Medienmitteilung
BFS: Beschäftigungsbarometer im 2. Quartal 2002
Erneut leichte Abnahme der Beschäftigung
2002-08-29T09:15:00
Neuchâtel (ots) - Die Indikatoren des vom Bundesamt für Statistik
(BFS) vierteljährlich veröffentlichten Beschäfti-gungsbarometers
zeigen eine Fortsetzung der negativen Entwicklung auf dem
Arbeitsmarkt. Im Vergleich zum Vorjahr nahm im 2. Quartal 2002
sowohl die Zahl der Erwerbstätigen (-0,5%) als auch jene der
Beschäftigten (-0,3%) ab. Während im 2. Sektor die Beschäftigung um
2,2% zurückging, verzeichnete der 3. Sektor eine leichte Zunahme von
0,4%. Der Index der offenen Stellen lag so tief wie seit 1997 nicht
mehr. Am Ende des 2. Quartals 2002 waren in der Schweiz gemäss den Zahlen
der Erwerbstätigenstatistik (ETS) 3,960 Mio. Per-sonen erwerbstätig.
Dies entspricht einer Abnahme von 0,5% im Vorjahresvergleich. Dieser
Rückgang ist auf die Abnahme der Anzahl erwerbstätiger Männer (-
1,2%) zurückzuführen; die Zahl der erwerbstätigen Frauen hat
hingegen nochmals leicht zugenommen (+0,4%). Weiterer Beschäftigungsrückgang im 2. Sektor Den neusten Zahlen der Beschäftigungsstatistik (BESTA) zufolge hat
die Beschäftigung im 2. Quartal 2002 gegenüber der entsprechenden
Vorjahresperiode um 0,3% abgenommen. Dies bedeutet eine Abnahme von
11'800 Stellen gegenüber dem 2. Quartal 2001. Im sekundären Sektor
betrug die Ab-nahme 2,2%, im tertiären Sektor wurde hingegen eine
Zunahme von 0,4% gemessen. Weiterhin schlechte Beschäftigungsaussichten Die in die Zukunft gerichteten Indikatoren der BESTA deuten kaum auf
eine Verbesserung der Lage auf dem Schweizer Arbeitsmarkt hin: Der
Index der offenen Stellen sank innert Jahresfrist um 46,3% und die
Aussichtsbeurteilungsziffer lag am Ende des 2. Quartals 2002 mit 120
Punkten deutlich unter dem Wert des Vorjahres (126 Punkte). Rückgang der Zahl erwerbstätiger Männer, Zunahme bei den Frauen Am Ende des 2. Quartals 2002 wies die Erwerbstätigenstatistik (ETS)
3,960 Mio. Erwerbstätige aus. Dies bedeutet eine Abnahme von 0,5% im
Vergleich zum Vorjahresquartal. Dieser zweite Rückgang in Folge (1. Quartal 2002: -0,2%) ist gänzlich auf die Abnahme der Anzahl
erwerbstätiger Männer (-1,2%, 2,271 Mio.) zurückzuführen. Die Zahl
der erwerbstätigen Frauen hat hingegen weiter leicht zugenommen
(+0,4%, 1,689 Mio.). Die Zahl der ausländischen Erwerbstätigen betrug 1,047 Mio. Personen
und hat sich innert Jahresfrist um 0,8% erhöht, allerdings in
weniger starkem Ausmass als im vorangegangenen Quartal (+2,6%). Die
grosse Abnahme bei den Saisonniers (-14,3%) sowie die starke Zunahme
der Kurzaufenthalter (+29,5%) hängen mit der Abschaffung des
Saisonnierstatuts zusammen. Seit dem Inkrafttreten des "Bilateralen
Abkommens über den freien Personenverkehr zwischen der Schweiz und
der EU" am 1. Juni 2002 wurden keine Sai-sonbewilligungen mehr
ausgestellt. Die vor diesem Zeitpunkt erteilten Saisonbewilligungen
werden aber bis zu ihrem Auslaufen ihre Gültigkeit behalten. Auf der
anderen Seite hat die Zahl der erwerbstätigen Schweizer im Vergleich
zum Vorjahresquartal um 1,0% abgenommen; dieser Rückgang ist nur
wenig kleiner als im vorangegangenen Quartal (-1,1%). Weitere Abnahme der Vollzeitstellen, Anstieg der Teilzeitstellen Im 2. Quartal 2002 nahm die Zahl der Beschäftigten gegenüber dem
Vorjahresquartal um 0,3% (-11'800 Beschäftigte) auf 3,609 Mio.
