Medienmitteilung
BFS: Provisorische Ergebnisse der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung 2002
Deutliche Zunahme der Erwerbslosigkeit und Unterbeschäftigung
2002-09-27T09:15:00
Neuchâtel (ots) - Im 2. Quartal 2002 hatten in der Schweiz 477'000
Personen keine oder nicht genügend Arbeit. Das sind 11,7% der
Erwerbsbevölkerung. 120'000 Personen waren erwerbslos, was einer
Erwerbs-losenquote von 2,9% entspricht (2001: 2,5%). Es fällt auf,
dass zunehmend auch gut qualifizierte Arbeitskräfte ohne Arbeit und
auf Stellensuche sind. Deutlich ange-stiegen ist ebenfalls die Zahl
der Unterbeschäftigten: 357'000 teilzeitlich Erwerbstätige wollten
ihr Arbeitspensum erhöhen, was einem Anteil von 8,8% der
Erwerbsbevölkerung entspricht (2001: 8,3%). Der grösste Mangel an
Arbeit war in der Grossregion Zürich zu verzeichnen, die tiefste
Quote wies die Zentralschweiz aus. Dies zeigen die provisorischen
Ergebnisse der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung 2002 des
Bundesamtes für Statistik (BFS). 477'000 Personen sind erwerbslos oder unterbeschäftigt Gemäss den provisorischen Ergebnissen der Schweizerischen
Arbeitskräfteerhebung (SAKE) waren im 2. Quartal 2002 11,7% der
Erwerbsbevölkerung bzw. 477'000 Personen erwerbslos oder
unterbeschäftigt. Rund ein Viertel von ihnen (120'000 Personen) war
ganz ohne Arbeit und auf Stellensuche, den überwiegenden Teil
machten jedoch die 357'000 teilzeitlich Erwerbstätigen aus, welche
ihr Arbeitspensum erhöhen wollten. Die zusätzlich gewünschten
Arbeitsstunden entsprachen 202'000 Vollzeitstellen, wobei jeweils
rund die Hälfte auf Unterbeschäftigung (52%, 105'000
Vollzeitstellen) respektive Erwerbslosigkeit (48%, 97'000)
zurückzuführen war. Grösster Mangel an Arbeit in der Grossregion Zürich Der Anteil der Erwerbspersonen, die entweder erwerbslos oder
unterbeschäftigt sind, war mit 12,6% in der Grossregion Zürich am
höchsten (Erwerbslosigkeit: 4,0%; Unterbeschäftigung: 8,6%), gefolgt
von der Région Lémanique mit 11,9% (Erwerbslosigkeit: 3,9%;
Unterbeschäftigung: 8,0%). Die tiefste Quote des Arbeitsmangels
wurde hingegen mit 10,2% in der Zentralschweiz (1,8%; 8,5%)
registriert. Im Tessin betrug die Arbeitsmangelquote 11,2% (3,4%;
7,9%) und lag damit trotz hoher Erwerbslosigkeit unter dem
schweizerischen Durchschnitt. Tiefe Erwerbslosenquoten kombiniert
mit hoher Unterbeschäftigung fanden sich in der Ostschweiz (11,4%,
d.h. 2,5% und 8,9%), im Espace Mittelland (11,8%, d.h. 2,4% und
9,4%) sowie in der Nordwestschweiz (11,7%, d.h. 2,4% und 9,2%). Anstieg der Erwerbslosigkeit bei den Männern - leichter Rückgang bei
den Frauen Zwischen dem 2. Quartal 2001 und dem 2. Quartal 2002 stieg die
Erwerbslosenquote von 2,5% auf 2,9% an. Eine starke Zunahme bei den
Männern (von 1,7% auf 2,8%) stand einer leichten Reduktion bei den
Frauen gegenüber (von 3,5% auf 3,1%). 63'000 Erwerbslose sind
Männer, 57'000 sind Frauen. Rund die Hälfte aller Erwerbslosen war bei einem Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) als arbeitslos registriert.
Insbesondere Frauen melden sich aber oft nicht bei den RAV's an:
Lediglich 42% der erwerbslosen Frauen waren im 2. Quartal 2002 als
arbeitslos registriert, gegenüber 56% der erwerbslosen Männer. Erwerbslosigkeit trifft vermehrt auch gut qualifizierte Arbeitskräfte Nicht alle Bildungsschichten bekamen die Zunahme der
Erwerbslosigkeit gleichermassen zu spüren. Es fällt auf, dass
vermehrt auch gut qualifizierte Arbeitskräfte betroffen sind. So
stieg die Erwerbslosen-quote der Personen mit einem
Universitätsabschluss oder einer vergleichbaren Ausbildung innert
Jahresfrist von 1,5% auf 2,2% (+49%) und diejenige der Personen mit
einer Berufsausbildung von 2,0% auf 2,6% (+32%). Umgekehrt sank die
Erwerbslosenquote der Personen ohne nachobligatorischen Abschluss
sogar leicht von 4,8% auf 4,5% (-6%). Diese Gruppe weist aber nach
wie vor das höchste Erwerbslosenrisiko auf. Eine vergleichbare
Entwicklung (stärkerer Anstieg der Erwerbslosigkeit auf allerdings
tieferem Niveau bei den bestqualifizierten Arbeitskräften) war im
übrigen auch in den Jahren 1995-97 zu beobachten. Vier von fünf Unterbeschäftigten sind Frauen 79% der 357'000 Unterbeschäftigten waren Frauen. Dies erstaunt
zunächst nicht, wenn man bedenkt, dass Teilzeiterwerbstätigkeit
weiblich dominiert ist. Interessant ist aber, dass der grösste Teil
der unter-beschäftigten Frauen (73%) nur eine Erhöhung des
Teilzeitpensums wünschte, während die Mehrheit der Männer (55%) eine
Vollzeittätigkeit ausüben wollten. Ein Indikator für das Ausmass der Unterbeschäftigung ist auch die
gewünschte zusätzliche Arbeitszeit. Knapp ein Drittel der
Unterbeschäftigten (113'000; 32%) möchten lediglich zwischen 1 und 5
Stunden zusätzlich arbeiten. Beträchtlich ist allerdings auch die
Zahl jener, welche zusätzlich 20 und mehr Stunden pro Woche arbeiten
möchten (72'000; 20% der Unterbeschäftigten). BUNDESAMT FÜR STATISTIK Informationsdienst Auskunft: Enrico Moresi, BFS, Sektion Erwerbsleben und Arbeitsmarkt, Tel. 032
713 64 02 Weiterführende Informationen finden Sie auf der Homepage des BFS
http://www.statistik.admin.ch 27.09.02
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100000114/100020663
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