Medienmitteilung
BFS: Forststatistik 2001
Erneut grosse Holzernte
2002-08-21T09:15:00
(ots) - Im Jahr 2001 wurden in den Schweizer Wäldern 5,7 Millionen
Kubikmeter Holz geerntet und in den Handel gebracht. Obwohl die
Holzernte damit gegenüber dem Vorjahr um rund 40% abgenommen hat,
liegt sie immer noch 25% über der Holzernte, wie sie
durchschnittlich vor dem Sturm Lothar erbracht wurde. Nach dem im
Vorjahr zu beobachtenden Preisrückgang um 30% sind die Preise für
Stammholz im Jahr 2001 wieder angestiegen. Dies trug insbesondere
dazu bei, dass die öffentlichen Forstbetriebe ihre Bilanz leicht
verbessern konnten und das Defizit geringer ausfiel als im Vorjahr.
Dies geht aus der vom Bundesamt für Statistik (BFS) und der
eidgenössischen Forstdirektion (BUWAL) veröffentlichten
Forststatistik für das Jahr 2001 hervor. Im Jahr 2001 wurden in der Schweiz 5,7 Millionen Kubikmeter Holz in
den Handel gebracht. Das sind zwar 39% weniger als im Vorjahr - als
sich die Holzernte auf Grund der durch den Sturm Lothar im Dezember
1999 verursachten Schäden verdoppelt hatte -, übertrifft aber immer
noch um 25% das Mittel der Jahre 1995 bis 1999. In den Kantonen, die
am meisten vom Sturm betroffen waren (NW, OW, BE, ZH, LU, SZ, ZG,
FR, SH und AG), lag die Holzproduktion im Jahr 2001 immer noch
zwischen 29% (ZH) und 73% (BE) über dem Durchschnitt. Die vom Sturm
verschonten Kantone (GR, VS, TI, UR, GL), welche ihre Holzproduktion
bereits im Vorjahr gedrosselt hatten, brachten im Berichtsjahr
weniger als 80% der Holzernte auf den Markt, wie sie
durchschnittlich vor dem Sturm Lothar verzeichnet worden war. Die öffentlichen Forstbetriebe (70% der gesamten Waldfläche)
brachten 68% des geschlagenen Holzes in den Handel, das restliche
Holz wurde von den privaten Waldbesitzern geliefert. Die Nadelhölzer
bilden die grösste Artengruppe (72% des vor dem Sturm Lothar und 80%
des nach dem Sturm Lothar verzeichneten Gesamtvolumens). Die
Holzernte wird nach Verwendungsarten in drei Sortimentsgruppen
aufgeteilt: Stammholz (70%), Industrieholz (10%) und Feuer- oder
Brennholz (20%). Holzaussenhandel: erneut sehr hohe Rundholzexporte Die Stammholzexporte sanken im Jahr 2001 um 17% und erreichten einen
Stand von 2,07 Millionen Tonnen bzw. 3,2 Millionen Kubikmetern - das
sind aber immer noch 2,5 mal mehr als 1999. Die im Vorjahr bei den
direkten Nachbarländern der Schweiz geschaffenen Absatzmärkte
konnten grösstenteils aufrechterhalten werden: Österreich führte
rund 1,5 Millionen Schweizer Stammholz - rund 30 mal mehr als 1999 -
ein, Italien steigerte seine Importe gegenüber 1999 um 30% und
Frankreich erhöhte seinen Einkauf auf rund 216'000 Tonnen (+16%
gegenüber dem Jahr 2000). Im Jahr 2001 konnten die Exporte von
Brennholz (32'800 Tonnen; +10%; insbesondere nach Italien),
Industrieholz (35'300 Tonnen; +10%; insbesondere nach Italien und
Frankreich) und Sägemehl (311'400 Tonnen; +14%; insbesondere nach
Italien) ausgeweitet werden. Insgesamt waren die Holzimporte erneut rückläufig. Die Importe von
Stammholz schwächten sich um 35% auf 108'632 Tonnen ab. Demgegenüber
stiegen die Importe von Industrieholz auf 78'7888 Tonnen (+10%) und
jene von Holzschnitzeln und -spänen auf 163'326 Tonnen (+12%). Weiterhin Defizit der Forstbetriebe Nach dem im Vorjahr zu beobachtenden Preisrückgang um 30% sind die
Preise für Stammholz im Jahr 2001 wieder um 20% angestiegen
(Nadelhölzer: +30%; Laubhölzer: +3%). Dadurch hat sich die
wirtschaftliche Lage der öffentlichen Forstbetriebe verbessert. Die
Gesamteinnahmen gingen auf 446 Millionen Franken zurück (-102
Millionen Fr./-19%), wovon 223 Millionen Franken alleine auf die
Holzproduktion entfielen (-76 Millionen Fr./-26%); die Gesamtausgaben sanken ebenfalls auf
528 Millionen Franken (-18%), wobei die Ausgaben für die reine
Holzproduktion um 23% auf 353 Millionen Fr. abnahmen. Damit
verringerte sich das Defizit der öffentlichen Forstbetriebe von 84
Millionen auf 82 Millionen Franken (-12%) und jenes der
Holzproduktion von 158 auf 130 Millionen Franken (-18%). Der
Rückgang des Defizits muss jedoch relativiert werden, da die
Forststatistik lediglich die effektiven Einnahmen und Ausgaben
während des Berichtsjahres berücksichtigt. Im Jahr 2001 war aber ein
Teil des Holzes, das in den Verkauf gelangte, bereits im Vorjahr
aufgerüstet worden, ein Teil der Einnahmen stammte aus Lieferungen,
die im Jahr 2000 angekündigt und durchgeführt worden waren, und ein
Teil der Subventionen für das Jahr 2000 wurde erst im Jahr 2001
ausbezahlt. Pro Kubikmeter aufgerüstetem Holz ergab sich ein
Gesamtverlust von 21 Franken (2000: -18 Fr./m3). Der Gesamtverlust
fiel - trotz geringerem Defizit (-12%) - im Vergleich zum Vorjah r
höher aus, da das Holzvolumen im Jahr 2001verhältnismässig kleiner
war (-40%). BUNDESAMT FÜR STATISTIK Informationsdienst Auskunft: Jean Friedli, BFS, Sektion Land- und Forstwirtschaft, Tel.: 032 713
64 47 Thomas Grünenfelder, Eidg. Forstdirektion, BUWAL, Tel.: 031 324 77 90 Neuerscheinung: BFS/BUWAL, Jahrbuch der schweizerischen Wald- und Holzwirtschaft
2002 (erscheint im Dezember 2002) Weiterführende Informationen finden Sie auf der Homepage des BFS
http://www.admin.ch/bfs. Weiterer Pfad: stat_ch/ber07/dtfr07.htm Neuheit: Die Ergebnisse der Forststatistik 1975 bis 2000 können neu auch auf
dem Internet abgerufen werden: http:/www.agr-bfs.ch (Aktualisierung
2001 in den nächsten Tagen). 21.08.2002
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100000114/100019355
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