Stellen ab. Dies Abnahme ist gänzlich auf den Rückgang im 2. Sektor
(-2,2%, -23'000) zurückzuführen. Im 3. Sektor hingegen konnten
erneut mehr Beschäftigte (+0,4%, +11'200) gezählt werden. Während die Zahl der Vollzeitbeschäftigten abnahm (-1,3%, -33'100),
hielt der Aufwärtstrend bei den Teilzeitstellen an (+2,1%, +21'300).
Da der Rückgang der Vollzeitstellen stärker ins Gewicht fiel als der
Zuwachs bei den Teilzeitstellen, resultierte bei der Umrechnung der
Beschäftigung in Vollzeitäquivalente eine Abnahme von 0,5%. Nach
Sektoren betrachtet, zeigen sich grosse Unterschiede: Während im
zweiten Sektor eine Abnahme von 2,7% bei den Vollzeitbeschäftigten
eintrat, belief sich der Rückgang im 3. Sektor lediglich auf 0,5%.
Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten nahm im 2. Sektor um 1,6% und im
3. Sektor um 2,1% zu. Grosse Beschäftigungsabnahme im Baugewerbe und bei der Herstellung
von Metallerzeugnissen Ausschlaggebend für den Rückgang der Beschäftigung im sekundären
Sektor war vor allem die Entwick-lung in zwei grossen Branchen
dieses Sektors. So wurden innert Jahresfrist im Baugewerbe rund 7700
Stellen (-2,6%) und in der Branche Herstellung von
Metallerzeugnissen 3400 Stellen (-3,9%) abgebaut. Aber auch der
Maschinenbau (-3200, -3,0%) und die Herstellung von Maschinen zur
Elektrizitätserzeu-gung (-2800, -7,2%) verzeichneten hohe
Stelleneinbussen. Gewichtige Zunahmen wiesen im 2. Sektor nur gerade
die chemische Industrie (+1900, +3,0%) und die
Nahrungsmittelindustrie (+1500, +2,4%) auf. Beschäftigungszunahme bei über der Hälfte der Branchen im
Dienstleistungssektor Im tertiären Sektor hat die Beschäftigung im Vergleich zum
Vorjahresquartal leicht zugenommen (+0,4%, +11'200), wenngleich bei
neun der 24 Wirtschaftsabteilungen Rückgänge zu verzeichnen waren.
Die stärk-sten absoluten Beschäftigungszunahmen meldeten die
Branchen Gesundheits- und Sozialwesen (+7800, +2,0%),
Unterrichtswesen (+7800, +3,4%), Kreditgewerbe (+3300, +2,6%) sowie
Interessenvertre-tungen und sonstige Vereinigungen (+3000, +7,5%).
Die grosse Zunahme bei der Branche Interessen-vertretungen und
sonstige Vereinigungen ist hauptsächlich auf die Landesausstellung
zurückzuführen. Demgegenüber verzeichnete die Luftfahrt (-14,9%, -
1900) wie auch im vorange-gangenen Quartal (-15,6%, -1700) den
grössten relativen Rückgang. Die Schwierigkeiten in dieser Branche
erklären auch den verhältnismässig starken Beschäftigungsrückgang in
der Branche Nebentätigkeiten für den Verkehr und Reisebüros (-3,5%,
- 1900). Stark vom Konjunktureinbruch betroffen sind auch die
Informatikdienste. In diesem Bereich erfolgte innert Jah resfrist
eine Beschäftigungsabnahme von 4,0% (-2400), womit sich die
prozentuale Abnahme gegenüber dem vorangegangenen Quartal sogar noch
erhöhte (1. Quartal 2002: -3,0%, -1800). Auffallend ist auch der
grosse Rückgang an Beschäftigten im Detailhandel (-1,6%, -5500). Nicht alle Regionen sind vom Beschäftigungsrückgang betroffen Mit Ausnahme der Nordwestschweiz (+0,8%) und der Genferseeregion
(+0,2%) waren innert Jahresfrist sämtliche Grossregionen der Schweiz
von einem Beschäftigungsrückgang betroffen. Vergleichsweise grosse
Abnahmen verzeichneten das Tessin (-1,8%) und die Zentralschweiz (-
1,3%). In den anderen Gross-regionen waren die Rückgänge deutlich
geringer (Ostschweiz -0,7%, Zürich -0,6%, Espace Mittelland -0,2%).
