Medienmitteilung
BFS: BFS: Motorfahrzeugverkehr
Wenige erfahren Kontrollen - zunehmend härtere Strafen
2002-08-27T15:36:37
(ots) - Insgesamt schätzen die Motorfahrzeuglenkenden die
Wahrscheinlichkeit, in eine Geschwindigkeitskontrolle und
insbesondere in eine Alkoholkontrolle zu geraten, als gering ein.
Dabei rechnen die Romands noch weniger mit einer Polizeikontrolle
als die Lenkerinnen und Lenker aus der Deutschschweiz. Obwohl die
Sanktionen im Falle von Verurteilungen wegen
Strassenverkehrsdelikten im Verlauf der 90er-Jahre deutlich an Härte
zugenommen haben, sind die Wiederverurteilungsraten konstant
geblieben. So weit die wichtigsten Ergebnisse einer telefonischen
Umfrage des Bundesamtes für Statistik (BFS) bei einer
repräsentativen Stichprobe von 6000 Haushalten sowie statistischer
Analysen der im Strafregister eingetragenen Verurteilungen. Fast zwei Drittel der Fahrzeuglenkenden (64%) sind, seit sie einen
Fahrausweis besitzen, noch nie in eine Geschwindigkeitskontrolle mit
Anhalteposten geraten; bezogen auf das Jahr 2000 beträgt der Anteil
nicht kontrollierter Personen 93%. Bei den Alkoholtests belaufen
sich diese Anteile auf 87% (gesamte Fahrpraxis) bzw. 98% (Jahr
2000). Insgesamt schätzen die Fahrzeuglenkenden die Wahrscheinlichkeit, in
eine Polizeikontrolle zu geraten, als gering ein: 56% der Befragten
rechnen nie oder selten mit einer Geschwindigkeitskontrolle und 77%
nie oder selten mit einer Alkoholkontrolle. Mit einem Anteil von 76%
bzw. 93% befürchten die Romands deutlich weniger, von der Polizei
kontrolliert zu werden, als die Deutschschweizerinnen und
Deutschschweizer (50% und 80%). Härtere Sanktionen, aber nicht weniger Rückfälle Die statistische Analyse der im Strafregister eingetragenen
Verurteilungen zeigt, dass die bei Strassenverkehrsdelikten
verhängten Sanktionen im Verlauf der 90er-Jahre an Härte zugenommen
haben. Im Jahr 1990 wurden 36% der Erstverurteilungen wegen Fahrens
in angetrunkenem Zustand mit Busse und 64% mit einer bedingten oder
unbedingten Freiheitsstrafe geahndet. Zwischen 1990 und 1999 hat
sich der Anteil der Verurteilungen zu Freiheitsstrafen von 64% auf
73% erhöht. Im gleichen Zeitraum stieg die durchschnittliche Dauer
der unbedingten Freiheitsstrafen von 16 auf 22 Tage und jene der
bedingten Freiheitsstrafen von 35 auf 51 Tage. Betrachtet man die
Wiederverurteilungsraten, ist jedoch keine Veränderung der Anzahl
Rückfälle auszumachen: Rund 15% der Verurteilten werden in den
darauf folgenden fünf Jahren wieder verurteilt. Im Jahr 2000 wurden 280 Millionen Franken an Bussen bezahlt Ein Drittel der befragten Lenkerinnen und Lenker gibt an, während
des Jahres 2000 mindestens eine Busse wegen einem Verkehrsdelikt
bezahlt zu haben. In der Schweiz wird die Gesamtsumme der bezahlten
Bussen für das Jahr 2000 auf 280 Millionen Franken geschätzt (210
Millionen Ordnungsbussen und 70 Millionen von Richtern verhängte
Bussen). Zu den häufigsten Verkehrsdelikten zählen die
Geschwindigkeitsüber-schreitungen (49%) und das falsche Parkieren
(44%). Zunahme der Anzahl Führerausweisentzüge Im Jahr 2001 wurden in der Schweiz insgesamt über 60'000
