Medienmitteilung
BFS: BFS: Umweltstatistik Schweiz
Häufiges Reisen mit hohen Umweltansprüchen
2002-09-13T09:15:00
Neuchâtel (ots) - Die Umweltqualität einer Destination spielt für
viele Schweizer Reisende eine grosse Rolle. Ökologisch nicht
unproblematisch ist umgekehrt die im europäischen Vergleich
ausgepräget Reisefreudigkeit der Schweizerinnen und Schweizer. Vor
allem die immer häufiger und länger werdenden Flugreisen belasten
die Umwelt. Dem Thema "Ferienreisen und Umwelt" ist die neuste
Ausgabe der Schriftenreihe "Umweltstatistik Schweiz" des Bundesamtes
für Statistik (BFS) gewidmet. Rund 70% der Schweizer Bevölkerung nimmt alljährlich am Reiseverkehr
teil. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sind
Schweizerinnen und Schweizer sehr reisefreudig und verreisen gerne
mehrmals pro Jahr. Das Auto ist zwar noch immer das dominierende
Verkehrsmittel, der Wandel über die letzten 30 Jahre hinweg ist
jedoch deutlich: statt mit dem Auto oder der Bahn wird heute
zunehmend mit dem Flugzeug verreist. Allgemein wuchs der
Freizeitverkehr in den letzten Jahren kontinuierlich. Im Jahr 2000
waren unter der Woche 40% aller Wege Freizeitwege, wobei diese,
verglichen mit anderen Wegzwecken (Bsp. Arbeitswege oder
Einkaufswege), eher über weite Distanzen gehen. Knapp 90% der Hauptferienreisen wurden im Jahr 2001 in Europa
durchgeführt. Vor allem für Familien ist die Schweiz noch immer ein
beliebtes Reiseziel. Seit den siebziger Jahren hat die Destination
Schweiz jedoch an Popularität eingebüsst, dies vor allem zugunsten
von anderen europäischen Ländern. Bei nahezu 20% aller Schweizreisen
wird in der eigenen Ferienwohnung oder dem Zweitdomizil von Freunden
oder Verwandten übernachtet. Die Attraktivität einer touristischen Destination ist umso höher, je
weniger das Landschaftsbild beeinträchtigt, Luft und Wasser
verschmutzt, Fauna und Flora verarmt und die Ruhe gestört ist oder
Abfall herumliegt. Andererseits können gerade auch touristische
Infrastrukturen und Aktivitäten in diesem Zusammenhang leicht zum
Problem werden. Laut Gästebefragungen nehmen Reisende in der Schweiz
bezüglich Abfallmenge und -entsorgung, Verkehrsaufkommen oder
Wasserverschmutzung am wenigsten Umweltprobleme wahr. Bedeutend mehr
sind es im Mittelmeergebiet und auf Fernreisen. Da die Umwelt oft selbst eine touristische Attraktion darstellt,
setzen sich zunehmend auch Touristiker für die Erhaltung und den
Schutz naturnaher Gebiete ein. Das Ausscheiden von Naturreservaten
wurde populär. Auch für die touristische Vermarktung ist es ein
Anreiz, mit Biosphärenreservaten oder dem UNESCO Welterbe Touristen
anzulocken. Die Reise als solche steht fast immer am Anfang einer touristischen
Aktivität. Durch das schnelle und leichte Überwinden von grossen
Distanzen rückt sie zusehends in den Hintergrund, und viele Fragen
zur Umweltqualität werden lediglich in Bezug auf die Destination
gestellt. Je nach Reiseform entfallen aber zwischen 70 und 95% der
bei Ferienreisen verbrauchten Energie auf die An- und Rückreise. Der
Energieverbrauch und die zum Reisen notwendige Infrastruktur
bedeuten eine nicht vernachlässigbare Belastung für viele
Lebensräume. BUNDESAMT FÜR STATISTIK Informationsdienst Auskunft: Patricia Jungo, BFS, Sektion Umwelt, Tel. 032 713 61 80, E-Mail:
umwelt@bfs.admin.ch Publikationsbestellungen unter: Tel.: 032 713 60 60, Fax: 032 713 60
61, E-Mail: Ruedi.Jost@bfs.admin.ch Neuerscheinung: BFS, Umweltstatistik Schweiz Nr.12, Ferienreisen, Neuchâtel 2002,
Bestellnummer: 141-9412, Preis: Fr. 9.- Weiterführende Informationen finden Sie auf der Homepage des BFS
http://www.statistik.admin.ch 13.09.02
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100000114/100020166
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