratung unterzogen, ist zwischen 1995 und 2000 um zwei bis drei
Jahre gestiegen. Bei den ratsuchenden Heroinabhängigen ist die Zahl
der Fixer im Jahr 2000 gegenüber dem Rekordjahr 1997 im Allgemeinen
- insbesondere bei den Frauen - zurückgegangen. Weiter erhöhte sich
der Anteil Personen mit Heroinproblemen, welche sich bereits vor der
Kontaktaufnahme mit einer ambulanten Suchtberatungsstelle einer
psychosozialen Beratung unterzogen hatten: Während dieser Anteil
1995 noch rund 60% betrug, waren es im Jahr 2000 bereits über 70%. Alkohol und illegale Drogen: unterschiedliche Entwicklung Während bei 67% der im Jahr 2000 neu in Beratung gekommenen Fälle
Alkohol das Hauptproblem war, betrafen rund 20% der Beratungen die
Heroinabhängikeit. Die Ratsuchenden mit Alkoholproblemen hatten im
Durchschnitt bereits während 20 Jahren regelmässig Alkohol
konsumiert, bevor sie sich an eine Suchtberatungsstelle wendeten.
Bei den Heroinabhängigen beläuft sich diese Zeitspanne auf rund neun
Jahre. Die Hälfte der Männer und etwas mehr als ein Drittel der
alkoholkranken Frauen, die bei einer Suchtberatungsstelle Hilfe
suchen, haben ein Erwerbseinkommen, während dieser Anteil bei den
Heroinabhängigen etwas weniger hoch ausfällt. 11% der in Beratung
stehenden Alkoholkranken und 31% der Heroinabhängigen beziehen
Sozialhilfe. Die Klientinnen und Klienten mit Alkoholproblemen
konsumieren weniger - und weniger häufig - andere schädliche
Substanzen als die Personen mit Heroinproblemen. Während rund ein Drittel der Alkoholkranken am Ende der Beratung
eine vollständige Abstinenz anstrebt, ist es bei den
Heroinabhängigen rund die Hälfte. Das durchschnittliche Alter der Klientinnen und Klienten nimmt zu Das durchschnittliche Alter der Personen mit Alkohol- oder
Heroinproblemen, welche sich einer psychosozialen Beratung
unterzogen, ist zwischen 1995 und dem Jahr 2000 um zwei bis drei
Jahre gestiegen. Im Drogenbereich zeigt sich diese Tendenz etwas
deutlicher bei den Männern, während sie im Alkoholbereich
insbesondere bei den Frauen auszumachen ist. Der durchschnittliche
Altersunterschied zwischen den Personen mit Alkoholproblemen und
jenen mit Heroinproblemen bleibt jedoch nach wie vor eklatant:
Während die Heroinsucht vor allem jüngere Leute betrifft (2000:
Durchschnittsalter 29 Jahre), fällt das Durchschnittsalter bei den
Alkoholkranken höher aus (2000: 44 Jahre). Beratungen für Angehörige werden mehrheitlich von Frauen genutzt Aus der im Jahr 2000 bei den Beratungsstellen durchgeführten
Erhebung geht hervor, dass es sich bei 14% der Klientinnen und
Klienten um Angehörige von heroin- oder alkoholabhängigen Personen
handelt. Acht von zehn ratsuchenden Angehörigen sind Frauen, während
sieben von zehn Personen mit Suchtproblemen Männer sind. Die heroin-
und alkoholabhängigen Frauen (41%) und Männer (49%), die eine
Beratungsstelle aufsuchen, sind häufig ledig. Die ratsuchenden
Angehörigen von Personen mit Suchtproblemen sind hingegen
grösstenteils verheiratet (Männer: 64%; Frauen: 58%). Ein Drittel der Heroinabhängigen nehmen an einem Methadonprogramm
teil Bei den ratsuchenden Heroinabhängigen ist die Zahl der Fixer im Jahr
2000 gegenüber dem Rekordjahr 1997 im Allgemeinen - insbesondere bei
den Frauen - zurückgegangen. Im Jahr 2000 gaben drei von zehn
Personen mit Heroinproblemen an, bereits mindestens einmal
gebrauchtes Spritzbesteck benutzt zu haben. Fast 8% dieser Personen
sind HIV-positiv. Ein Drittel der in der Statistik zu den ambulanten
Suchtberatungsstellen zwischen 1995 und dem Jahr 2000 erfassten
Heroinabhängigen sind zu Beginn der Beratung in einem
Methadonprogramm integriert. Rund 20% der methadonbehandelten
Klientinnen und Klienten suchen zum ersten Mal eine Beratungsstelle
auf, während dieser Anteil bei den nicht Methadonbehandelten rund
doppelt so hoch ausfällt. Der Anteil Heroinabhängiger, welche sich
bereits vor der Kontaktaufnahme mit einer ambulanten
Suchtberatungsstelle einer psychosozialen Beratung unterzogen hatte,
ist gestiegen: Während sich dieser Anteil 1995 noch auf 60% belief,
waren es im Jahr 2000 bereits über 70%. Zu Beginn der psychosozialen
Beratung strebten 66% der in einem Methadonprogramm integrierten
Klientinnen und Klienten eine vollständige Abstinenz an, während
sich dieser Anteil bei den nicht methadonbehandelten
Heroinabhängigen auf 77% beläuft. Beziehungs- und psychische
Probleme scheinen sowohl bei den methadonbehandelten als auch bei
den nicht methadonbehan delten Heroinabhängigen zu überwiegen. BUNDESAMT FÜR STATISTIK Informationsdienst Auskunft: Etienne Maffli, Schweizerische Fachstelle für Alkohol und andere
Drogenprobleme (SFA), Lausanne, Tel.: 021 321 29 54 Tania Andreani, Bundesamt für Statistik (BFS), Sektion Gesundheit,
Tel.: 032 713 62 51 Publikationsbestellungen: Tel.: 032 713 60 60, Fax: 032 713 60 61, E-
Mail: Ruedi.Jost@bfs.admin.ch Neuerscheinung: Bundesamt für Statistik, Ambulante Suchtberatung 2000, Statistik der
ambulanten Behandlung und Betreuung im Alkohol- und Drogenbereich,
Neuchâtel 2002. Bestellnr: 229-0000; Preis: Fr. 14-. Weiterführende Informationen finden Sie auf der Homepage des BFS
http://www.statistik.ch. 17.10.02
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100000114/100021231
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