Führerausweise entzogen, davon rund 30'000 für zu schnelles Fahren
und 18'000 wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand. Nachdem die
Anzahl der Fahrausweisentzüge wegen einer
Geschwindigkeitsübertretung bis 1997 stabil geblieben war, stieg
diese in den vier darauf folgenden Jahren stark an (+62%). Auch die
Zahl der entzogenen Fahrausweise wegen Fahrens in angetrunkenem
Zustand, die bis 1999 kaum Schwankungen unterworfen war,
verzeichnete von 1999 bis 2001 eine deutliche Zunahme um 23%. Grund für zahlreiche Unfälle: Alkohol und Geschwindigkeit Im Jahr 2001 erfasste die Polizei 23'896 Strassenverkehrsunfälle mit
Personenschaden. Von den insgesamt 30'704 verunfallten Personen
verloren 544 ihr Leben. Je schwerer die Unfallfolgen, desto grösser
ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Geschwindigkeitsüberschreitung
oder Alkohol am Steuer eine der Unfallursachen waren. Unfälle wegen
eines der beiden Vergehen machen 21% und 10% der Unfälle mit
Verletzten aus und schliesslich 36% und 18% der Unfälle mit
mindestens einer getöteten Person. Die Befragung der Motorfahrzeuglenkenden (BeMo) wurde Anfang 2001 in
Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Beratungsstelle für
Unfallverhütung (bfu) bei einer repräsentativen Stichprobe von 6000
Haushalten durchgeführt. Sie erfolgt im Rahmen der statistischen
Beobachtung der Strassenverkehrsdelinquenz. Demselben Zweck dienen
auch die Auswertungen der Strafurteilsstatistik, die statistische
Analyse der Rückfallraten und der Sanktionswirkungen sowie die
Erhebung über die Polizeikontrollen im Strassenverkehr. Zu den zwei
erstgenannten Bereichen sind bereits Publikationen erschienen
(s.u.). Die Erhebung über die Polizeikontrollen hingegen wird
zurzeit unter der Mitwirkung der Strassenverkehrsverantwortlichen
der Kantons- und Gemeindepolizeien, des Bundesamtes für Strassen
(ASTRA) sowie der bfu aufgebaut. BUNDESAMT FÜR STATISTIK
Informationsdienst Auskunft:
Strassenverkehrsdelinquenz:
Steve Vaucher, Bundesamt für Statistik (BFS), Sektion Rechtspflege
Tel.: 032 / 713 69 61; Steve.Vaucher@bfs.admin.ch Strassenverkehrsunfälle:
Annemarie Icen-Siegrist, Bundesamt für Statistik (BFS), Sektion
Verkehr
Tel.: 032 / 713 65 66; Annemarie.Icen@bfs.admin.ch Ausweisentzüge:
Daniel Regamey, Bundesamt für Strassen (ASTRA)
Tel: 031 / 323 42 47; Daniel.Regamey@astra.admin.ch Neuerscheinungen: BFS; Straffälliges Verhalten im Strassenverkehr
und Polizeikontrollen. Befragung der Motorfahrzeuglenkenden 2001,
Neuchâtel 2002. Bestellnr.: 498-0100; Preis: Fr. 8.-. BFS;
Strassenverkehrsunfälle in der Schweiz 2000, Neuchâtel 2001.
Bestellnr.: 097-0000; Preis: Fr. 24.-. BFS;
Strassenverkehrsdelinquenz und Rückfall. Wiederverurteilungsrate und
Sanktionseffekte, Neuchâtel 2000. Bestellnr.: 373-0000; Preis: Fr.
5.-. BFS; Strassenverkehrsdelinquenz in der Schweiz. Verurteilte,
Prävalenzraten und Sanktionen, Neuchâtel 1999. Bestellnr.: 283-9600;
Preis: Fr. 7.-. Bezug unter Tel.: 032 713 60 60, oder Fax: 032 713 60 61 oder E-
Mail: order@bfs.admin.ch 27.08.2002
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