Die Zunahme der Beschäftigung in der Nordwestschweiz und der
Genferseeregion erklärt sich aus-schliesslich durch eine Zunahme der
Beschäftigung im Dienstleistungssektor (+1,3% resp. +1,1%). Die
anderen Regionen verzeichneten für den 3. Sektor ein kleineres
Beschäftigungswachstum oder sogar rückläufige Beschäfti-gungszahlen
(Espace Mittelland +0,8%, Ostschweiz +0,2%, Zürich 0,0%, Tessin -
0,6%, Zentralschweiz -1,1%). Vom Rückgang der Beschäftigung im
sekundären Sektor waren hingegen alle Grossregionen betrof-fen,
wiederum besonders das Tessin (-4,7%), aber auch Zürich (-2,9%), die
Genferseeregion (-2,9%) sowie der Es pace Mittelland und die
Ostschweiz (jeweils -2,4%). Grosse regionale Unterschiede bei der Teilzeitarbeit 11,9% der beschäftigten Männer und 51,7% der beschäftigten Frauen
arbeiteten teilzeit. Teilzeitbeschäf-tigte Männer fanden sich am
häufigsten in Zürich (15,0%); den höchsten Anteil
teilzeitbeschäftigter Frauen wies der Espace Mittelland (55,3%) auf.
Die tiefsten Teilzeitanteile bei den Männern und Frauen gab es
dagegen im Tessin (8,8% resp. 38,5%). Weiterhin keine Besserung in Sicht Aufgrund der in die nahe Zukunft gerichteten Indikatoren des
Beschäftigungsbarometers ist im nächsten Quartal kaum mit einer
Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt zu rechnen. Der Index der offenen
Stellen notierte bei 129,9 Punkten, 46,3% weniger als im 2. Quartal
2001. Wie bereits im Vorquartal wiesen sämt-liche Grossregionen und
Wirtschaftsabschnitte eine Abnahme der offenen Stellen aus. Im
Weiteren beklagten nur gerade 25,0% der Betriebe (Gewichtung mit der
Anzahl Beschäftigter) einen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften
(gegenüber 37,3% der Betriebe im Vorjahresquartal), was dem tiefsten
Stand seit drei Jahren entspricht. Auf die Frage nach den Beschäftigungsaussichten für die nächsten
drei Monate haben 46,5% der Betriebe (Gewichtung mit der Anzahl
Beschäftigter) mit "gut" geantwortet. Das sind deutlich weniger als
noch vor einem Jahr (2. Quartal 2001: 55,3%), aber bereits wieder
etwas mehr als im vorangegangenen Quartal (1. Quartal 2002: 45,9%). Entsprechend lag die
Aussichtsbeurteilungsziffer, die auf diesen Angaben basiert, für die
Gesamtwirtschaft bei 120 Punkten, 6 Punkte tiefer als im
Vorjahresquartal (2. Sektor: 113 Punkte, -10 Punkte; 3. Sektor: 124
Punkte, -4 Punkte). BUNDESAMT FÜR STATISTIK Informationsdienst Auskunft zur BESTA: Enrico Moresi, BFS, Sektion Erwerbsleben und Arbeitsmarkt, Tel.: 032
713 64 02 Auskunft zur ETS: Thierry Murier, BFS, Sektion Erwerbsleben und Arbeitsmarkt, Tel.:
032 713 63 63 Neuerscheinung: BFS, Die Beschäftigungsstatistik (BESTA), Methodische Grundlagen
2000, Neuchâtel 2002, Bestellnummer: 245-0000, Preis: 11 Fr. Weiterführende Informationen finden Sie auf der Homepage des BFS
http://www.statistik.admin.ch 29.08.02
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100000114/100019620
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