Medienmitteilung
BFS: Schweizer Hotellerie im Sommerquartal 2002
Zum zweiten Mal in Folge ein Nachfragerückgang
2002-10-16T09:15:00
Neuchâtel (ots) - Die vom Bundesamt für Statistik (BFS)
durchgeführte Vollerhebung bei den schweizerischen Hotelbetrieben
ergab für das Sommerquartal 2002 (Juni bis August) 10,19 Millionen
Übernachtungen. Dies bedeutet eine Abnahme um 6,6% oder 726'000
Logiernächte gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode. Die seit
1997 stets positive Entwicklung der Nachfrage wurde bereits im
Sommerquartal 2001 gestoppt. Das diesjährige Ergebnis ist um 3,5%
resp. 3,6% tiefer als der Durchschnitt der vergangenen fünf bzw.
zehn Sommerquartale. Die Nachfrage verlief in allen drei Monaten negativ. Während die
inländischen Gäste wenigstens in den Monaten Juli und August
zahlreicher in Hotels übernachteten als noch vor einem Jahr, war bei
der ausländischen Kundschaft in allen drei Monaten eine Abnahme der
Logiernächtezahl zu beobachten. Das schlechte Wetter in den Monaten
Juli und August, die unsichere Konjunkturentwicklung sowie die
Stärke des Schweizer Frankens dürften das Gesamtergebnis nachhaltig
beeinflusst haben. Leichte Zunahme des Binnentourismus Die Binnennachfrage erhöhte sich leicht auf 4,27 Millionen
Logiernächte, 7900 Übernachtungen oder 0,2% mehr als im
Sommerquartal 2001. Damit setzte sich der seit 1997 zu beobachtende
Aufwärtstrend auch dieses Jahr fort. Auch die Ankünfte nahmen zu,
und zwar um 34'000 Einheiten (+1,8%) auf 1,94 Millionen. Die
durchschnittliche Aufenthaltsdauer blieb mit 2,2 Logiernächten
stabil. Die Binnennachfrage steigerte sich im August (+0,8%) am
stärksten. Nachlassende Auslandnachfrage Die ausländischen Gäste buchten im Sommerquartal 2002 5,93 Millionen
Übernachtungen, 734'000 Einheiten oder 11% weniger als ein Jahr
zuvor. Sowohl die europäische als auch die aussereuropäische
Kundschaft übernachtete weniger in Hotelbetrieben. Bei den Gästen
aus Europa war eine Abnahme der Logiernächte um 471'000 Einheiten
oder 10% auf insgesamt 4,09 Millionen Logiernächte zu beobachten.
Nach einzelnen europäischen Herkunftsländern betrachtet, war
insbesondere ein Einbruch bei der deutschen Kundschaft festzustellen
(-270'000/-14%), gefolgt von den Gästen aus dem Vereinigten
Königreich (-68'000/-10%), Frankreich (-45'000/-12%) sowie den Niederlanden (-
36'000/-11%). Der Einbruch bei den deutschen Gästen ist insbesondere
auf das seit längerem rezessive Wirtschaftslklima, dem nach wie vor
starken Franken gegenüber dem Euro sowie der Unsicherheit bezüglich
des Wahlausgangs im September zurückzuführen. Der deutlichste
Zuwachs wurde bei den Gästen aus der Russischen Föderation
verzeichnet (+9600/+19%). Die Nachfrage aus Aussereuropa verminderte sich um 263'000 (-13%)
auf 1,84 Millionen Logiernächte. Die markantesten Einbussen
verzeichneten die Gäste aus den USA (-179'000/-23%) sowie aus Japan
(-111'000/ -22%). Eine deutliche Erhöhung des Einreiseverkehrs war hingegen aus
den Golf-Staaten (+65'000/+50%), China (+5100/+17%), Indonesien
(+2300/+36%) und Indien (+1800/+2,2%) zu beobachten. Die mittlere Aufenthaltsdauer der ausländischen Besucherinnen und
Besucher erhöhte sich von 2,4 auf 2,5 Logiernächte. Nachfragesteigerung in vier Tourismusregionen Immerhin vier von zwölf touristischen Regionen schrieben höhere
Übernachtungszahlen. Am ausgeprägtesten fielen die Zunahmen in der
Region Freiburg-Neuenburg-Jura (+63'000/+29%) sowie im Waadtland
(+12'000/+1,4%) aus. Die Erhöhung in diesen beiden Regionen ist
insbesondere auf die Expo02 zurückzuführen. So übernachteten die
inländischen Gäste deutlich mehr in Hotelbetrieben als im
Sommerquartal 2001 (+79'000/+60% resp. 32'000/+12%). Zunahmen
konnten auch der Kanton Genf (+9700/+1,4%) und das Schweizer
Mittelland (+4000/+0,7%) registrieren. Deutliche Einbrüche
verzeichneten hingegen die Zentralschweiz (-181'000/-14%), gefolgt
vom Tessin (-163'000/-14%), dem Berner Oberland (-152'000/-11%)
sowie dem Bündnerland (-128'000/-7,8%). In allen Regionen - ausser
im Kanton Genf - verlief der Einreiseverkehr der ausländischen
Kundschaft negativ. Verluste in allen vier Zonen Die Logiernächtezahl verminderte sich in den Bergkurorten (-278'000/-
7,3%), gefolgt von den Seezonen (-229'000/-8,1%), den touristisch weniger relevanten Zonen (-
125'000/-5%) sowie den fünf grosse Städten (-94'000/-5,3%). In allen vier Zonen war ein Rückgang der
ausländischen Kundschaft festzustellen, während Herr und Frau
Schweizer wenigstens die Seezonen und die übrigen Zonen stärker
frequentierten als noch vor einem Jahr. BUNDESAMT FÜR STATISTIK Informationsdienst Auskunft: Beatrice Hostettler-Annen, BFS, Sektion Tourismus, Tel.: 031/323 66
00 Antonio Di Nardo, BFS, Sektion Tourismus, Tel.: 031/323 66 36 Weiterführende Informationen finden Sie auf der Homepage des BFS
http://www.statistik.admin.ch. 16.10.02
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